Darum werden Apple-Geräte jetzt massiv teurer
Apple hat als Reaktion auf die im KI-Boom gestiegenen Speicherchip-Kosten wie angekündigt die Preise für viele Geräte erhöht. Betroffen sind MacBook-Laptops und iPad-Tablets sowie HomePod-Lautsprecher und die Streaming-Box Apple TV. Die iPhone-Preise liess Apple zunächst unverändert.
Das Ausmass des Aufschlags schwankt von Modell zu Modell: «Generell sind alle Kaufpreise aller Mac-Modelle um mindestens 100 Franken angehoben worden», schreibt der Apple-Blog Macprime. High-End-Modelle seien meist mindestens 300 Franken teurer geworden, wobei der maximale Preisaufschlag bei 1350 Franken liege. Bei RAM-Upgrades werde «neu teils bis zu doppelt so viel verlangt wie bisher».
In der Regel bewegt sich der Preisaufschlag laut SRF bei etwa 15 bis 25 Prozent, in Ausnahmefällen bei über 50 Prozent. «Beim iPad mini und normalen iPad betragen die Preiserhöhungen durchs Band 100 Franken», schreibt Macprime. Beim iPad Air seien die Einstiegspreise neu 150 Franken teurer. Das iPad Air mit 1 TB koste rund 250 Franken mehr als bisher.
Wie begründet Apple die Preiserhöhungen?
Apple-Chef Tim Cook hatte vor einer Woche dem «Wall Street Journal» gesagt, Preiserhöhungen seien angesichts gestiegener Kosten unvermeidlich geworden. Der gesamten Branche macht bereits seit Monaten zu schaffen, dass mit dem gross angelegten Bau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz die Speicherchip-Kapazitäten nicht ausreichen – und die Komponenten-Preise entsprechend in die Höhe schiessen.
Apple konnte bisher dank langfristiger Lieferverträge die Gerätepreise für Kunden weitgehend stabil halten. Nun hiess es vom Konzern: «Wir haben noch nie erlebt, dass die Preise für Komponenten so stark und so schnell gestiegen sind.» Die Branche stehe «vor einer beispiellosen Herausforderung».
Erhöhen auch andere Hersteller die Preise?
Einige PC-Hersteller und Spielekonsolen-Anbieter erhöhten bereits ihre Preise. Auch bei anderen grossen Elektronik-Anbietern war zuletzt zu hören, dass die Kostensteigerungen bei RAM und SSD-Speicher ein Ausmass erreicht hätten, das ohne höhere Preise für die Kunden nicht verdaut werden könne.
Die Apple-Aktie fiel im US-Handel nach der weltweiten Preiserhöhung zeitweise um rund fünf Prozent. Branchenanalyst Francisco Jeronimo vom Marktforscher IDC hob insbesondere die Verteuerung beim MacBook Neo hervor. Das Gerät ist nach IDC-Berechnungen auf Kurs, in diesem Quartal das meistverkaufte Laptop-Modell weltweit zu werden. Dass Apple auch beim Neo die Preise erhöhe, zeuge davon, dass der Konzern bereit sei, ein niedrigeres Wachstumstempo in Kauf zu nehmen, um die Profitabilität zu verteidigen.
(t-online/oli)

