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Krankenkassenprämien steigen 2027 um bis zu 5 Prozent: Die Sonntagsnews

Bundesraetin Elisabeth Baume-Schneider sortiert ihre Papiere an der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 21. September 2026 in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird kommende Woche vermutlich einmal mehr unerfreuliche Krankenkassenprämien-Entwicklungen verkünden.Bild: keystone

Krankenkassenprämien steigen 2027 um bis zu 5 Prozent: Die Sonntagsnews

27.09.2026, 05:5427.09.2026, 05:54

Die Krankenkassenprämien dürften 2027 stärker steigen als erwartet, bürgerliche Nationalräte wollen den Kurs bei der Regulierung der UBS korrigieren und die Auswertungen für ein zweites Luftabwehrsystem sind abgeschlossen. Das berichtet die Sonntagspresse:

Krankenkassenprämien steigen um bis zu 5 Prozent

Die Krankenkassenprämien dürften 2027 laut der «NZZ am Sonntag» um 4 bis 5 Prozent steigen. Auch die «SonntagsZeitung» rechnet mit einem Anstieg von gegen 5 Prozent. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird die neuen Prämien am Dienstag bekannt geben. Sie habe die Vorgabe gemacht, dass die Bruttokosten der ambulanten Behandlungen um höchstens 4 Prozent steigen dürften. Insider gingen laut der «NZZ am Sonntag» jedoch davon aus, dass dieser Deckel überschritten werde. Für 2028 seien die Aussichten laut der «SonntagsZeitung» besser. Grund sei die vom Volk beschlossene einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (Efas). Ab 2028 müssten sich die Kantone auch an den ambulanten Gesundheitskosten beteiligen und entlasteten damit die Krankenkassen. Gesamtschweizerisch könnte dieser Effekt die Prämien um rund 2 Prozent dämpfen.

Bürgerliche Nationalräte wollen UBS-Regulierung dämpfen

Bürgerliche Nationalräte wollen laut der «NZZ am Sonntag» den Kurs bei der Grossbankenregulierung korrigieren. Mehrere Parlamentarier von FDP und SVP strebten einen neuen Kompromiss bei den Eigenkapitalvorschriften für die UBS an. FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann schlage vor, ausländische Beteiligungen zu 75 statt zu 90 Prozent mit hartem Eigenkapital zu unterlegen. Auch sein Parteikollege Marcel Dobler halte 75 Prozent für einen möglichen Kompromiss. Die SVP erwäge laut Nationalrat Thomas Matter ebenfalls einen eigenen Vorschlag. Der Ständerat hatte sich für eine Unterlegung von 90 Prozent ausgesprochen. Gleichzeitig häuften sich Spekulationen über einen möglichen Wegzug oder Zusammenschluss der UBS mit einer ausländischen Bank. Laut dem «Sonntags-Blick» hätten mindestens acht ausländische Grossbanken Interesse an einem möglichen Zusammenschluss signalisiert. Genannt würden unter anderem Morgan Stanley, die Deutsche Bank und Standard Chartered.

Offerten für neues Luftabwehrsystem abgeschlossen

Die Auswertungen der Offerten für ein zweites Luftabwehrsystem für die Schweiz sind laut «SonntagsBlick» abgeschlossen. Die militärischen und rüstungspolitischen Analysen der verbindlichen Angebote seien beendet, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Rüstung Armasuisse der Zeitung. Das Geschäft liege nun bei Rüstungschef Urs Loher und Verteidigungsminister Martin Pfister. Dieser dürfte dem Gesamtbundesrat demnächst ein System empfehlen und dessen Kauf beantragen. Armasuisse habe bei Herstellern in Frankreich, Israel und Südkorea Informationen eingeholt. Welche Anbieter verbindliche Offerten eingereicht hätten, gebe das Bundesamt nicht bekannt. Mindestens zwei Systeme stünden zur Auswahl. Mit der zusätzlichen Beschaffung reagiere der Bund auf die um fünf bis sieben Jahre verzögerte Lieferung der amerikanischen Patriot-Raketen.

Nestlé hat Kontrolle über russisches Geschäft verloren

Die jüngste Entwarnung zum Russland-Geschäft von Nestlé ist laut der «NZZ am Sonntag» nicht mit dem Konzernsitz in Vevey abgesprochen gewesen. Die Aussagen der russischen Nestlé-Gesellschaft spiegelten vielmehr die Position der von Russland eingesetzten Zwangsverwaltung wider. Damit habe die Konzernzentrale die Kontrolle über ihre sechs Fabriken in Russland bereits verloren. Nestlé habe das Russland-Geschäft jedoch nicht aufgegeben und prüfe seine Handlungsoptionen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und das Aussendepartement EDA unterstützten den Konzern auf diplomatischem Weg. Ziel sei es, Nestlé eine Darlegung seines Standpunkts gegenüber den russischen Behörden zu ermöglichen und auf eine Rücknahme der Zwangsverwaltung hinzuwirken. Experten hielten rechtliche Schritte gegen die Zwangsverwaltung oder einen Rückzug aus Russland für mögliche Optionen. Ein Zwangsverkauf wie beim französischen Konkurrenten Danone sei ebenfalls denkbar.

Swiss Olympic muss sparen

Swiss Olympic muss laut «SonntagsBlick» für 2027 ein Finanzloch von fünf Millionen Franken schliessen. Der Dachverband wolle deshalb unter anderem seine Kosten auf der Geschäftsstelle um 1,7 Millionen Franken senken und 6,6 Vollzeitstellen abbauen. Das entspreche jeder zwölften Vollzeitstelle. «Daher kommt es leider zu drei Kündigungen», sagt Swiss-Olympic-Sprecher Fabio Gramegna zur Zeitung. Den Rest könne der Dachverband über natürliche Fluktuationen einsparen. Für 2027 und 2028 sei eine «Brückenstrategie» vorgesehen, bevor ab 2029 eine längerfristige Strategie greifen solle. Die Auswirkungen auf die geplante Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2038 seien noch nicht absehbar. Bei mehreren Sportverbänden sorge die Finanzlage zusammen mit dem geplanten neuen Fördermodell für Unmut. Swiss Curling drohe eine Halbierung der Beiträge, während Swiss Equestrian mit jährlich gut 250'000 Franken weniger rechne. Das Sportparlament werde im November über das Vorgehen befinden.

Ems-Chemie mahnt Fabian Molina ab

Der Rechtsdienst von Magdalena Martullo-Blochers Ems-Chemie hat laut der «SonntagsZeitung» SP-Nationalrat Fabian Molina wegen Aussagen zum Russland-Geschäft des Konzerns abgemahnt. Das Unternehmen werfe Molina in einem Brief vor, im Parlament «wissentlich falsche und rufschädigende Behauptungen» verbreitet zu haben. Molina habe unter Verweis auf einen Artikel der «Republik» erklärt, die Ems-Tochter Eftec beliefere von Russland aus sanktionierte Rüstungsfirmen mutmasslich. Die «Republik» habe dies jedoch nicht als Tatsache dargestellt, sondern Indizien für entsprechende Geschäfte aufgeführt. Ems-Chemie bestreite die Vorwürfe und erkläre, weltweit nicht im Rüstungsgeschäft tätig zu sein. Molina halte an seinen Aussagen fest. «Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Konzern versucht, Parlamentarier mundtot zu machen, um kritische Fragen zu verhindern. Ich würde die Frage deshalb sicher wieder so stellen», sagte Molina der Zeitung.

Kritik an Schwärzungen im Mengele-Dossier

Das kürzlich freigegebene Mengele-Dossier des Nachrichtendienstes enthält laut der «NZZ am Sonntag» nach Einschätzung mehrerer Fachleute kaum neue Erkenntnisse. Es gebe keine stichhaltigen Beweise dafür, dass der NS-Kriegsverbrecher Josef Mengele 1961 nach Kloten gereist sei. Mehrere Forschende hielten einen solchen Besuch für unwahrscheinlich oder nahezu ausgeschlossen. Auch die Schwärzungen im Dossier behinderten die historische Forschung nach Einschätzung des Mengele-Forschers Sven Keller nicht. Kritik an den Schwärzungen gebe es dennoch aus grundsätzlichen Erwägungen. Historiker befürchteten einen Präzedenzfall für den künftigen Zugang zu Archivdokumenten. Das Dossier hat auch international grosse Aufmerksamkeit ausgelöst. Ausländische Journalisten spekulierten laut dem Historiker Gérard Wettstein weiterhin über eine mögliche Verbindung zwischen Altnazis um Mengele und Schweizer Behörden.

Bis zu 12 Ferientage für freiwilliges Engagement

Der Kanton Waadt gewährt seinen freiwillig engagierten Staatsangestellten laut «Le Matin Dimanche» bis zu zwölf bezahlte Urlaubstage pro Jahr. Diese könnten für die Mitwirkung bei der Organisation internationaler Sportveranstaltungen oder von Anlässen mit mehr als 5000 Teilnehmenden bezogen werden. Die Regelungen zur Entschädigung von Freiwilligenarbeit unterschieden sich in der Westschweiz erheblich. Waadt sei der einzige Westschweizer Kanton, der freiwilliges Engagement bei grossen Sportveranstaltungen formell mit einem eigens dafür vorgesehenen bezahlten Urlaub anerkenne. (sda)

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