Wirtschaft
Schweiz

Gewerkschaften forderen 1,5 Prozent mehr Lohn für alle

Gewerkschaften forderen 1,5 Prozent mehr Lohn für alle

07.09.2016, 10:1207.09.2016, 10:37

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert generelle Lohnerhöhungen bis 1.5 Prozent. Die Geschäftslage in einem grösseren Teil der Branchen sei positiv. Höhere Löhne sind gemäss den Gewerkschaftsvertretern darum mehr als verdient.

Zudem dürfte gemäss SGB die Teuerung in den kommenden Verhandlungsmonaten wieder leicht positiv sein. Von den geforderten 1.5 Prozent soll ein halbes Prozent für den Ausgleich dieser künftigen Teuerung eingesetzt werden, heisst es in der Mitteilung vom Mittwoch.

Höhere Krankenkassenprämien

Hochproblematisch sei die Entwicklung der Krankenkassenprämien. Es sei von einer Kostensteigerung von 5 Prozent auszugehen. Wenn keine Lohnzulagen für Krankenkassenprämien ausgerichtet würden, würden daher die Lebenshaltungskosten im nächsten Jahr steigen. Eine Verbesserung der Löhne sei darum nötig, argumentiert der SGB.

Es müssten in den kommenden Jahren wieder vermehrt generelle Lohnerhöhungen gewährt werden, so der SGB weiter. In den letzten 20 Jahren habe sich gezeigt, dass sich der Trend zur Individualisierung der Lohnabschlüsse für die Normalverdienenden schlecht ausgewirkt habe.

Lohnungleichheit

Die hohen und höchsten Einkommen würden nämlich überproportional zulegen. Die Lohnungleichheit steige. Das beste Mittel gegen diese Ungleichheit sei die generellen Lohnerhöhung.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund ist die grösste Arbeitnehmerorganisation der Schweiz. 16 Einzelgewerkschaften sind darin zusammengeschlossen, darunter die Unia oder auch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals. Insgesamt vertritt der SGB 380'000 Mitglieder.

Im August forderte der Arbeitnehmer-Dachverband Travail-Suisse Lohnerhöhungen von rund einem Prozent. Zu Travail.Suisse zählen elf Verbände. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der grösste Friedhof Zürichs wird zum Park. Trauert hier noch jemand?
Viele Grabfelder auf dem Friedhof bleiben heute leer. Was geschieht, wenn das Trauern dort in den Hintergrund rückt? Vier Begegnungen auf dem belebtesten Friedhof Zürichs.
Ein älterer Herr sitzt mit Kopfhörern im Ohr inmitten von historischen Gräbern auf einer Bank. Er höre einen Podcast, sagt er. Nicht weit von ihm haben sich zwei Jugendliche, kaum 16 Jahre alt, auf eine von Bäumen umgebene Bank zurückgezogen, um zu rauchen.
Zur Story