Wirtschaft
Schweiz

Für 9 Stutz von Basel nach Zürich: Firma beantragt Konzession für Buslinien

Für 9 Stutz von Basel nach Zürich: Firma beantragt Konzession für Buslinien

04.01.2017, 17:2704.01.2017, 18:11

Ein Busunternehmen aus dem Kanton Zürich will in der Schweiz Fernbus-Linien betreiben. Es hat drei Gesuche eingereicht für eine Ost-West-Verbindung sowie Verbindungen zwischen Basel und dem Wallis respektive Basel und dem Tessin.

Domo Reisen will die Strecke St. Gallen – Genf zwei Mal pro Tag und Richtung bedienen. Von Basel via Vevey VD bis Brig VS soll pro Tag ein Bus pro Richtung fahren. Ebenfalls ein Kurspaar ist von Basel via Zürich über den Gotthard nach Chiasso geplant. Vor Kurzem hat Domo Reisen die Konzessionen beim Bundesamt für Verkehr (BAV) beantragt.

«Preise durchkalkuliert»

Patrick Angehrn, Leiter Linienbusverkehr bei Domo Reisen, bestätigte eine Meldung von blick.ch vom Mittwoch. Die Fahrpreise werden etwa halb so hoch sein wie bei der SBB mit Halbtax, wie Angehrn sagte. Ein einfaches Billett von Zürich nach Bern soll ab zwölf Franken zu haben sein, eine Fahrkarte Basel – Zürich gar ab neun Franken.

«Wir haben die Preise durchkalkuliert», sagte Angehrn. «Bei genügender Auslastung verdienen wir trotz Schweizer Löhnen und Abgaben.» Die genauen Fahrpreise und die Grösse der eingesetzten Busse hingen von der Nachfrage ab. Gefahren werde, sobald die Konzession vorliege. «Aber sicher noch in diesem Jahr», sagt Angehrn.

Die Busse wird das Unternehmen mit Sitz in Glattbrugg ZH, das bereits Linienbusse ins Ausland betreibt, laut seinen Angaben noch beschaffen müssen. Grund sei die Vorschrift, dass öffentliche Busse in der Schweiz für Behinderte zugänglich sein müssten, so Angehrn. Sobald grünes Licht aus Bern kommt, werden Fahrzeuge beschafft.

Schweizer Premiere

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigte den Eingang der Konzessionsgesuche. Zurzeit werde abgeklärt, ob das Unternehmen die Voraussetzungen für den Linienverkehr erfülle, sagte Sprecher Gregor Saladin. Danach würden die betroffenen Kantone und Verkehrsunternehmen angehört.

Entscheidend werde sein, ob das geplante Angebot bestehende Linien wesentlich beeinträchtige. Ein Kabotage-Verbot, dem zum Beispiel das deutsche Unternehmen Flixbus in der Schweiz untersteht, gebe es für eine schweizerische Anbieterin indes nicht, sagte Saladin.

Mit dem Recht, Buslinien zu betreiben, erhielte Domo Reisen auch Pflichten: Ein Fahrplan muss publiziert und die angekündigten Fahrten müssen durchgeführt werden. Und Menschen mit Behinderungen müssen die Busse grundsätzlich selbstständig benutzen können.

GA und Halbtax-Abo gültig?

Die Frage, ob die Anerkennung von GA und Halbtax-Abonnement ebenfalls eine Voraussetzung für die Erteilung einer Konzession ist, ist für das Bundesamt noch offen. Präzedenzfälle gebe es nicht, sagte Saladin. Domo Reisen sei das erste Schweizer Unternehmen, das Konzessionen für einen Fernbusbetrieb beantragt habe.

Abgesehen von grenzüberschreitenden Linien gab es in der Schweiz bisher nur saisonale Fernbus-Angebote, etwa von Flughäfen in Skigebiete. Angebote wie der Schnellbus «Tellbus», der Luzern mit Altdorf UR verbindet, werden von lokalen Verkehrsbetrieben betrieben, in Zusammenarbeit mit der SBB. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
KI-Anfragen bringen Schweizer Behörden an den Anschlag – die Sonntags-News
Die Migros prüft eine Gewinnbeteiligung für ihre Genossenschafter, der Geheimdienst stoppt ein 95'000 Franken teures Geschichtsbuch und Opfer von Crans-Montana verlangen eine teilweise Zwangsverwaltung der Gemeinde. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Die Migros will nach Informationen der «NZZ am Sonntag» künftig einen Teil ihres Gewinns direkt an ihre Genossenschafterinnen und Genossenschafter ausschütten. Mit diesem Schritt will die Detailhändlerin ihre Mitglieder für ihre Zukunftsvision einer Einheitsgenossenschaft gewinnen, wie die Zeitung schrieb. Die «NZZ am Sonntag» sprach nach eigenen Angaben mit knapp einem Dutzend Migros-Kadermitgliedern. Das Projekt Gewinnbeteiligung sei erstmals in der «Vision 2035» angedeutet worden. Es gehe deutlich über das Cumulus-Treueprogramm hinaus. Das Vorhaben wäre ein schlagendes Argument für die Zustimmung zur Einheitsgenossenschaft, schrieb die Zeitung. Doch sei noch unklar, ob das Projekt bis zur Urabstimmung spruchreif ist.
Zur Story