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Schweizer Armee prüft Einsatz von Schiesskinos

AdA werden auf Schiessstand an der Pistole 75 ausgebildet (2011).
Lizenz: CC BY-NC-ND (https://www.mediathek.admin.ch/about/conditions)
Schweizer Soldaten werden auf dem Schiessstand an der Pistole 75 ausgebildet. (Symbolbild)Bild: VBS/DDPS

Schiessen ohne Knall: Armee prüft Einsatz von «Schiesskinos»

12.07.2026, 11:4412.07.2026, 15:15

Die Schweizer Armee prüft die Anschaffung mehrerer sogenannter Schiesskinos, realitätsnaher Trainingsanlagen, wie sie Jägerinnen und Jäger schon lange nutzen. Geschossen wird darin nicht mit echten Waffen, sondern mit Replikas. Es werden Filmszenen an die Wand projiziert, zum Beispiel von einer Wildschweinrotte auf einer Waldlichtung. Sobald darauf geschossen wird, friert das Bild ein, und das System zeigt an, wo der Schuss getroffen hat.

Ein Schiesskino in Schiesskeller des neuen Polizeigebaeude, fotografiert am Montag, 15. Dezember 2025 in Aarau. Im neuen Polizeigebaeude entstehen rund 160 moderne Arbeitsplaetze fuer die Kantonspoliz ...
Die Kantonspolizei Aargau hat bereits ein Schiesskino.Bild: Keystone

Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hat diese Woche eine öffentliche Ausschreibung für die Beschaffung mehrerer Schiesskinos lanciert. Je zwölf Schützinnen und Schützen sollen in den sogenannten «Übungs-» beziehungsweise «Kampfsimulatoren» gleichzeitig üben können. Wie viele Anlagen die Armee beschaffen will, bleibt in der Ausschreibung offen.

So sieht ein Schiesskino bei der deutschen Bundeswehr aus.Video: YouTube/Bundeswehr

Schon heute trainieren Soldatinnen und Soldaten neben dem klassischen Schiessstand auch mit Laserschusssimulatoren, die vor allem taktische Abläufe abbilden. «Bei Schiesskinos liegt der Schwerpunkt auf der realitätsnahen Waffenanwendung und der Zielbekämpfung», erklärt Armeesprecher Mathias Volken in der SonntagsZeitung. Künftig sollen alle Truppengattungen dort trainieren können. Andere Armeen, etwa die deutsche Bundeswehr, setzen solche Anlagen schon seit Jahren ein.

Mehr Lärmemissionen seit Ukrainekrieg

Neben einer besseren Ausbildung spielt bei der potenziellen Anschaffung auch der Lärm eine wichtige Rolle. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs übt die Armee häufiger auf Schiessständen, was zu deutlich mehr Lärmklagen aus der Bevölkerung geführt hat. «Das VBS ist sich der Lärmthematik bewusst und arbeitet an verschiedenen Projekten zur Reduktion der Emissionen», so Volken weiter.

In Schiesskinos lässt sich zwar ganz ohne Lärmemissionen trainieren. Trotzdem muss das VBS auch seine Schiessstände sanieren: Seit Juli 2025 gelten verschärfte Lärmschutzvorgaben, denen zahlreiche Schweizer Schiessstände noch nicht entsprechen.

«Die Ausbildung auf Simulatoren beziehungsweise in Schiesskinos trägt dazu bei, den Lärm zu reduzieren. Sie kann die Schiessausbildung mit scharfer Munition jedoch nicht vollständig ersetzen», schliesst Volken in der «SonntagsZeitung». Die Armee werde darum auch künftig mit scharfer Munition auf den Schiessplätzen üben. (val)

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Die Schusswaffen der Schweizer Armee
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