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Saturnmond Enceladus: Neue Studie zeigt, wie dort Leben entstehen könnte

This illustration shows Saturn's icy moon Enceladus with the plume of ice particles, water vapor and organic molecules that sprays from fractures in the moon's south polar region.
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Enceladus: Der Saturnmond ist von Eis bedeckt. (Darstellung computergeneriert)Bild: NASA/JPL-Caltech
Science-News

«Verblüffend»: Gibt es Leben auf Enceladus? Neue Studie macht Hoffnung

Enceladus ist einer der wenigen Orte in unserem Sonnensystem, deren Bedingungen die Entstehung von Leben zulassen. Die Ergebnisse einer neuen Studie überraschen Forscher.
26.09.2026, 22:1926.09.2026, 22:19
Ein Artikel von
t-online

Der Eismond Enceladus des Planeten Saturn könnte einer Studie zufolge lebensfreundlicher sein als bisher angenommen. Ein Forscherteam hat in Laborexperimenten nachgewiesen, dass bestimmte Mikroorganismen in dem unter Eis verborgenen Ozean des Mondes überleben könnten. An den Experimenten war auch ein Team mit Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Universität Regensburg und der Freien Universität Berlin beteiligt.

Es ist bereits bekannt, dass der Saturnmond einer der Orte in unserem Sonnensystem ist, deren Bedingungen die Entstehung von Leben zulassen. «Enceladus gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach ausserirdischem Leben», sagte die Erstautorin der Studie, Vanessa Helmbrecht, laut LMU-Mitteilung.

«Unsere Experimente zeigen, dass seine einzigartige Geochemie Bedingungen schaffen könnte, die für mikrobielles Leben noch günstiger sind, als wir bisher angenommen hatten.»

Bedingungen unter der Eiskruste nachgebildet

Forscher vermuten, dass unter der eisigen Kruste des Mondes ein globaler Ozean aus flüssigem Wasser sowie ein tiefer liegender Gesteinskern existieren. Anhand von Experimenten haben die Forscher nun herausgefunden, dass – und wie – bestimmte Mikroorganismen dort überleben könnten.

Das Team bildete dafür im Labor die Bedingungen auf dem Meeresboden des Saturnmondes nach und entdeckte dabei, dass Wasserstoff konsumierende und Methan produzierende Urbakterien – sogenannte Archaeen – mit dieser unwirtlichen Umgebung zurechtkommen. Bisher hatte man angenommen, dass eine solche Umgebung tödlich für diese anaeroben einzelligen Organismen ist.

This artist's rendering showing a cutaway view into the interior of Saturn's moon Enceladus. NASA's Cassini spacecraft discovered the moon has a global ocean and likely hydrothermal act ...
So dürfte der innere Ozean zwischen dem Planetenkern und der dicken Eisschicht etwa aussehen.Bild: NASA/JPL-Caltech

Für die Studie, die nun in der Fachzeitschrift «Science Advances» erschien, bauten die Fachleute eine spezielle Kammer, um die Verhältnisse auf Enceladus nachzubilden. Die Sauerstoffkonzentration darin war extrem niedrig. Sie war etwa 10'000-mal geringer als in der Erdatmosphäre. Unter diesen Bedingungen simulierten die Forscher sowohl den alkalischen Ozean des Mondes als auch seinen felsigen Meeresboden.

Anschliessend setzten sie Methanothermococcus okinawensis ein. Das ist ein Archaeon, das auf der Erde in der Tiefsee lebt. Zur Energiegewinnung benötigt dieser Einzeller den Angaben zufolge lediglich die Gase Wasserstoff (H2) und Kohlendioxid (CO2). Dies gilt den Angaben zufolge als einer der ursprünglichsten Stoffwechselwege, die heute noch bei Lebewesen auf der Erde vorkommen.

Forscher sind von Ergebnissen überrascht

«Die Ergebnisse waren verblüffend: Der Organismus wuchs in der Enceladus-Simulation weiter und produzierte Methan unter Verwendung von Wasserstoff, der durch Wasser-Gesteins-Reaktionen erzeugt wurde», teilte die LMU mit.

Denn eine der grössten Herausforderungen für potenzielles Leben auf Enceladus sei die extrem niedrige Konzentration von Kohlendioxid, die durch den hohen pH-Wert des Ozeans verursacht werde. Das Team konnte nachweisen, dass sich das Archaeon daran anpassen und mithilfe seines einzigartigen Stoffwechsels die winzigen Mengen an verfügbarem CO2 nutzen konnte.

This Feb. 17, 2005 image made available by NASA shows plumes of water ice and vapor from the south polar region of Saturn's moon Enceladus. The activity is understood to originate from the moon&# ...
Südpol des Saturnmondes Enceladus: Geysire schleudern Wasserdampf und Eiskörner Hunderte Kilometer hoch ins Weltall. (Archivbild)Bild: AP/NASA

«Unsere Studie beweist nicht, dass es Leben auf Enceladus gibt», betonte der Geobiologe William Orsi, korrespondierender Autor der Studie. «Aber sie zeigt, dass wesentliche geochemische Merkmale dort eine der ältesten Stoffwechselformen des Lebens ermöglichen könnten.»

Die Suche nach Leben auf Enceladus soll jetzt weitergehen: Die Europäische Weltraumorganisation Esa hatte den Angaben zufolge kürzlich bekanntgegeben, bei ihrer für das Jahr 2042 geplanten Mission «L4» Proben aus den Fontänen entnehmen zu wollen, die von Geysiren durch die Eiskruste ins All geschleudert werden. Darin könnte dann nach mikrobiellem Leben gesucht werden.

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