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Das waren die tödlichsten und kostspieligsten Erdbeben seit 2000

Residents and rescue workers search through the rubble of a building that collapsed in an earthquake in Caracas, Venezuela, Thursday, June 25, 2026. (AP Photo/Ariana Cubillos)
Venezuela Earthquake
Total zerstörte Häuser in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.Bild: keystone

Das waren die tödlichsten und kostspieligsten Erdbeben im 21. Jahrhundert

Im 21. Jahrhundert haben sich schon über 900 schwere Erdbeben ereignet. Mit Stärken von 7,5 und 7,2 und über 10'000 möglichen Todesopfern könnten die Erdbeben in Venezuela zu den schlimmsten Naturkatastrophen der letzten 26 Jahre gehören. Die Übersicht.
25.06.2026, 18:4325.06.2026, 18:43

Erdbeben sind auf unserem Planeten alltäglich. Immer wieder kommt es zu kleineren Erschütterungen und auch grössere Beben sind keine Seltenheit. Im 21. Jahrhundert kam es bereits zu 922 Beben mit einer Stärke von 7,0 oder mehr oder mit mindestens einem Todesopfer. An den Grenzen der Kontinentalplatten ist die Gefahr grosser Erdstösse besonders hoch, wie die Karte der schwersten Erdbeben im 21. Jahrhundert eindrücklich zeigt.

Die beiden Erdbeben mit einer Magnitude von 7,5 und 7,2 in Venezuela traten innerhalb von rund 39 Sekunden entlang einer tektonischen Bruchstelle auf, an der mehrere Erdplatten aneinander stossen. Insbesondere die karibische Platte und die südamerikanische Platte bewegen sich am Nordrand des südamerikanischen Kontinents gegeneinander, was immer wieder zu kleineren Erdbeben führt. Die jüngsten Erdbeben waren gemäss Experten jedoch die stärksten in der Region seit rund 100 Jahren.

Noch ist die Lage unübersichtlich. Die Behörden sprechen von bislang 165 Todesopfern und über 1000 Verletzten. Laut Suchlisten in den Sozialen Medien gelten am Tag nach der Katastrophe noch rund 14'000 Menschen als vermisst. Die Daten lassen sich allerdings schwer verifizieren. Trotzdem dürften die Beben in Venezuela zu den verheerendsten im 21. Jahrhundert gehören.

Die tödlichsten Erdbeben

1. Erdbeben in Haiti 2010

316'000 Tote

Am 12. Januar 2010 erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7,2 den Karibikstaat Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt. Bei der Katastrophe sterben laut der haitianischen Regierung 316'000 Menschen. 1,5 Millionen verlieren ihr Dach über dem Kopf. Die Hauptstadt Port-au-Prince, in deren Nähe das Epizentrum liegt, wird fast komplett zerstört.

This photo provided by the United Nations, a hillside view shows the destruction, Sunday, Jan. 17, 2010, in Port-au-Prince, Haiti, following a 7.0 earthquake which struck the area Jan. 12. (AP Photo/U ...
Bild: AP United Nations

2. Erdbeben im Indischen Ozean 2004

227'898 Tote

Ein Seebeben mit einer Magnitude von 9,1 und einem Epizentrum 85 Kilometer vor der indonesischen Insel Sumatra löst am 26. Dezember 2004 eine Reihe von Tsunamis aus, denen fast 230'000 Menschen zum Opfer fallen. In den Küstengebieten sind Einheimische und Touristen den Monsterwellen schutzlos ausgeliefert.

Destroyed houses are seen in Banda Aceh, Indonesia Monday, Dec. 27, 2004. Dozens of bloated bodies littered the streets of Banda Aceh city Monday as soldiers and volunteers searched for survivors of a ...
Bild: AP

3. Erdbeben in Sichuan 2008

87'589 Tote

Am 12. Mai 2008 bebt in der zentralchinesischen Provinz Sichuan die Erde. Das Epizentrum des Bebens mit einer Magnitude von 7,9 liegt nur etwa 75 Kilometer nordwestlich der Millionenstadt Chengdu und in geringer Tiefe, was zu grossen Schäden führt. 5,8 Millionen Menschen werden obdachlos, 87'589 sterben.

epa01364662 Parents and loved ones mourn for children that perished in the 12 May 2008 earthquake at the Xinjian Primary School, where about 300 students died according to parents, in Dujiangyan, Sich ...
Bild: EPA

4. Erdbeben in Kaschmir 2005

87'351 Tote

Ein Erdbeben der Stärke 7,6 macht am 8. Oktober 2005 in der von Pakistan verwalteten Region Asad Kaschmir einen etwa 100 km langen Bruch auf, entlang dessen fast alle Gebäude zerstört werden. Zahlreiche Dörfer werden buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. 87'351 Tote sind zu beklagen, 780'000 Gebäude werden zerstört.

Pakistani earthquake survivors walk towards the ground to attend prayers of Eid al-Fitr, a major Muslim holiday, Friday, Nov. 4, 2005 in Balakot, Pakistan. Survivors of Pakistan's killer quake ga ...
Bild: AP

5. Erdbeben in der Türkei und Syrien 2023

62'013 Tote

Ein Beben der Stärke 7,8 erschüttert am 6. Februar 2023 das türkisch-syrische Grenzgebiet, wenige Stunden später folgt ein weiteres Beben der Stärke 7,5. Über 62,000 Tote werden geborgen und mehr als 78'100 Verletzte registriert. Ausserdem werden Tausende Gebäude zerstört, darunter auch zwei Spitäler in der Türkei. Starke Niederschläge und Kälte erschweren zudem die Rettungsarbeiten, die sich übere mehrere Tage erstrecken.

epa10458503 A picture taken with a drone shows the destruction following a powerful earthquake in the city of Kahramanmaras, Turkey, 10 February 2023. More than 21,000 people have died and thousands m ...
Bild: keystone

6. Erdbeben von Bam 2003

26'271 Tote

Am frühen Morgen des 26. Dezember 2003 verwüstet ein Beben der Stärke 6,6 die Region um die historische Stadt Bam in der südiranischen Provinz Kerman. In der 100'000-Einwohner-Stadt an der Seidenstrasse fallen die meisten Lehmziegelbauten in sich zusammen und begraben über 25'000 Menschen unter sich.

Arg'e Bam, a 2000-year-old site which was one of the main historical centres and tourist attractions in Iran, was destroyed by the 6.3 degree quake which shook the city of Bam in southeast Iran o ...
Bild: EPA

7. Tohoku-Erdbeben 2011

20'852 Tote

Das Seebeben vor der japanischen Region Tohoku am 11. März 2011 geht als grösste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl in die Geschichte ein. Mit einer Stärke von 9,1 löst das Beben zunächst mehrere Tsunami-Wellen aus, die auf einer Fläche von mehr als 500 km² die japanische Pazifikküste überfluten. Fast 21'000 Menschen verlieren ihr Leben, rund 400'000 Gebäude werden vollständig zerstört. Nachdem das Kernkraftwerk Fukushima von einer 14 Meter hohen Welle getroffen worden ist, kommt es dort zu mehreren Unfällen und dem Austritt von Radioaktivität.

epa04103720 (FILE) A file picture dated 11 March 2011 shows houses swept up by a tsunami in the Miyagi Prefecture city of Natori, Japan, after an earthquake hit Japan 11 March 2011. The third annivers ...
Bild: EPA/AFLO / EPA FILE

8. Erdbeben in Gujarat 2001

20'085 Tote

Am 26. Januar 2001, am Morgen des indischen Tags der Republik, erschüttert ein Beben der Stärke 7,7 den indischen Bundesstaat Gujarat. Durch die lockeren Sedimentböden können die seismischen Schwingungen eine besonders destruktive Wirkung entfalten: Mehr als 20'000 Menschen sterben, 166'836 werden verletzt.

Mohin Ali Mohamad, 22, sits in front of the bodies of his father and sister, wrapped together for burial in Bhuj, India Tuesday, Feb, 6, 2001. Hundreds of thousands of people are either homeless or li ...
Bild: AP

9. Erdbeben in Nepal 2015

9018 Tote

Im Frühling 2015 ereignen sich in Nepal gleich mehrere grosse Erdbeben. Das erste und stärkste mit einer Magnitude von 7,8 erschüttert am 25. April das Land. Am stärksten betroffen sind das Kathmandutal und in der Nähe liegende Täler, wo viele Menschen unter den Trümmern von einstürzenden Häusern oder unter Gerölllawinen begraben werden. 9018 verlieren ihr Leben, 22'300 werden verletzt.

Police remove temporary houses in a quake victims' shelter in downtown Kathmandu, Nepal, Tuesday, March 14, 2017. Police tore down hundreds of temporary homes in the Nepalese capital where people ...
Bild: AP

10. Erdbeben von Yogyakarta 2006

5782 Tote

Am 27. Mai 2006 lässt ein Erdbeben im Sultanat Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java böse Erinnerungen an den verheerenden Tsunami von 2004 aufkommen. Da es ein Landbeben ist und die Stärke mit 6,3 deutlich geringer ausfällt, kommt es aber nicht zur Bildung von Monsterwellen. Trotzdem kommen bei der Katastrophe 5782 Menschen ums Leben, 350'000 Gebäude werden zerstört oder beschädigt.

Indonesian villagers search for their belongings in Bantul district, south of Yogyakarta in Central Java, Indonesia on Monday, 29 May 2006. Emergency aid began arriving in earthquake-devastated Java M ...
Bild: EPA

Die stärksten Erdbeben

Nicht immer sind die stärksten Erdbeben auch die verheerendsten. Bei den drei Erdbeben vor Sumatra in den Jahren 2005, 2007 und 2012 entstanden trotz der hohen Bebenstärke jeweils Tsunamis mit einer maximalen Wellenhöhe von rund einem Meter, die nur geringen Schaden anrichteten.

Allgemein hängt die Opferzahl einerseits von physischen (Magnitude, Dauer, Entfernung vom Epizentrum), andererseits von menschlichen Faktoren (Siedlungsdichte, vorherrschende Bauweise, Schutzmassnahmen) ab.

  1. Erdbeben im Indischen Ozean 2004
    Magnitude 9,1 – 227'898 Tote
  2. Tohoku-Erdbeben 2011
    Magnitude 9,0 – 20'852 Tote
  3. Erdbeben in Chile 2010
    Magnitude 8,8 – 550 Tote
  4. Erdbeben vor Kamtschatka 2025
    Magnitude 8,8 – 1 Toter
  5. Erdbeben vor Sumatra 2005
    Magnitude 8,6 – 1313 Tote
  6. Erdbeben vor Sumatra 2012
    Magnitude 8,6 – 10 Tote
  7. Erdbeben vor Sumatra 2007
    Magnitude 8,5 – 25 Tote
  8. Erdbeben vor Peru 2001
    Magnitude 8,4 – 145 Tote
  9. Erdbeben von Coquimbo 2015
    Magnitude 8,3 – 20 Tote
  10. Erdbeben von Tokachi 2003
    Magnitude 8,3 – 2 Tote

Die kostspieligsten Erdbeben

Wie hoch die Kosten sein werden, welche die beiden Erdbeben Venezuela verursacht haben, ist noch schwer abzuschätzen. Bilder aus dem betroffenen Gebieten zeigen, dass mehrere Häuser komplett eingestürzt sind. Seit der Jahrtausendwende waren es vor allem Beben in reicheren Ländern (Japan, China, USA, Neuseeland, Italien), die extrem hohe Kosten verursachten.

  1. Tohoku-Erdbeben 2011 (JPN)
    360 Milliarden US-Dollar
  2. Erdbeben in Syrien und der Türkei (TUR/SYR)
    163,3 Milliarden US-Dollar
  3. Erdbeben in Sichuan 2008 (CHN)
    130 Milliarden US-Dollar
  4. Northridge-Erdbeben 1994 (USA)
    40 Milliarden US-Dollar​
  5. Chuetsu-Erdbeben 2004 (JPN)
    40 Milliarden US-Dollar
  6. Kobe-Erdbeben 1995 (JPN)
    30 bis 200 Millionen US-Dollar​
  7. Christchurch-Erdbeben von 2011 (NZL)
    27,9 Milliarden US-Dollar
  8. Kumamoto-Erdbeben 2016 (JPN)
    24 bis 46 Milliarden US-Dollar
  9. Erdbeben in Sikkim 2011 (IND)
    22,3 Milliarden US-Dollar
  10. Irpina-Erdbeben 1980 (ITA)
    20 Milliarden US-Dollar
  11. Erdbeben von Spitak 1988 (ARM)
    16,2 Milliarden US-Dollar
  12. Erdbeben von L’Aquila 2009 (ITA)
    16 Milliarden US-Dollar
  13. Erdbeben in Norditalien 2012 (ITA)
    15,8 Milliarden US-Dollar
  14. Erdbeben im Indischen Ozean 2004 (IND)
    15 Milliarden US-Dollar​
  15. Erdbeben in Chile 2010 (CHL)
    15 Milliarden US-Dollar

(Quelle: Wikipedia)

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Doppeltes Erdbeben in Venezuela
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Doppeltes Erdbeben in Venezuela

In Venezuela haben sich am Donnerstag, 25. Juni 2026, zwei Erdbeben innerhalb weniger Minuten ereignet.

quelle: keystone / ariana cubillos
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dodo, dodo?
25.06.2026 19:37registriert Mai 2020
Persönlich, finde ich es, beim ganzen Leid und den Toten, und die Helfenden die da an Grenzen kommen und alles geben eine Kategorie „ Die kostspieligsten Erdbeben“ aufzulisten. Es erscheint mir einfach pietätlos.
Der Bericht hätte einen anderen Ansatz nehmen müssen. Vielleicht mehr die Helfenden aufzeigen. Nicht eine Kostenrechnung die aus Sicht Versicherungen oder Finanzen geht. Kostspielig, ist irgendwie eine sehr unglückliche Formulierung…
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Amadeus
25.06.2026 21:09registriert September 2015
Ich verstehe das Bedürfnis nach Superlativen, aber ich finde es dennoch irgendwie daneben, ein Ranking der tödlichsten Erdbeben zu machen. Was ist der Nutzen einer solchen Liste? (Ausser Klicks)
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