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«Altlastenproblematik»: Raiffeisen-Chef Perin Vincenz.
«Altlastenproblematik»: Raiffeisen-Chef Perin Vincenz.Bild: KEYSTONE
Schwarzgelder

Raiffeisen-Chef sagt dem Bankgeheimnis im Inland das Ende voraus

18.05.2014, 02:3418.05.2014, 10:21

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sieht die Zukunft des Bankgeheimnisses im Inland deutlich düsterer als die Mehrheit in der Politik. Im Zeitalter des automatischen Informationsaustausches ist das heutige Bankgeheimnis seiner Meinung nach kaum mehr zu halten.

«Die Schweiz darf auch für Schweizer kein Hort für unversteuertes Geld sein», sagte Vincenz im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Auf die Frage, ob das Bankgeheimnis im Inland bleibe, sagte er: «Es wird nicht machbar sein, ein internationales Konzept wie den automatischen Informationsaustausch in der Schweiz nicht anzuwenden.» 

Allerdings müsse die finanzielle Privatsphäre geschützt bleiben, sagte Vincenz weiter. In früheren Interviews hatte sich Vincenz gegen einen automatischen Zugriff der Steuerverwaltungen auf Bankdaten ausgesprochen. Wenn sich aber die Weissgeldstrategie durchsetze und Banken auch von Schweizern kein Schwarzgeld mehr annehmen würden, mache dies einen Automatismus überflüssig, sagte er.

«Es wird nicht machbar sein, ein internationales Konzept wie den automatischen Informationsaustausch in der Schweiz nicht anzuwenden.»
Pierin Vincenz

Soweit ist es heute aber noch nicht. Der Konzernchef der bilanzmässig drittgrössten Schweizer Bank vermutet «noch einiges» Schwarzgeld von Schweizern auf Schweizer Banken. Für diese «Altlastenproblematik» müssten Lösungen gefunden werden – etwa eine Amnestie oder ein weiteres Programm für Selbstanzeigen. 

Vincenz machte vor zwei Jahren von sich reden, als er im Gegensatz zu grossen Teilen des Finanzplatzes forderte, die Schweiz solle international über den automatischen Informationsaustausch verhandeln. Mittlerweile hat die Schweiz dem Konzept im Grundsatz zugestimmt und will es dereinst gegenüber dem Ausland übernehmen.

In grossen Teilen der Politik gilt das Bankgeheimnis im Inland als Tabu – trotz der Aufweichungen der letzten Jahre gegenüber dem Ausland. Vertreter der bürgerlichen Parteien wollen es gar per Volksinitiative in der Verfassung verankern. Gleiche lange Spiesse wie ausländische Behörden fordern dagegen die kantonalen Finanzdirektoren. (kad/sda)

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