Bericht: VW kurz vor Abkommen mit israelischem Rüstungskonzern
Die deutsche Volkswagen-AG soll kurz vor einem Abkommen mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems und dem Bundesland Niedersachsen stehen. Dies berichtete das Wirtschaftsmedium «Bloomberg» unter Berufung auf Insider am Freitag.
Sollte der Deal zustande kommen, würde Volkswagen im Werk Osnabrück Unterstützungsfahrzeuge für das israelische «Iron Dome»-Abwehrsystem produzieren – etwa Schwertransporter für Raketen oder Abschussplattformen.
Zwar könne das Abkommen in den nächsten Wochen unterzeichnet werden, so die Insiderquellen, doch sei noch nichts entschieden. Insbesondere, weil sich eine grosse Aktionärin der Volkswagen-Gruppe gegen die Unternehmung ausgesprochen hat: Der katarische Staatsfonds, der 10 Prozent der VW-Aktien und 17 Prozent der Stimmen hält.
Eine mögliche Option, wie die Bedenken der Katarer umgangen werden könnten, sei eine Übergabe des Werks an das Bundesland Niedersachsen, welches dann ein Joint Venture mit dem israelischen Rüstungskonzern eingehen würde, schreibt Bloomberg. Somit müsste der katarische Staatsfonds nicht direkt mit einer israelischen Rüstungsfirma zusammenarbeiten. Katar anerkennt Israel offiziell nicht als Staat.
Für Volkswagen wäre das Abkommen eine Rettung in der Not. Der Konzern kämpft seit Jahren gegen immer stärker werdende Konkurrenz aus China und die damit verbundene sinkende Nachfrage auf dem asiatischen Absatzmarkt. Das Werk Osnabrück produziert derweil das Cabriomodell des VW T-Roc, die Produktion läuft jedoch 2027 aus.
Ein Deal mit Rafael könnte den rund 2'300 Beschäftigten in Osnabrück die Stelle erhalten. Zudem würde es weiteren Abkommen mit der Rüstungsindustrie Tür und Tor öffnen, schreibt Bloomberg. VW-CEO Oliver Blume hatte bereits zuvor mehrfach angegeben, der Konzern suche nach Partnern und Investoren, um diverse unter Kapazität produzierende Werke zu erhalten und allenfalls umzufunktionieren.
Auch für Rafael käme das abkommen zu einer günstigen Zeit. Durch den durch US-Präsident Donald Trump angezettelten Iran-Krieg sind weltweit die Vorräte an Munition für Luftabwehrsysteme zur Neige gegangen. Die Nachfrage nach dem bewährten «Iron Dome»-System könne deshalb durchaus steigen, so Bloomberg. Deutschland selbst nutzt dieses System bislang nicht.
(cpf)
