Diese Schweizer Handy-Abos werden schleichend teurer
Wo ist das Problem?
Treue zahlt sich nicht aus
Langjährige Kundinnen und Kunden der Schweizer Mobilfunk-Anbieter bezahlen oft mehr als neue, da diese mit speziellen Vergünstigungen (Rabatten) umworben werden.
Seit einigen Jahren erhöhen deshalb einige Anbieter die Abopreise nach Vertragsabschluss schrittweise wieder.
Ein Beispiel:
Und du?
Welche Anbieter drehen an der Preisschraube?
Dschungelkompass und Konsumentenschutz haben analysiert, bei welchen Anbietern die Preisunterschiede zwischen Neu- und Bestandeskunden am grössten sind.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Salt habe bisher prozentual am meisten aufgeschlagen: Wer etwa Anfang 2023 das Abo «Swiss Max» abschloss, bezahlte 23.95 Franken. Heute seien es 27.95 Franken (16.7 Prozent mehr); Salt habe den Preis in drei Schritten erhöht (siehe Tabelle unten).
- Auch Lebara (+12.8 Prozent), Yallo (+12.5 Prozent), Sunrise (+9.3 Prozent) und Wingo (+8 Prozent) würden durch Preiserhöhungen auffallen.
- Und die gute Nachricht? Die folgenden Provider haben ihre Abo-Preise im Untersuchungszeitraum nicht erhöht: Aldi Mobile, Coop Mobile, Digital Republic, Galaxus Mobile, GoMo, iWay, Lidl Connect, Mucho Mobile, Post Mobile, Quickline, SAK, Spusu, Swype und TalkTalk.
Die Vergleichs-Tabelle:
Da Preiserhöhungen eine einseitige Abänderung des Vertrages bedeuten, bestehe für Betroffene grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Dieses sei bei den in der Tabelle erwähnten Preiserhöhungen auch gewährt geworden.
Die drei Mobilfunk-Netzbetreiber Salt, Sunrise und Swisscom sehen in ihren AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) vor, kein Kündigungsrecht einzuräumen, wenn eine Preiserhöhung wegen der Teuerung erfolge. Die Stiftung für Konsumentenschutz habe gegen diese Bestimmung in den AGB von Sunrise am Bezirksgericht Zürich geklagt und erstinstanzlich recht bekommen. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.
Was lernen wir daraus?
Oliver Zadori, Gründer des Vergleichsportals dschungelkompass.ch:
Und wenn man nicht schon wieder den Mobilfunk-Anbieter wechseln wollte, solle man zumindest verhandeln, sagt André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft bei SKS.
Wer ist aktuell am günstigsten?
Das kommt auf die (mobilen) Bedürfnisse an.
Die nachfolgende Tabelle zeigt den aktuellen Stand bei Handy-Abos, die eine unlimitierte Nutzung (Telefonie, SMS, Daten) in der Schweiz bieten, eine sogenannte Flatrate.
Unbedingt das Kleingedruckte beachten ...
«Die Abo-Preise sind eine Momentaufnahme, die Aktionspreise können sich jederzeit ändern», kommentiert Oliver Zadori. Der Experte rät, nicht nur auf den Preis zu achten, sondern «auch andere Kriterien wie Kundendienst, Netzqualität oder Roaming-Guthaben zu berücksichtigen».
Quellen
- dschungelkompass.ch: Schleichende Preiserhöhungen bei Handy-Abos: Diese Anbieter fallen besonders auf (Medienmitteilung)
(dsc)
