Sport

Für zwei Schweizer geht es in den letzten beiden NHL-Runden um alles. Die weiteren acht sind schon durch – oder draussen  

Endlich ist das Ende der Regular Season in der NHL absehbar. Die meisten Teams haben 80 der 82 Partien hinter sich. Jetzt, wo der Frühling kommt, geht es in die entscheidende Phase.

08.04.15, 17:23

Am 11. April wird auch die letzte Entscheidung um die NHL-Playoffs gefallen sein. Spätestens dann ist entschieden, ob ab dem 12. April fünf oder sieben Schweizer im Rennen um den Stanley Cup bleiben. Eine Übersicht.

» Hier geht es zu den aktuellen Ranglisten der NHL

So funktionieren die NHL-Playoffs

Die Liga ist unterteilt in 2 Conferences und diese wieder in 2 Divisions. Die drei ersten pro Division sind in den Playoffs, dazu kommen pro Conference die zwei nächsten Mannschaften mit den meisten Punkten als Wildcard-Teams weiter. In den Playoffs treten diese Wildcard-Teams gegen die jeweiligen Division-Sieger an. So werden erst die Division-Champions erkoren, dann die Conference-Sieger und diese beiden Mannschaften spielen im Stanley-Cup-Final um die begehrteste Trophäe im Eishockey.

Noch offen

Calgary Flames: Jonas Hiller und Raphael Diaz

Die Chancen für die Flames auf die Playoff-Qualifikation stehen ziemlich gut. Zumindest liegen sie zwei Runden vor Schluss mit 95 Punkten auf einem Playoff-Platz. Die ausstehenden Partien versprechen Brisanz: In der Nacht auf Freitag empfangen die Flames Titelverteidiger Los Angeles Kings (93 Punkte), im letzten Regular-Season-Spiel geht die Reise nach Winnipeg (96 Punkte). Die drei Teams machen untereinander auch die letzten zwei Plätze in den Playoffs aus.

Der 29-Jährige Raphael Diaz steht aktuell bei 56 Einsätzen und damit bei etwas weniger als in der letzten Spielzeit (46 für Canadiens, 6 für Canucks, 11 für Rangers). Mit zwei Assists und zwei Toren ist seine Ausbeute zudem die schlechteste seit dem NHL-Debüt 2011/12. Teamkollege Jonas Hiller stand 51 Mal im Tor und der 33-Jährige weist in seiner ersten Saison bei den Flames seine beste Fangquote seit vier Saisons auf (91,7 Prozent).

Raphael Diaz (l.) und Jonas Hiller kämpfen in den letzten Spielen noch um die Playoff-Teilnahme. Bild: Nam Y. Huh/AP/KEYSTONE

Bereits für Playoffs qualifiziert

Nashville Predators: Roman Josi

Der Berner ist bei den Nashville Predators unverzichtbar geworden. Sein Team hat sich längst für die Playoffs qualifiziert und kämpft noch um den Division-Sieg und damit um einen schwächeren Playoff-Gegner. Der 24-jährige Marathon-Mann zeigt seine bisher beste NHL-Saison seit dem Wechsel nach Übersee 2011. In allen Spielen dabei notiert er 15 Tore und 40 Assists, sowie eine Plus-Minus-Bilanz von +16 (alles persönliche Rekordwerte). 

Roman Josi räumt bei den Nashville Predators auf. Bild: AP/FR155492 AP

Minnesota Wild: Nino Niederreiter

Die Minnesota Wild sind ebenfalls bereits für die Playoffs qualifiziert, liegen allerdings noch auf einem Wildcard-Platz. Das würde bedeuten, dass sie gegen einen Division-Sieger antreten müssten. Um dies zu verhindern, müssten die Wild in den letzten zwei Spielen noch vier Punkte auf Chicago wett machen. Fast unmöglich – auch weil sie mit St.Louis und Nashville ausgerechnet noch auf die beiden Divisionleader treffen. Da kann man die Playoffs schon mal proben. 

Für Niederreiter persönlich läuft in dieser Saison gut. Er hat seinen Punktewert aus der Vorsaison bereits übertroffen (37 Punkte). Zudem hat sich der 22-Jährige in dieser Saison vom Assistgeber zum Goalgetter entwickelt. 2013/14 notierte er 14 Tore, 22 Assists, aktuell sind's 24 Treffer und 13 Pässe.

Nino Niederreiter (r.) hat sich zum Goalgetter entwickelt. Bild: AP/The Canadian Press

Vancouver Canucks: Luca Sbisa, Yannick Weber und Sven Bärtschi

Auch die Canucks sind bereits für die Playoffs qualifiziert – und werden diese mit grosser Sicherheit als zweit- oder drittbestes Team der eigenen Division erreichen. Von den Schweizer Verteidigern Yannick Weber und Luca Sbisa schneidet ersterer besser ab. Noch nie kam er in einer Saison so oft zum Einsatz (63 Spiele), der 26-Jährige lässt sich bisher neun Tore und zehn Assists gutschreiben und weist eine +4-Bilanz aus. 

Der 25-jährige Sbisa dagegen steht bei 74 Einsätzen «nur» bei elf Skorerpunkten (3 Tore, 8 Assists, -9-Bilanz). Seit Anfang März gehört auch Sven Bärtschi zur Organisation der Canucks. Der 22-Jährige kam in dieser Saison vor seinem Wechsel für die Flames zu 15 Einsätzen und wurde von Vancouver nach guten Leistungen in der AHL (12 Spiele, 7 Tore, 6 Assists) kürzlich in die NHL berufen, wo der Stürmer bislang einmal zum Einsatz kam.

Yannick Weber hat bei den Vancouver Canucks Luca Sbisa den Rang abgelaufen. Bild: Mike Wulf/freshfocus

Keine Playoff-Chancen mehr

Philadelphia Flyers: Mark Streit

Der Assistenz-Captain verpasst mit den Flyers nach dem Achtelfinal-Out in der letzten Saison dieses Jahr die Playoffs klar. Persönlich erreicht er mit aktuell 51 Skorerpunkten (9 Tore/42 Assists) seine drittbeste Saison. Besser war er nur 2007/08 (als Stürmer für die Canadiens, 62 Punkte) und 2008/09 (als Verteidiger für die Islanders, 56 Punkte). Mit einer aktuellen Plus-Minus-Bilanz von -6 dürfte der 37-Jährige den letztjährigen Wert von +3 allerdings verpassen. Streit kam nur in einem Spiel nicht zum Einsatz und wird am wenigsten Strafminuten seit fünf Saisons (Lock-out-Saison hochgerechnet) kassieren.

Mark Streit verpasst mit den Flyers die Playoffs. Bild: Matt Slocum/AP/KEYSTONE

Colorado Avalanche: Reto Berra

Der Goalie verpasst mit den Colorado Avalanche die Playoffs und muss weiter auf sein NHL-Playoff-Debüt warten. Hinter Stammgoalie Semjon Warlamow war der Ex-Bieler bislang die klare Nummer 2, zwischendurch sogar die Nummer 3. In seiner zweiten Saison kam der 28-Jährige bisher 18 Mal zum Einsatz und weist mit einer Fangquote von 90,9 Prozent seinen bisherigen Rekordwert aus.

Rekordabwehrquote, aber trotzdem nicht in den Playoffs: Reto Berra. Bild: Damon Tarver/freshfocus

San Jose Sharks: Mirco Müller

Der 20-Jährige darf in seiner ersten Saison in der besten Liga der Welt mit bisher 39 Einsätzen zufrieden sein. Er verbuchte dabei einen Treffer und lieferte vier Assists. Die Bilanz ist mit -8 allerdings deutlich negativ. Der Verteidiger verpasst mit den San José Sharks die Playoffs.

Mirco Müller (l.) verpasst in seiner Debüt-Saison die Playoffs. Bild: X02835

Schweizer Meilensteine in der NHL

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Schweizer Sportgeschichte! New Jersey zieht Nico Hischier an erster Stelle im NHL-Draft

Die New Jersey Devils haben Nico Hischier im NHL-Entry-Draft an erster Stelle gezogen. Der lange Zeit als Nummer Eins gehandelte Nolan Patrick landet als Nummer Zwei des Drafts bei den Philadelphia Flyers.

«Ich bin sprachlos, finde keine Worte. Es ist ein fantastisches Gefühl», sagte Hischier in einem ersten Statement. In der Organisation der Devils ist er nicht der einzige Schweizer, wurde doch Verteidiger Mirco Müller vor kurzem von den San Jose Sharks zu New Jersey getradet.

Der dreifache …

Artikel lesen