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«Wotsch mi verarsche?» Lugano fühlt sich von den Schiris benachteiligt – zu Recht?

Luganos Stefan Ulmer (vorne) in Schieflage im Duell gegen Berns Siegtorschützen Tristan Scherwey. 
Luganos Stefan Ulmer (vorne) in Schieflage im Duell gegen Berns Siegtorschützen Tristan Scherwey.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

«Wotsch mi verarsche?» Lugano fühlt sich von den Schiris benachteiligt – zu Recht?

Es geht hoch zu und her im dritten Spiel des Play-off-Finals zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern. Aus dem harten Kampf, der in der Verlängerung entschieden wird, gehen die Berner als Sieger hervor. Wieder gibt es viele strittige Szenen, wovon eine bei den Tessinern besonders viel Kopfschütteln auslöst.
08.04.2016, 08:5108.04.2016, 17:22
Donat Roduner
Donat Roduner

Das dritte Finalspiel bot dem geneigten Hockeyfan alles, was er – und Büne Hüber – an dem Sport so liebt. Kampf, Härte, Leidenschaft, aber auch Offensivszenen und Tore. Die Partie in der Resega gab viel zu reden, was nur schon dadurch veranschaulicht wird, dass sich die beiden Trainer Doug Shedden und Lars Leuenberger bereits im ersten Drittel in die Haare gerieten und sich mit Kraftausdrücken torpedierten.

Shedden und Leuenberger geigen sich die Meinung.
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Auch die Tifosi in der Halle wollten sich Gehör verschaffen und sorgten mit Wurfgegenständen für mehrere Spielunterbrüche. Es ging sogar so weit, dass eine Scheibe nahe der Berner Strafbank zertrümmert wurde.

Ein Fan zertrümmert die Scheibe neben der Strafbank. 
Ein Fan zertrümmert die Scheibe neben der Strafbank.
bild: screenshot srf

Die umstrittenste Szene spielte sich am Ende des dritten Drittels ab, als Damien Brunner beim Stand von 2:2 alleine vor Bern-Goalie Jakub Stepanek an die Scheibe kam und das Spiel mit einem Treffer wahrscheinlich entschieden hätte. Aber er wurde von einem einhändigen Stockschlag Simon Mosers am Abschluss gehindert.

Moser trifft Brunner, der den Stock etwas gar theatralisch fallen lässt.
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Moser traf mit seinem Stock klar Brunners rechte Hand, es hätte also sicher eine Strafe, wenn nicht sogar einen Penalty geben sollen. Doch die Pfeifen des Schiedsrichter-Duos Kurmann/Massy blieben stumm, wohl auch weil Brunner nach dem Stockschlag seinen eigenen Stock in Fussballer-Manier theatralisch weggeworfen hat, wie ihm im SRF-Interview berechtigterweise vorgehalten wird. Zudem war dem Foul von Moser ein Foul von Luganos Bertaggia vorausgegangen.

«Wotsch mi verarsche?» Für Brunner war Mosers Foul ein glasklarer Penalty.
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Ebenfalls diskutierbar ist der Fakt, dass Berns Siegtorschütze Tristan Scherwey beim entscheidenden Bully schon vor dem Puckeinwurf im Kreis steht. «Geschickt gemacht vom Torschützen», werden viele sagen. Oder vielleicht hätte Lugano-Verteidiger Clarence Kparghai einfach dasselbe tun und die Schiedsrichter damit zum Handeln zwingen sollen.

Das Siegtor von Tristan Scherwey in der 70. Minute.
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«Ich verstehe es nicht», meinte Lugano-Trainer Shedden nach dem Match. Damit verweist er auf die nicht-gegebene Fünfminutenstrafe im zweiten Spiel und die aktuelle Szene mit Brunner (in der Regular Season gäbe es in «100 von 100 Fällen» für weniger schwere Vergehen Penalty).

Der Kanadier bleibt aber auch pragmatisch, was das kommende Spiel betrifft: «Wir gehen nach Bern und gewinnen ein Hockeyspiel.» Falls Bern aber Meister werden sollte, werden die Schiedsrichterleistungen im Final mit Sicherheit noch einmal diskutiert werden.

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