Der Mann hinter Bally – und was Nicole Kidman mit ihm zu tun hat
Der Konkurs ist nicht mehr weit: Seit Juni befindet sich das Schweizer Unternehmen Bally in der Nachlassstundung. Geprüft wird, ob noch etwas gemacht werden könnte, um die Firma vor dem Ruin zu retten. Momentan ist sie Teil des Portfolios des kalifornischen Private-Equity-Unternehmens Regent.
Vor Kurzem wurden rund 30 Schuhmacher entlassen, die ihre Produktionen in Lugano in der Schweiz hatten. Bangen müssen auch die etwa 100 Angestellten in der Verwaltung, schreibt die NZZ.
Der Mann hinter Regent
Besitzer des Unternehmens Regent und damit auch von Bally ist der Kalifornier Michael Reinstein. Der Investor soll der neue Freund der Hollywood-Schauspielerin Nicole Kidman sein, denn kürzlich wurden die zwei beim Turteln in Italien gesichtet. Der Aufruhr um seine Person und seine berühmte Begleiterin hat den Amerikaner veranlasst, seinen Instagram-Kanal zu entfernen.
Reinsteins Taktik
Reinsteins Geschäftsmodell besteht darin, angeschlagene Unternehmen zu übernehmen, sie durch Insolvenzverfahren zu sanieren und anschliessend neu aufzustellen. Dabei schöpft er die Möglichkeiten des Konkursrechts konsequent aus, um die Firmen von ihren Schulden zu befreien. Mit dieser Strategie hat der Investor ein Vermögen aufgebaut.
Ein gutes Beispiel ist auch die Luxusmarke Escada, welche ebenfalls zu Regent gehört. Escada wurde in den 90ern als Hersteller von Damenmode bekannt und war besonders bei den Gutbetuchten beliebt. 2019 übernahm Reinstein das Münchener Unternehmen, 2020 ging die Firma Konkurs. Schon damals hiess es in Berichten, dass die Insolvenz bewusst herbeigeführt wurde. Vorgeworfen wurde Regent, durch den Konkurs die Abgangsentschädigungen für Angestellte umgangen zu haben.
Escada gibt es heute noch. Jedoch arbeiten nicht mehr Hunderte Angestellte für das Unternehmen, sondern nur noch rund 20 Personen. Auch bei der Übernahme des Nachrichtenportals Techcrunch wurde sämtlichen europäischen Angestellten gekündigt.
Wird es bei Bally ähnlich ablaufen?
Neben Mode- und Medienfirmen gehören zum Portfolio von Regent auch Velohersteller, Autozulieferer und bemerkenswert viele Strumpf- und Unterwäschemarken wie Wonderbra. Das Unternehmen Regent reagiert nicht auf Anfragen, schreibt die NZZ. Vermutet wird aber auch bei Bally eine ähnliche Vorgehensweise.
Regent kaufte das Unternehmen 2024 Gerüchten zufolge für einen symbolischen Franken. Vergangene Woche blockierte ein Tessiner Gericht den Verkauf von Bally an eine amerikanische GmbH. Auch ein Kaufangebot von Roberto Martullo scheiterte bislang.
Laut Experten könne ein Konkurs eine so starke Marke wie Bally nicht mindern, weswegen Regents Plan scheitern könnte. Was Regents konkrete Vision für Bally ist, bleibt derzeit unklar. Möglich wäre eine Verschlankung des Unternehmens. Ebenso denkbar ist, dass die Marke künftig gegen Lizenzgebühren an Hersteller von Schuhen und anderen Produkten vergeben wird.
(kek)
