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Basler Studie zeigt: Massiver Rückgang des Grasfrosches in der Schweiz

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Der Grasfrosch ist die einzige Froschart, die schweizweit (noch) nicht als gefährdet gilt.Bild: IMAGO/imagebroker/sonja jordan

Bestand schrumpft: Jetzt gerät auch der Grasfrosch im Flachland unter Druck

Dem Grasfrosch geht es in den tieferen Lagen der Schweiz schlechter als bislang angenommen. Eine Langzeitstudie bei Basel zeigt einen massiven Rückgang – obwohl im Untersuchungsgebiet Dutzende neue Weiher entstanden sind.
05.07.2026, 12:1805.07.2026, 12:18

Schweizweit gilt der Grasfrosch bisher nicht als gefährdet – als einzige Froschart des Landes. Für die tiefen Lagen greift diese Einschätzung laut einem Experten jedoch zu kurz: «In den tieferen Lagen der Schweiz ist aus meiner Sicht der Grasfrosch gefährdet», sagt der Biologe Urs Tester zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Tester zählt seit 1988 auf dem Bruderholz südlich von Basel jährlich die Laichballen einer Grasfrosch-Population. Das Untersuchungsgebiet umfasst rund 500 Hektaren in den Baselbieter Gemeinden Bottmingen, Reinach, Oberwil und Therwil.

Die Ergebnisse, die in der «Zeitschrift für Feldherpetologie» veröffentlicht wurden, sind deutlich: Zwischen 1988 und 1993 wurden im Schnitt 8573 Laichballen gezählt. In den Jahren 2021 bis 2025 waren es noch 2052. Der Bestand ist damit um mehr als drei Viertel geschrumpft.

Neue Weiher halfen vorübergehend

Bemerkenswert ist der Rückgang, weil das Angebot an Laichgewässern im gleichen Zeitraum deutlich zunahm. Die Zahl der Gewässer stieg von 21 auf 53, die Wasserfläche von 3900 auf 6150 Quadratmeter. Die neuen Gewässer halfen zunächst: In ihnen nahm die Zahl der Laichballen zeitweise zu, während sie in den älteren Gewässern zurückging. Ab 2020 sanken die Zahlen jedoch auch in den neu angelegten Weihern.

Als wichtigste Ursache vermutet Tester den Klimawandel. Der Rückgang müsse durch einen Faktor verursacht sein, der über Jahrzehnte wirke, das ganze Gewässersystem betreffe und gute wie schlechte Jahre erzeuge. «Von den in der Literatur genannten Faktoren bleibt nur der Klimawandel übrig», sagt er.

Wie genau der Klimawandel den Grasfröschen zusetzt, ist offen. Möglich sind trockene Jahre, in denen Jungtiere schlechter überleben. Tester hält aber auch höhere Wassertemperaturen für plausibel, weil sie den Sauerstoffgehalt im Wasser beeinflussen können.

Als mögliche Schutzmassnahme nennt Tester zusätzliche Gewässer. Langfristig müsse die Schweiz wieder mehr Wasser in der Landschaft zurückhalten. Dabei könnten auch vom Biber aufgestaute Flächen helfen. (sda)

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Viele kleine Schweizer Gewässer gleichen Giftcocktails
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