Wirtschaft
Auto

Bericht: VW kurz vor Abkommen mit israelischem Rüstungskonzern

VW-Werk in Osnabrück.
Statt Chassis bald Abschussrampen? Ein Blick in das VW-Werk in Osnabrück, Deutschland. (Archivbild)Bild: imago-images

Bericht: VW kurz vor Abkommen mit israelischem Rüstungskonzern

Der Volkswagen-Konzern ist arg gebeutelt und sucht händeringend nach Lösungen. Nun soll laut Medienberichten ein Abkommen mit einem prominenten israelischen Rüstungskonzern kurz vor Abschluss stehen.
28.08.2026, 17:1128.08.2026, 17:11

Die deutsche Volkswagen-AG soll kurz vor einem Abkommen mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems und dem Bundesland Niedersachsen stehen. Dies berichtete das Wirtschaftsmedium «Bloomberg» unter Berufung auf Insider am Freitag.

Sollte der Deal zustande kommen, würde Volkswagen im Werk Osnabrück Unterstützungsfahrzeuge für das israelische «Iron Dome»-Abwehrsystem produzieren – etwa Schwertransporter für Raketen oder Abschussplattformen.

Zwar könne das Abkommen in den nächsten Wochen unterzeichnet werden, so die Insiderquellen, doch sei noch nichts entschieden. Insbesondere, weil sich eine grosse Aktionärin der Volkswagen-Gruppe gegen die Unternehmung ausgesprochen hat: Der katarische Staatsfonds, der 10 Prozent der VW-Aktien und 17 Prozent der Stimmen hält.

Eine mögliche Option, wie die Bedenken der Katarer umgangen werden könnten, sei eine Übergabe des Werks an das Bundesland Niedersachsen, welches dann ein Joint Venture mit dem israelischen Rüstungskonzern eingehen würde, schreibt Bloomberg. Somit müsste der katarische Staatsfonds nicht direkt mit einer israelischen Rüstungsfirma zusammenarbeiten. Katar anerkennt Israel offiziell nicht als Staat.

Für Volkswagen wäre das Abkommen eine Rettung in der Not. Der Konzern kämpft seit Jahren gegen immer stärker werdende Konkurrenz aus China und die damit verbundene sinkende Nachfrage auf dem asiatischen Absatzmarkt. Das Werk Osnabrück produziert derweil das Cabriomodell des VW T-Roc, die Produktion läuft jedoch 2027 aus.

Ein Deal mit Rafael könnte den rund 2'300 Beschäftigten in Osnabrück die Stelle erhalten. Zudem würde es weiteren Abkommen mit der Rüstungsindustrie Tür und Tor öffnen, schreibt Bloomberg. VW-CEO Oliver Blume hatte bereits zuvor mehrfach angegeben, der Konzern suche nach Partnern und Investoren, um diverse unter Kapazität produzierende Werke zu erhalten und allenfalls umzufunktionieren.

Auch für Rafael käme das abkommen zu einer günstigen Zeit. Durch den durch US-Präsident Donald Trump angezettelten Iran-Krieg sind weltweit die Vorräte an Munition für Luftabwehrsysteme zur Neige gegangen. Die Nachfrage nach dem bewährten «Iron Dome»-System könne deshalb durchaus steigen, so Bloomberg. Deutschland selbst nutzt dieses System bislang nicht.

(cpf)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die 20 meistverkauften E-Autos in der Schweiz 2024
1 / 22
Die 20 meistverkauften E-Autos in der Schweiz 2024
Rang 20: Volvo EX40 (468 Verkäufe).
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hagel beschädigt zahlreiche Autos
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
56 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
eichof01
28.08.2026 18:22registriert Juni 2024
Ein Grund mehr die Produkte von VW zu meiden.
2010
Melden
Zum Kommentar
avatar
Anonymous Gargamel
28.08.2026 17:36registriert Mai 2014
Mit Terroristen macht man kein Business
2317
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fanfj
28.08.2026 17:24registriert Dezember 2020
Das wird VW endgültig das Genick brechen...
2014
Melden
Zum Kommentar
56
5 Monate pro Jahr gefährdet – der Rhein wird zum Problem für die Schweizer Wirtschaft
Die Rheinschifffahrt könnte gegen Ende des Jahrhunderts wegen des Klimawandels während rund fünf Monaten pro Jahr gefährdet sein. Das berichtet der Blick.
Zur Story