E-Trotti-Crashtest: Helmtragen reduziert schwere Kopfverletzungen
Am Mittwoch veröffentlicht der TCS die Ergebnisse eines neuen E-Trottinett-Crashtests. Dabei wurde untersucht, wie stark der Kopf bei einem Sturz von einem fahrenden E-Trotti belastet wird.
Für den Crashtest fuhr ein mit Sensoren im Kopf- und Nackenbereich ausgestatteter Dummy mit einem E-Trotti frontal gegen ein Hindernis. Getestet wurde jeweils mit und ohne Velohelm bei einer Geschwindigkeit von 20 und 15 km/h.
Helmtragen zeigt Unterschiede bei 15 km/h
Das Ergebnis: Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h hätte sich der Verunfallte mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent schwere Kopfverletzungen zugezogen. Dies gilt mit und ohne Helm.
Bei 15 km/h macht ein Helm hingegen einen deutlicheren Unterschied. Das Tragen eines Helms könnte laut Auswertungen des TCS bei dieser Geschwindigkeit mit grosser Wahrscheinlichkeit schwere Kopfverletzungen verhindern.
Ein Sturz mit Helm bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h ist auch deshalb nicht unbedingt verheerend, weil der Aufprall auf den Kopf abgefangen wird, wie der Test zeigt. Das heisst: Bevor der Dummy mit dem Kopf aufprallte, schlug er mit Knie, Ellenbogen und Schulter auf dem Boden auf.
Der Test soll die Folgen eines typischen Alleinunfalls veranschaulichen. Denn solche Unfälle häufen sich. Ein Blick auf die Unfallauswertung vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) zeigt: E-Trotti-Fahrende gehören zu den vulnerablen Verkehrsteilnehmenden. So sind im letzten Jahr 152 Personen beim Lenken oder Mitfahren eines E-Trottis schwerverletzt worden. Insgesamt drei Personen sind tödlich verletzt worden.
Ablenkung und Alkoholkonsum als häufigste Unfallursachen
Laut TCS zeigt das, wie wichtig es ist, dass Fahrerinnen und Fahrer aufmerksam sind und den Aufprall mit funktionierenden Reflexen etwas abfangen können. Denn oftmals seien sich E-Trotti-Fahrerinnen und -Fahrer nicht bewusst, mit welchen Kräften sie es zu tun haben, erklärt TCS-Experte Stefan Eichenberger in einer Medienmitteilung:
Deshalb empfiehlt der TCS, immer einen Velohelm zu tragen, auch wenn dieser gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Ausserdem sei es wichtig, während der Fahrt beide Hände am Lenker zu behalten und das Handy in der Tasche zu lassen.
Neben Unaufmerksamkeit und Ablenkung ist Alkoholkonsum laut Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) mit Abstand die häufigste Ursache von Alleinunfällen bei E-Trotti-Fahrenden. Bei 39 Prozent der Unfälle dieser Art, die zwischen 2019 und 2023 registriert wurden, wurde Alkohol als Hauptursache festgestellt. Deshalb gilt gemäss TCS auch für E-Trottis: kein Alkohol am Steuer.
(pem)
