Nach Ständerats-Entscheid: 8 Grossbanken sollen Interesse an UBS-Fusion haben
Die Schweiz habe entschieden, «dass die UBS nicht willkommen ist»: So soll Colm Kelleher, der Verwaltungsratspräsident der UBS den Entscheid des Ständerats, die UBS zu 90 Prozent hartem Kernkapital zu verpflichten, quittiert haben. Darüber berichtet der «Sonntagsblick».
Die Sonntagszeitung des «Blick» weiss noch mehr. Sie berichtet, dass die UBS-Spitze derart erbost über die Regulierungsmassnahme des Ständerats ist, dass sie sich ernsthaft den Zusammenschluss mit einer anderen ausländischen Grossbank überlegt.
Konkret hätten acht global tätige Geldinstitute Interesse angemeldet, berichtet der «Sonntagsblick». Darunter seien die US-amerikanische Bank Morgan Stanley, die Deutsche Bank und die britische Standard Chartered. Ein aktueller Bericht des US-Mediums Semafor bestätige, dass die UBS-Führung diesbezügliche Gespräche aufgenommen habe.
UBS kommentiert nicht
Die Idee dahinter: Schliesst sich die UBS mit einer ausländischen Bank zusammen, könnte sie sich unter Umständen den härteren Regulierungsmassnahmen entziehen, die das Parlament im Moment am Beschliessen ist – nämlich dann, wenn sie ihren Hauptsitz von der Schweiz ins Ausland verlegen würde.
«Wir kommentieren keine Spekulationen oder Meinungsäusserungen zu diesem Thema», sagt ein Sprecher der UBS gegenüber dem «Sonntagsblick». Die Aktie der UBS hat am Freitag einen Sprung um 3,5 Prozent ins Plus gemacht. Insider vermuten, dass die Spekulationen um eine mögliche Fusion dafür verantwortlich waren.
Die Fronten zwischen der UBS und der Politik, besonders zwischen Sergio Ermotti und Karin Keller-Sutter sind seit längerer Zeit verhärtet. Die Bank habe alle Vorschläge des Bundesrats bezüglich der neuen Regulierungen abgelehnt, sagte die Finanzministerin am Samstag in einem Interview mit CH Media.
Mehr noch: Die UBS habe alle Vorschläge als «extrem» bezeichnet. Keller-Sutter sagte, die Bank sei «auf Tutti gegangen – wahrscheinlich in der Annahme, dass sie sich im Parlament ohnehin durchsetzt».
Keller-Sutter befindet zudem, dass die Bank die Schweiz nicht verlassen müsse, denn die Vorgaben seien vertretbar und für die UBS «problemlos verkraftbar». Die Bundesrätin fügt an: «Wenn sie die Schweiz verlassen würde, wäre das viel teurer und rechtlich sehr komplex.»
Die UBS-Regulierung, wie sie dem Ständerat vorschwebt, ist noch nicht beschlossene Sache. Der Nationalrat muss das Geschäft auch noch beraten.
(her/cri)
