Extremes Klima auf Exoplaneten spricht für fehlende Atmosphäre
Tagsüber weit über 100 und nachts bis zu -200 Grad Celsius: Das erstmals gemessene Klima zweier erdähnlicher Exoplaneten deutet darauf hin, dass diese keine dichten Atmosphären besitzen. Das hat ein internationales Forschungsteam mit Berner und Genfer Beteiligung herausgefunden.
Der Temperaturunterschied spricht für eine fehlende Energieumverteilung zwischen der Tag- und Nachtseite, wie die Universitäten Bern und Genf am Montag mitteilten – was wiederum eine fehlende Atmosphäre bedeuten dürfte. Diese Erkenntnis sei wichtig, weil gemässigte Temperaturen einen erheblichen Einfluss auf die potenzielle Bewohnbarkeit der Planeten hätten.
Die zwei untersuchten Planeten gehören zum Planetensystem Trappist-1, das vor zehn Jahren entdeckt wurde. Es handelt sich dabei um ein System mit sieben teils erdähnlichen Planeten, die denselben Stern – einen sogenannten Roten Zwerg – umkreisen.
Anlässlich dieses Entdeckungs-Jubiläums beobachtete das Forschungsteam die Planeten Trappist-1b und Trappist-1c während 60 Stunden mit dem James-Webb-Weltraumteleskop. Auch der Nationale Forschungsschwerpunkt PlanetS war am Projekt beteiligt, wie es in der Mitteilung hiess. Den Forschenden sei es in diesem Rahmen zum ersten Mal gelungen, das Klima von erdgrossen Planeten zu kartieren.
Sterne beeinflussen deren Planeten
Im Fokus standen die beiden dem Stern am nächsten gelegenen Planeten. Deren fehlende Atmosphäre untermauere die Theorie, dass intensive Strahlung und energiereiche Auswürfe von Roten Zwergen die Entwicklung von Planeten, die diesen Sternentyp umkreisen, massgeblich beeinflussen.
Die Forschung konzentriert sich nun auf einen weiter entfernten Planeten des Systems. Theoretische Modelle zeigen, dass die äussersten Planeten des Systems eine Atmosphäre besitzen könnten, wie die beiden Universitäten ausführten.
Rote Zwerge machen laut der Mitteilung mehr als 75 Prozent der Sterne in unserer Galaxie aus. In diesen Systemen seien kleine, erdähnliche Planeten weit verbreitet. Lebensfreundliche Bedingungen bieten sie aber nicht unbedingt, wie auch diese Studie zeigt. Sie wurde in der Fachzeitschrift «Nature Astronomy» veröffentlicht. (sda)
