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Schleichende Preiserhöhung bei Handy-Abos – Provider im Vergleich

Smartphones an Konzert/Event (Symbolbild)
Abopreise sind nicht in Stein gemeisselt. Es lohnt sich, genau hinzuschauen...Bild: imago-images.de

Diese Schweizer Handy-Abos werden schleichend teurer

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und der Internet-Vergleichsdienst Dschungelkompass haben die Preise der hiesigen Mobilfunk-Anbieter analysiert. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.
31.08.2026, 18:4502.09.2026, 20:09
«Zu einem guten Preis ein Handy-Abo abschliessen und jahrelang dabeibleiben: Das war einmal.»
Fazit der gemeinsamen Untersuchung von Dschungelkompass und der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS)

Wo ist das Problem?

Treue zahlt sich nicht aus

Langjährige Kundinnen und Kunden der Schweizer Mobilfunk-Anbieter bezahlen oft mehr als neue, da diese mit speziellen Vergünstigungen (Rabatten) umworben werden.

Seit einigen Jahren erhöhen deshalb einige Anbieter die Abopreise nach Vertragsabschluss schrittweise wieder.

Ein Beispiel:

2023 war das Abo «Giga» von Migros Mobile zu einem befristeten Aktionspreis von 29.50 Franken erhältlich. Nach Ablauf der Frist und einer Preiserhöhung kostet es heute 60 Franken. Wer neu zu Migros Mobile wechselt, kann für 25.95 Fr. das Abo «Swiss Max» abschliessen. Es kostet weniger als die Hälfte von «Giga» und bietet mehr Leistung.
quelle: dschungelkompass.ch

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Welche Anbieter drehen an der Preisschraube?

Dschungelkompass und Konsumentenschutz haben analysiert, bei welchen Anbietern die Preisunterschiede zwischen Neu- und Bestandeskunden am grössten sind.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Salt habe bisher prozentual am meisten aufgeschlagen: Wer etwa Anfang 2023 das Abo «Swiss Max» abschloss, bezahlte 23.95 Franken. Heute seien es 27.95 Franken (16.7 Prozent mehr); Salt habe den Preis in drei Schritten erhöht (siehe Tabelle unten).
  • Auch Lebara (+12.8 Prozent), Yallo (+12.5 Prozent), Sunrise (+9.3 Prozent), TalkTalk (+9.1%) und Wingo (+8 Prozent) würden durch Preiserhöhungen auffallen.
  • Und die gute Nachricht? Die folgenden Provider haben ihre Abo-Preise im Untersuchungszeitraum nicht erhöht: Aldi Mobile, Coop Mobile, Digital Republic, Galaxus Mobile, GoMo, iWay, Lidl Connect, Mucho Mobile, Post Mobile, Quickline, SAK, Spusu und Swype.

Die Vergleichs-Tabelle:

Korrigierte Tabelle zu Dschungelkompas SKS Untersuchung: Preisaufschläge für bestehende Kundschaft bei Flatrate-Handy-Abos (Sept. 2026).
Korrekturhinweis: Die Tabelle wurde um den Anbieter TalkTalk ergänzt.

Da Preiserhöhungen eine einseitige Abänderung des Vertrages bedeuten, bestehe für Betroffene grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Dieses sei bei den in der Tabelle erwähnten Preiserhöhungen auch gewährt geworden.

Die drei Mobilfunk-Netzbetreiber Salt, Sunrise und Swisscom sehen in ihren AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) vor, kein Kündigungsrecht einzuräumen, wenn eine Preiserhöhung wegen der Teuerung erfolge. Die Stiftung für Konsumentenschutz habe gegen diese Bestimmung in den AGB von Sunrise am Bezirksgericht Zürich geklagt und erstinstanzlich recht bekommen. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Was lernen wir daraus?

Oliver Zadori, Gründer des Vergleichsportals dschungelkompass.ch:

«Bei einem Neuabschluss bekommt man oft das attraktivere Abo. Doch der Preis steigt bei einigen Anbietern nach dem Abschluss durch Preisaufschläge oder dem Wegfall von befristeten Rabatten. Daher lohnt es sich, regelmässig die Angebote zu vergleichen und wenn möglich auf ein günstigeres Abo zu wechseln.»

Und wenn man nicht schon wieder den Mobilfunk-Anbieter wechseln wollte, solle man zumindest verhandeln, sagt André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft bei SKS.

«Neue Kundschaft zu gewinnen ist teuer. Die Telekomanbieter gewähren deshalb den bestehenden Kundinnen und Kunden auf Anfrage oft einen Rabatt, wenn sie sie damit halten können.»

Wer ist aktuell am günstigsten?

Das kommt auf die (mobilen) Bedürfnisse an.

Die nachfolgende Tabelle zeigt den aktuellen Stand bei Handy-Abos, die eine unlimitierte Nutzung (Telefonie, SMS, Daten) in der Schweiz bieten, eine sogenannte Flatrate.

Mit 9 Franken pro Monat liegt derzeit Quickline mit dem Abo «Mobile L» an der Spitze. Allerdings verteuert sich das Angebot nach 2 Jahren auf 29 Franken. Zudem wird beim Abschluss eine Aufschaltgebühr von 40 Franken fällig.

Unbedingt das Kleingedruckte beachten ...

Korrigierte Tabelle zu Dschungelkompass SKS: Unlimitierte Handy-Abos für die Schweiz (Sept. 2026)
Korrekturhinweis: Der Betrag bei TalkTalk wurde um 2 Fr. nach unten korrigiert.

«Die Abo-Preise sind eine Momentaufnahme, die Aktionspreise können sich jederzeit ändern», kommentiert Oliver Zadori. Der Experte rät, nicht nur auf den Preis zu achten, sondern «auch andere Kriterien wie Kundendienst, Netzqualität oder Roaming-Guthaben zu berücksichtigen».

Quellen

(dsc)

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