Dieses Ehepaar eröffnet die Spiele aus Schweizer Sicht schon heute Abend
Als Ehemann begibt man sich wohl in den allermeisten Fällen aufs Glatteis, wenn man seiner Gattin einen Besen schenkt. Selbst die Ausnahme hat mit Glatteis zu tun: Nämlich dann, wenn die Gattin nicht nur Lebens-, sondern auch Sportpartnerin auf dem Eis ist.
Briar Schwaller-Hürlimann und Yannick Schwaller heissen die ersten beiden Schweizer Teilnehmenden, die an den Olympischen Spielen 2026 ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Bereits zwei Tage vor der Eröffnungsfeier stehen sie am Mittwochabend (19.05 Uhr) gegen Estland zum ersten Mal im Einsatz.
Das Curling in die Wiege gelegt
«Dass wir das zusammen erleben dürfen, ist genial», blickte die 32-jährige Briar Schwaller-Hürlimann voraus. Dass sie in Cortina mit ihrem Ehemann antritt, sieht sie «als grossen Vorteil, weil wir uns extrem gut kennen». Sport und Alltag werden allerdings getrennt, wie Yannick Schwaller verrät: «Wir nehmen die Arbeit nicht mit nach Hause und geniessen vor allem die Zeit mit unserem Sohn und unserem Hund – so wie andere Familien auch.»
In Cortina wird ihr rund eineinhalb Jahre alter Sohn River ebenfalls mit dabei sein. Schlafen wird er allerdings nicht bei den vielbeschäftigten Eltern, sondern bei den mitreisenden Grosseltern.
Beiden Ehepartnern wurde das Curling in die Wiege gelegt. Briars Vater Patrick Hürlimann führte das Schweizer Team 1998 in Nagano zum Olympiasieg, Mutter Janet gewann einst mit Kanada eine WM-Bronzemedaille. Yannick Schwallers Vater Christof und sein Onkel Andreas Schwaller gehörten zur Schweizer Equipe, die 2002 in Salt Lake City Bronze holte.
«Jedes Spiel ist ein Kampf»
Wie weit kann die olympische Reise der Familie Schwaller-Hürlimann gehen? Das Mixed-Curling-Turnier gilt als offen, Yannick Schwaller benutzt die Worte «unberechenbar und teilweise sogar zufällig». Das Teilnehmerfeld sei so stark wie noch nie, jedes Spiel werde ein Kampf.
Duos aus zehn Ländern sind in Cortina am Start. Jeder spielt in der Gruppenphase gegen jeden, die besten vier Teams schaffen es in die Halbfinals. Als Goldfavorit gilt Italien, das mit Stefania Constantini und Amos Mosaner jenes Duo aufgestellt hat, das 2022 in Peking die Goldmedaille gewonnen hat.
Für Yannick Schwaller wird das Olympia-Abenteuer nach den Finalspielen am 10. Februar weitergehen. Schon zwei Tage darauf wird er das Schweizer Männer-Quartett als Skip anführen. Doch das ist Zukunftsmusik: Zunächst gilt die volle Aufmerksamkeit der Mixed-Konkurrenz.
