Mythische Alpe d'Huez – 21 Kehren und ihre Geschichten
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Erstmals figuriert die Alpe d'Huez 1952 im Programm der Tour de France. Es ist zugleich das erste Mal, dass eine Etappe mit einer Bergankunft endet. Am 4. Juli gewinnt der Italiener Fausto Coppi, erobert das Maillot jaune und gibt es bis Paris nicht mehr ab.
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Im Jahr 1979 enden gleich zwei Etappen auf der Alpe d'Huez – die 17. und die 18. Das ist auch in diesem Jahr der Fall, am Freitag über den traditionellen Anstieg, am Samstag von der anderen Seite. 2013 klettern die Fahrer in der 18. Etappe gleich zweimal auf die Alpe.
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Nur fünf Fahrer kommen zweimal als Sieger auf dem mythischen Berg an: die Italiener Marco Pantani und Gianni Bugno sowie die Niederländer Peter Winnen, Joop Zoetemelk und Hennie Kuiper.
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Apropos Niederländer: Acht Mal gewinnt auf der Alpe d'Huez ein Niederländer, keine Nation ist erfolgreicher. Auch deshalb verwandelt sich die Kurve 7 jedes Jahr in den so genannten «Dutch Corner». Bereits Tage vor Ankunft des Tour-Trosses versammeln sich zehntausende Oranje-Fans in entsprechender Kleidung und stellen ihre Zelte und Camper auf. Der letzte holländische Sieg durch Gert-Jan Theunisse liegt allerdings bereits 37 Jahre zurück.
13
13 Prozent beträgt die maximale Steigung, die zu überwindende Höhendifferenz vom Talort Bourg d'Oisans 1133 m, die durchschnittliche Steigung 8,1 Prozent.
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Ähnlich wie die Sieger beim Skiklassiker in Kitzbühel, deren Name eine Gondel ziert, werden die Gewinner auf der Alpe d'Huez auf Tafeln in einer der Kurven verewigt. Der Name eines einzigen Schweizer Radprofis prangt dort. Beat Breu triumphiert 1982 erst in einer Pyrenäen-Etappe, dann am 20. Juli auf der legendären Alpe. Der St.Galler Bergfloh teilt sich seit 2015 die Kurve 14 mit Thibaut Pinot.
21
Der berühmte Aufstieg führt auf 13,8 km über 21 Spitzkehren auf die Alpe d'Huez. Nummeriert sind sie von unten her rückläufig, von 21 bis 1.
31
31 Mal endet bisher eine Etappe der Tour de France auf der Alpe d'Huez.
36:50
Marco Pantani hält gleich die besten drei Zeiten für die 13,8 km auf die Alpe d'Huez. 36:50 Minuten braucht der 2004 mit erst 34 Jahren verstorbene «Pirat» bei seinem Sieg 1995. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 23 km/h. 1997 ist Pantani fünf Sekunden langsamer, 1994 (als er nicht gewinnt) benötigt er 37:15 Minuten.
1850
Auf 1850 Metern über Meer liegt die Alpe d'Huez. Es gibt höhere Berge in der Tour de France, steilere und längere Anstiege, doch kein Sieg gibt mehr Prestige als derjenige im Skiort.
1968
Bei den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble finden die Bobwettkämpfe in einer Natur-Eisbahn auf der Alpe d'Huez statt. Wegen der Sonneneinstrahlung müssen die Rennen am frühen Morgen vor Sonnenaufgang gestartet werden. Der legendäre Italiener Eugenio Monti gewinnt im Zweier und im Vierer, mit dem grossen Schlitten holt der Walliser Jean Wicki mit seiner Crew Bronze.
1984
Im Jahr 1984 jubelt mit Luis «Lucho» Herrera sensationell ein Amateur. Der «kleine Gärtner» aus Kolumbien gewinnt drei Jahre später mit der Vuelta als erster Südamerikaner eine Grand Tour und holt an der Tour de France zweimal das rot gepunktete Trikot des Bergkönigs.
1999
Die Begeisterung der Fans hat auch ihre Schattenseiten. 1999 wird Giuseppe Guerini auf dem letzten Kilometer solo in Führung liegend von einem Zuschauer, der ein Foto machen will, zu Fall gebracht. Der Italiener rappelt sich aber auf und rettet 21 Sekunden Vorsprung ins Ziel.
Es ist nicht der einzige solche Vorfall. Zum Beispiel stürzt 2018 der damalige Gesamtvierte Vincenzo Nibali, nachdem er im Bändel eines Fotoapparats hängen bleibt, zieht sich einen Wirbelbruch zu und muss aufgeben.
2018
Erst ein Fahrer schafft es, im Maillot jaune auf der Alpe d'Huez zu triumphieren. Der Waliser Geraint Thomas fährt 2018 zwei Sekunden vor Tom Dumoulin über die Ziellinie und verhindert so den ersten niederländischen Sieg seit 1989.
