Wissen
Forschung

Eigenartige Gesteinsplatten verwirren Geologen – kommen sie aus dem All?

Riesige Mineralplatten unter Afrika stellen Geologen vor Rätsel – kommen sie aus dem All?

26.03.2021, 11:3826.03.2021, 12:30

In der Wissenschaft ist man sich generell einig, dass unser Mond durch einen Zusammenstoss der Erde mit einem anderen Planeten vor über vier Milliarden Jahren entstand. Dieser zweite Planet erhielt den Namen Theia. Doch könnte es sein, dass Theia noch andere Spuren auf der Erde hinterlassen hat?

Unter Afrika und unter dem Pazifischen Ozean befinden sich nämlich zwei Kontinent-grosse Gesteinsplatten, die irgendwie nicht so richtig zur umliegenden Umgebung passen wollen. «Es handelt sich um die grössten Platten im Erdmantel», sagt Forscher Qian Yuan von der Arizona State University.

Tatsächlich verlangsamen sich zum Beispiel nach einem Erdbeben die seismischen Wellen, sobald sie auf die beiden Platten treffen. Das ist ein klarer Hinweis auf eine andere chemische Zusammensetzung.

Gesteinsplatten unter Afrika könnten von einem anderen Planeten stammen.
Der Mond entstand wahrscheinlich durch den Zusammenprall der Erde mit einem anderen Planeten – Theia.Bild: shutterstock

Stammen sie von einem anderen Planeten?

Bisher wurden besonders zwei Theorien zu den beiden Platten verfolgt. So könnten sich diese Platten aus einem uralten Magma-Becken in der Erde herauskristallisiert haben. Oder es handelt sich dabei um Überreste des alten Erdmantels, die den Zusammenstoss mit Theia intakt überstanden haben.

Qian Yuan hat eine andere Erklärung: Es könnte sich dabei um Teile von Theia selbst handeln. «Diese verrückte Idee ist zumindest möglich», so der PhD-Student zum «Science Magazine». Er ist der Erste, der diese Idee mit Argumenten untermauern kann.

So ist aus Proben bereits klar, dass diese Platten mindestens alt genug sind, um vom Zusammenprall mit Theia stammen zu können. Zudem spricht auch die Grösse der Platten für diese Theorie. Wenn sie von einem anderen Planeten stammen, muss dieser riesig gewesen sein, was ebenfalls auf Theia passen würde. Es könnte also sein, dass sich unter Afrika und unter dem Pazifischen Ozean Überreste des Mondmachers befinden. (leo)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wenn die Planeten am Nachthimmel so nah wie der Mond wären
1 / 11
Wenn die Planeten am Nachthimmel so nah wie der Mond wären
Das vertraute Bild: Unser Trabant steht am Nachthimmel, hier über dem Bundeshaus in Bern. Durchmesser: 3474,2 kmMittlere Distanz zur Erde: 384'400 km
quelle: watson/keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Wie KI die Menschheit auslöschen könnte – 6 Szenarien
Die Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz werfen Fragen auf. Selbst die Entwickler warnen davor, dass KI die Menschheit auslöschen könnte.
Lange wurde künstliche Intelligenz (KI) belächelt – doch dann kam ChatGPT. Seit die Firma OpenAI im November 2022 dieses sogenannte Large Language Model (LLM, grosses Sprachmodell) lanciert hat, kommt man immer weniger um die KI herum. Mittlerweile melden sich immer mehr Stimmen, die sie als Bedrohung sehen – und zu diesen Warnern zählen ausgerechnet einige der Leute, die die Entwicklung der KI an vorderster Front vorantreiben. Es gibt indes auch Stimmen, die diesen Warnern andere Motive unterstellen – etwa, dass sie künftigen Schadenersatzforderungen zuvorkommen möchten oder Marketing für die Fähigkeiten ihrer KI-Modelle betreiben.
Zur Story