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Bild bewundert die Schweizer Wirtschaft

Screenshot Bild: Wie bekommt die Schweiz das hin?
Die Bild ist verwundert über die Schweizer Wirtschaft.Bild: Screenshot

Deutsche sind perplex: «Wie bekommt die Schweiz das hin?»

Deutschland ist nicht dafür bekannt, die kleine Schweiz zu bewundern. Nun tut dies aber ausgerechnet die grösste Zeitung des Landes. Und erklärt den Erfolg der Schweiz – aus deutscher Sicht.
15.07.2026, 11:4015.07.2026, 11:56
Yannick Nock / ch media

Die Klischees kennt jeder: Deutsche, welche die kleinen Schweizer nicht allzu ernst nehmen. Alles ist irgendwie lustig, hat einen Jöö-Effekt. Wenn sich Deutsche am Schweizerdeutsch versuchen, beschränkt es sich oft darauf, ein «-li» am Ende des Wortes anzuhängen.

Den Vogel abgeschossen hat vergangene Woche der ehemalige deutsche Nationaltorhüter Jens Lehmann, der den Schweizern jede Mentalität absprach. Die Nati würde ohnehin gegen Argentinien an der WM verlieren, weil alle nur Messis Trikot wollen würden. «Die Schweizer sind halt die Schweizer», sagte er mit einem süffisanten Lächeln im Fernsehen. «Es gibt in der Schweiz kaum Leute, die den grossen Sprung schaffen».

Nun kommen ausgerechnet von der grössten Zeitung des Landes aber ganz andere Töne: «Die Schweiz hängt uns ab», titelt die Bild-Zeitung – und kann es fast nicht glauben. «Wie bekommen die das hin?». Die Schweiz habe höhere Löhne, weniger Schulden und eine robustere Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf sei zudem kaufkraftbereinigt um gut ein Drittel höher, schreibt die «Bild» bewundernd.

2025 wuchs die Schweizer Wirtschaft real um rund 1,4 Prozent, die deutsche nach zwei Rezessionsjahren nur um 0,2 Prozent. «Die Schweiz kommt besser durch die Krisen», heisst es weiter. Der Abstand bleibe auch beim Lohn gross. Nach OECD-Daten lag der durchschnittliche Bruttojahreslohn 2025 in der Schweiz bei rund 107'500 Euro, in Deutschland bei etwa 66'700 Euro, rechnet die «Bild» vor. Die Schweiz sei zwar deutlich teurer, der Vorsprung bleibe aber auch kaufkraftbereinigt. Zudem seien die Steuern und Sozialabgaben tiefer.

A flag thrower performs with a Swiss flag in front of the iconic Matterhorn mountain on the Gornergrat above Zermatt, Sunday, September 14, 2014. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)
Die Schweiz wird vom grossen Nachbar bewundert.Bild: KEYSTONE

Ein weiterer Unterschied: Schweizer arbeiten im Durchschnitt auch mehr Stunden pro Woche als die Deutschen. Kein Wunder lässt Kanzler Friedrich Merz keine Chance aus zu sagen: «Wir müssen mehr arbeiten».

Das Erfolgsrezept der Schweiz

Das deutsche Medienhaus versucht sich dann auch an einem Schweizer Erfolgsrezept: «Die Schweiz setzt stärker auf Pharma, Chemie, Medizintechnik, Präzisionstechnik und Finanzdienstleistungen», heisst es. Hinzu kämen niedrigere Schulden und solide Staatsfinanzen der Schweiz.

Die «Bild» schliesst den Artikel dann auch mit einem Stich ins Herz eines jeden Deutschen: «Und sogar beim Fussball liegt die Schweiz jetzt vorn: Das Team kam bei der WM 2026 bis ins Viertelfinale. Deutschland war schon im Sechzehntelfinale raus.»

Vielleicht sollte Jens Lehmann den Artikel seiner Landsleute lesen. (schweizheute.ch)

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