TV-Kommentator beleidigt FIFA und Infantino – und erhält nun WM-Verbot
Da sind ihm mal kurz die Sicherungen durchgebrannt: Nachdem Paraguays Miguel Almiron gegen die Türkei die Rote Karte gezeigt bekommen hatte, setzte der paraguayische Kommentator Jorge Vera zu einer regelrechten Wutrede gegen Schiedsrichter Ivan Barton, die FIFA und deren Präsidenten Gianni Infantino an. Almiron flog vom Platz, weil er sich beim Sprechen mit einem Gegenspieler die Hand vor den Mund gehalten hatte – die neue Regel kam an der WM erstmals zum Einsatz.
«Dieb, Dieb, Dieb!», polterte Vera und fügte an: «Ihr tötet den Fussball! FIFA, du hast den Fussball getötet! Infantino, du bist der Verantwortliche dafür!» Den Paraguayern werde ein Spieler genommen für etwas, «das nichts mit dem Spiel zu tun hat». Die neue Regel wurde eingeführt, damit rassistische oder diskriminierende Beleidigungen nicht mehr verdeckt geäussert werden können. «FIFA, übernimm die Verantwortung, dass du den Fussball in diesen Dreck verwandelt hast», setzte Vera seine Hasstirade fort. «Infantino, du solltest dich schämen!»
🚨🌎EXPULSADO DEL MUNDIAL🇵🇾🚫
— Rodrigo Velis (@Rodri_velis) June 23, 2026
El periodista paraguayo se refirió en varias ocasiones al árbitro salvadoreño Iván Barton con fuertes insultos durante una transmisión de ABC Deportes, calificándolo como “ladrón”, “ladrones de mierda”, “matan el fútbol” e incluso utilizando otras… pic.twitter.com/zyO1mX6QDM
Der paraguayische TV-Kommentator forderte den südamerikanischen Fussballverband CONMEBOL und dessen Präsidenten Alejandro Dominguez zudem auf, etwas dagegen zu unternehmen. Dominguez solle weniger Fotos mit FIFA-Präsident Infantino machen und stattdessen handeln. «Das ist eine Schande», schliesst Vera, für den der Wutausbruch nun Folgen hat.
Wie er via X selbst mitteilte, wurde ihm von der FIFA die Akkreditierung für die Weltmeisterschaft entzogen. Damit könne er nicht mehr als Kommentator für den paraguayischen TV-Sender ABC arbeiten – weder in den noch ausserhalb der Stadien. Das Verbot gelte auch für Übertragungen, welche die WM betreffen.
Vera sah seinen Fehler ein und entschuldigte sich bei der FIFA: «Eine Regel zu hinterfragen oder nicht mit einem Schiedsrichter einer Meinung zu sein, rechtfertigt es nicht, so die Kontrolle zu verlieren, wie ich es tat.» Er habe das Publikum in einer grundlegenden Sache im Stich gelassen: «darin, die Selbstbeherrschung und den Respekt zu wahren, die dieser Beruf erfordert.»
Die FIFA äusserte sich nicht öffentlich über den Vorfall. Jedoch berichtet die BBC, dass der Weltfussballverband Veras Handlungen als «unvereinbar mit den Standards der Professionalität und des Respekts, die von akkreditierten Rundfunkmitarbeitenden und Vertreterinnen und Vertretern ihrer Medienpartner erwartet werden» bezeichnet. (nih)
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