Wirtschaft
Konsum

Buitoni, Maggi, Thommy: Coop wirft 200 Nestlé-Produkte aus den Regalen

Coop wirft 200 Nestlé-Produkte aus den Regalen – mit einem konkreten Ziel

Der Detailhändler nimmt zusätzliche Produkte wie Thomy-Mayonnaise, Maggi-Würze und Buitoni-Pizzen aus dem Regal. Das Ziel: Günstigere Einkaufskonditionen.
06.04.2018, 11:2207.04.2018, 06:53
Benjamin Weinmann / Aargauer Zeitung
Coop Nestlé
Gibts nicht mehr im Coop: Diverse Nestlé-Produkte.

Coop erhöht den Druck auf den Westschweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé. «Wir können bestätigen, dass Coop weitere Produkte bis auf weiteres nicht mehr bestellt», sagt Sprecher Urs Meier. Betroffen sind inzwischen über 200 Produkte der Konzerns aus Vevey VD. Ein Augenschein in Coop-Filialen zeigt, dass unter anderem viele Thomy-Produkte wie Mayonnaise oder Tomatenpüree fehlen, sowie Maggi-Würze oder Buitoni-Pizzen.

Wie findest du die Rauswurf-Aktion von Coop?
An dieser Umfrage haben insgesamt 5096 Personen teilgenommen

Hintergrund der Eskalation sind Verhandlungen zwischen Nestlé und der europäischen Einkaufskooperation Agecore, zu der neben Coop auch fünf weitere grosse Supermarkt-Ketten wie die französische Intermarché und die deutsche Edeka gehören. Im Februar hatten die Händler mit dem Boykott begonnen. Coop verramschte 150 von 8000 Nestlé-Produkten und ersetzte sie danach nicht mehr in den Regalen.

Mehrere Gespräche zwischen Agecore und Nestlé blieben bisher offensichtlich erfolglos. Mit der neusten Eskalation rückt eine Einigung erneut in die Ferne. Coop verlangt von Nestlé «faire Einkaufspreise zu partnerschaftlichen Konditionen». Laut der Zürcher Kantonalbank erzielt Nestlé rund 2 Milliarden Franken Umsatz via Agecore. Dies entspricht rund 2 Prozent des Konzernumsatzes und rund zehn Prozent des Umsatzes in Europa.

Ein globales Thema in den Händen weniger Branchenriesen

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
110 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Cross
06.04.2018 11:50registriert November 2014
Man könnte die Nestlé Produkte auch aus anderen Gründen aus den Regalen nehmen..
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
barbablabla
06.04.2018 11:48registriert Januar 2016
Wenn Coop die Nestlé Produkte aus moralischen Gründen entfernen würde, wäre mir das noch 1000 lieber.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Homelander
06.04.2018 12:08registriert Oktober 2014
«Der Detailhändler nimmt zusätzliche Produkte wie Thomy-Mayonnaise, Maggi-Würze und Buitoni-Pizzen aus dem Regal. Das Ziel:»

Höhere Marge 😂
00
Melden
Zum Kommentar
110
ETH-Forscherin zu Kosten des Klimawandels: «Mehr als eine Coronapandemie pro Jahr»
Lint Barrage ist Professorin für Klimaökonomie an der ETH Zürich. Sie modelliert die globalen Kosten des Klimawandels und den Nutzen von Klimaschutz. Die Forscherin erklärt, wie weit die Welt vom Optimum entfernt ist, wen die Folgen am stärksten treffen und welche versteckten Kosten uns auch in der Schweiz erwarten.
Frau Barrage, Sie sind Wissenschaftlerin und beschäftigen sich täglich mit Klimaszenarien. Hat Sie dieser historische Sommer überrascht?
Dass es heisser wird, wissen wir schon lange. Wenn wir Treibhausgase in die Atmosphäre einbringen, erwärmt sich die Erde. Ich war also nicht überrascht, und trotzdem war ich schockiert. Solche Extreme im eigenen Land zu erleben, das macht etwas mit einem.
Zur Story