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Falsche Rückschlüsse: THC-Abbauprodukte können auch auf andere Personen übertragen werden. 
Bild: KEYSTONE

Nicht aussagekräftig genug: Haaranalyse überführt Kiffer nicht zweifelsfrei

13.10.15, 10:32 13.10.15, 11:55

Die Haaranalyse ist bei Verdacht auf Cannabiskonsum nicht so aussagekräftig wie angenommen. Zu diesem Schluss kommen deutsche Forscher nach einem einmonatigen Selbstversuch.

Bei der Haaranalyse galt bis anhin, dass eine Person eindeutig Cannabis konsumiert hat, wenn Tetrahydrocannabinol (THC) – der Hauptwirkstoff von Cannabis – oder zumindest seine Abbauprodukte nachweisbar sind. Die Studie der Forscher von der Universität Freiburg im Breisgau legt nahe, dass dieser Schluss so nicht zulässig ist.

Übertragung durch Körperkontakt

Laut den Wissenschaftlern wird THC nicht über den Blutkreislauf eingelagert. Abbauprodukte des Cannabis-Hauptwirkstoffs können bei Körperkontakt über Schweiss und Hauttalg auf andere Personen übertragen werden und so falsch-positive Testergebnisse liefern. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal «Scientific Reports» veröffentlicht.

Für seine Studie führte das Team um den Toxikologen Volker Auwärter einen einmonatigen Selbstversuch mit regelmässiger Einnahme von Dronabinol (halbsynthetisch hergestelltem THC) durch. Sie fanden keinerlei Rückstände von THC in ihren eigenen Haaren. Stattdessen entdeckten sie Rückstände von THC-Carbonsäure, einer körpereigenen Substanz, auch in Haarabschnitten, die lange vor der Studie gewachsen waren.

Völlig falsche Rückschlüsse möglich

«Die neuen Erkenntnisse sind insbesondere bei Analysen von Kinderhaarproben im Rahmen von Sorgerechtsfragen von Bedeutung, da eine Cannabinoid-Übertragung bei engem Körperkontakt besonders wahrscheinlich ist und zu völlig falschen Rückschlüssen führen kann», liess sich Auwärter in einer Mitteilung seiner Hochschule zitieren.

In Ländern, in denen bei Arbeitnehmern oder Bewerbern Drogenkontrollen durchgeführt werden, könne die Folge einer Fehlinterpretation der Ergebnisse einer Haaranalyse zum Verlust des Arbeitsplatzes oder zum Ausschluss vom Bewerbungsverfahren führen, sagte der Toxikologe. (sda/apa)

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1.Welcher psychoaktive Wirkstoff ist hauptsächlich in Cannabis enthalten?
Hilarium (Hi)
Transhydrocannabivarin (THC)
Tetrahydrocannabinol (THC)
Tricannabidiolamin (TCA)
2.Kokain wurde ursprünglich als Medikament benutzt. Wozu diente es?
Als Lokalanästhetikum
Als Laxativum (Abführmittel)
Als Hämostatikum (zur Blutstillung)
Als Neuroleptikum
3.Alkohol, genauer Ethanol, ist eine Droge, die schon in prähistorischer Zeit konsumiert wurde. Wann und wo wurden aber erstmals destillierte, hochprozentige alkoholische Getränke hergestellt?
Im dritten Jahrhundert vor Christus in Persien
Um Christi Geburt in Korea
Um das Jahr 1000 in der heutigen Türkei
1367 in Cognac, im Südwesten von Frankreich
4.Zauberpilze, auch «Magic Mushrooms» genannt, enthalten den Wirkstoff Psilocybin. Wie nennt der Volksmund die psychoaktiven Pilze in Österreich?
Götterspeis
Lustpilzerl
Narrische Schwammerl
Freudenhüterl
5.Diese Droge ist vor allem in Jemen und Ostafrika weit verbreitet. Die berauschenden Blätter werden stundenlang gekaut; sie wirken belebend und betäuben das Hungergefühl. Wie heisst die Droge?
Ketamin
Coca
Spice
Khat
6.Opium wird aus dem getrockneten Milchsaft der unreifen Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen. Welcher dieser Wirkstoffe ist NICHT im Opium enthalten?
Morphin
Codein
Thebain
Cannabigerol
7.Nikotin ist der Wirkstoff des Tabaks. Aus welchem Grund produziert die Tabakpflanze Nikotin?
Um Fressfeinde mit dem Gift abzuwehren.
Um die Photosynthese katalytisch zu verstärken.
Um Insekten, besonders die Rauchwespe (Vespula fumans), zur Bestäubung anzulocken.
Um die Fäulnisresistenz in feuchtem Milieu zu verstärken.
8.Bevor Heroin aufgrund seines enormen Suchtpotentials verboten wurde, wurde es als Heilmittel vermarktet. Wofür?
Als Schmerz- und Hustenmittel
Als Potenzmittel
Als Abführmittel
Als Appetitförderer
9.LSD (Lysergsäurediethylamid) bildet beim Konsum eine Toleranz aus – innerhalb einer bestimmten Zeit verliert die Droge bei wiederholter Einnahme einen grossen Teil ihrer Wirkung. Wie lange hält diese Toleranz an?
Drei bis vier Tage
Ein bis zwei Wochen
Zwei bis drei Monate
Etwa ein Jahr
10.Crystal Meth oder N-Methylamphetamin macht extrem schnell süchtig. Bei längerem Konsum drohen körperliche Auswirkungen. Welche Schädigung ist KEINE Folge von Crystal-Meth-Konsum?
Hautreizungen
Zahnausfall
Muskelschwund
Muskelkrämpfe

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Angelo C. 13.10.2015 13:57
    Highlight Was viel wissenswerter wäre: welche rechtsstaatlich einwandfreie Analyse hierzulande die Polizeiorgane anwenden, wenn man bei einem offensichtlich nicht akut bekifften Fahrer dennoch eine Blut- oder Haarprobe macht und ihm dann (weil sich Restanzen von Cannabis dabei verifizieren lassen) den Ausweis abnimmt.

    Es kann nämlich nicht sein, dass man einen Entzug anordnet, weil jemand vor 2 Wochen mal einen Joint geraucht oder den Rauch passiv eingeatmet hat. Soll aber exakt so gehandhabt werden, liest man. Dann müsste man einem Trinker der Tage zuvor besoffen war, das Billet ebenfalls abnehmen.
    33 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.10.2015 14:10
      Highlight Gebe dir Recht, ein befreundeter Polizist hat mir gesagt lieber 100 bekiffte auf der Strasse, als 1 Besoffener.....
      27 1 Melden
    • Pisti 13.10.2015 18:20
      Highlight Das stimmt nur zur Hälfte. Haarproben werden nur genommen wenn mann bereits verurteilt wurde wegen Fahrens unter Drogeneinfluss. Damit muss man über den Zeitraum von 6 Monaten seine Abstinenz beweisen. Cannabis ist ausgenommen ( wird durch Urinproben getestet) weil wie ihm Bericht geschrieben, kann es in den Haaren nicht nachgewiesen werden. Die Studie sagt somit absolut nichts neues aus.
      3 1 Melden
    • Angelo C. 13.10.2015 19:07
      Highlight @Pisti : Dem mag durchaus so sein, nur : aber es kann in einem Rechtsstaat nicht angehen, dass dieser so auf unberechtigten Umwegen sein Drogengesetz belehrend duchsetzt und so den Konsumenten zur absoluten Drogenfreiheit nötigt. Entscheidend und massgeblich wäre m.E. AUSSCHLIESSLICH, ob der Fahrer zum Zeitpunkt der Anhaltung oder im Unglücksfall tatsächlich AKUT bekifft war (was den Entzug berechtigt), oder ob er bloss vor einigen Tagen, mal was konsumiert hat, was rechtlich völlig irrelevant sein muss, dennoch geahndet wird. Das scheint für die Justiz aber erstaunlicherweise unerheblich 😟!
      11 0 Melden
    • Pisti 13.10.2015 20:41
      Highlight Nein natürlich kann das nicht sein, wird aber bereits seit Jahren vom Staat so gehandhabt. Man kann übrigens seinen Ausweis auch verlieren ohne dass man jeweils ein Auto unter Drogeneinfluss gelenkt hat. Es reicht schon wenn man zBsp. im Park, von der Polizei, beim kiffen erwischt wird, dass kann dazu führen dass man zur Fahreignungsprüfung aufgeboten wird. Und befor man die Prüfung nicht bestanden hat, ist man den Ausweis vorerst los, auch wenn man nie gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen hat. Mit einem Rechtsstaat hat das tatsächlich wenig zu tun.
      9 0 Melden
    • Angelo C. 13.10.2015 21:45
      Highlight Da müsste doch von einem zuunrecht Betroffenen ein Bundesgerichtsbeschluss erwirkt werden, da sowas eigentlich ein unglaublicher Vorgang ist! Notfalls müsste gar der EGH angerufen werden, wenn das BG so eine Ungerechtigkeit schützen würde. Ob es wohl ein Grundsatzurteil dazu gibt? Ein junger, offenbar unbestrafter Nachbar von mir hat sowas vor einiger Zeit erlebt und ist noch immer ganz verzweifelt, weil man ihm, der zur Kontrollzeit nüchtern war, dennoch den Ausweis entzogen hat. Er denkt, dass zwischen akutem und zurückliegendem Genuss analytisch gar kein Unterschied evaluiert werden kann.
      2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.10.2015 12:08
    Highlight "einmonatigen Selbstversuch." lol
    19 4 Melden
    • PeterLustig 14.10.2015 08:06
      Highlight Die hatten bestimmt Spass.
      1 0 Melden

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