WhatsApp ermöglicht neu Benutzernamen – die Vor- und Nachteile im Überblick
Nach Signal führt auch WhatsApp Benutzernamen ein, damit man auf Wunsch die Telefonnummer vor anderen verbergen kann – also vor Menschen, die die eigene Handynummer nicht kennen sollen. Zunächst lassen sich die Namen aber nur reservieren, die eigentliche Einführung soll dann in den kommenden Monaten schrittweise beginnen. Nutzende, die einen Namen reserviert haben, erhalten eine Benachrichtigung in der App, sobald die Benutzername-Funktion aktiviert worden ist.
Muss man künftig einen WhatsApp-Benutzernamen nutzen?
Benutzernamen sind optional. Niemand muss sie reservieren oder nutzen.
Es bleibt zudem genügend Zeit, um gründlich über die Sache nachzudenken. Die deutsche Verbraucherzentrale hat die Vorteile eines solchen Namens abgewogen, aber auch die Nachteile.
Was spricht für einen Nutzernamen?
Vorteile im Überblick
- Keine Klarnamenpflicht bei der Wahl des Benutzernamens: Wird ein Pseudonym als Name gewählt, wird dieser statt der Telefonnummer angezeigt.
- Reduzierte Sichtbarkeit der eigenen Handynummer in Gruppen.
- Für Kontakte, die die eigene Nummer ohnehin im Smartphone gespeichert haben und kennen, ändert sich nichts.
- Für Fremde, die die eigene Nummer dank eines Benutzernamens aber künftig nicht mehr sehen können, entfällt das Missbrauchspotenzial, also etwa die Möglichkeit, betrügerische SMS zu schicken oder Menschen in betrügerische Gruppen zu locken.
Was sind die Nachteile eines Benutzernamens?
Nachteile im Überblick
- Sichtbarkeit gegenüber WhatsApp bleibt: Die Angabe der Handynummer ist weiterhin Voraussetzung für ein WhatsApp-Konto. Durch den Benutzernamen wird man gegenüber WhatsApp und dem US-Mutterkonzern Meta nicht anonym.
- Unterm Strich könnten sogar noch mehr und sogar personenbezogene Daten für Meta herausspringen: als Benutzernamen deshalb besser ein Pseudonym wählen und nicht den echten Vor- und/oder Nachnamen.
- Es droht die plattformübergreifende Profilbildung, wenn Benutzernamen von Instagram und Facebook in WhatsApp übernommen werden, wie es Meta anbietet. Dafür wird das WhatsApp-Konto mit den eigenen Konten bei den anderen Meta-Diensten verknüpft und erleichtert dem Konzern plattformübergreifendes Tracking. Diese Option, also den Benutzernamen von Instagram bzw. Facebook übernehmen, muss man nicht nutzen und Konsumentenschützer raten davon ab.
Welche Benutzernamen kann ich wählen?
Bei der Auswahl des WhatsApp-Benutzernamens gilt:
- Er muss minimal 3 und maximal 35 Zeichen lang sein.
- Er kann aus Kleinbuchstaben (a bis z), Zahlen, Unterstrichen und Punkten bestehen.
- Er darf nicht nur aus Ziffern bestehen.
Warum sollte ich für den Benutzernamen einen Schlüssel (PIN-Code) einrichten?
Entscheidet man sich für einen Benutzernamen bei WhatsApp, raten die Konsumentenschützer in jedem Fall dazu, auch den sogenannten Benutzernamen-Schlüssel einzurichten. Dabei handelt es sich um einen PIN-Code zum Weitergeben. Über die Weitergabe kann man festlegen und kontrollieren, wer einen über den Benutzernamen kontaktieren darf. Das heisst: Sobald der Schlüssel aktiviert ist, kann man einstellen, dass man nur von Personen, die den Schlüssel kennen, kontaktiert werden kann.
Wie will WhatsApp Spam und unerwünschte Kontaktanfragen verhindern?
Um Spam und unerwünschte Kontaktanfragen zu verhindern, wird es kein öffentliches Verzeichnis der Benutzernamen zum Durchsuchen und keine Namensvorschläge (Autocomplete) geben. Man muss den exakten Namen einer Person kennen, um sie kontaktieren zu können.
Als zusätzliche Schutzmassnahme führt WhatsApp einen optionalen «Username Key» (Benutzernamen-Schlüssel) ein. Haben Nutzer diesen aktiviert, müssen Fremde diesen zusätzlichen, 4-stelligen Code kennen, um überhaupt die allererste Nachricht an den Benutzernamen senden zu können.
(dpa/t-online)

