Fussball
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Schweizer Cup, 1/32-Finals

AS Castello – Lugano 0:2 (0:1)

Kriens – Young Boys 1:2 (0:1)

Meyrin – Basel 0:4 (0:1)

Hausen a. A. – St.Gallen 0:9 (0:3)

Solothurn – Thun 0:4 (0:2)

15.08.2015; Basel; Fussball Schweizer Cup SC Kriens - BSC Young Boys; Trainer Harald Gaemperle (YB) (Daniela Frutiger/freshfocus)

Skeptisch beobachtet YB-Interimstrainer Harald Gämperle die Leistung seiner Mannschaft. Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Schweizer Cup: Zittersieg für die Young Boys – Basel, St.Gallen und Thun locker weiter

Die fünf Super-League-Vertreter nehmen im Schweizer Cup die erste Runde. Am meisten Mühe bekunden die Young Boys, die sich in Kriens zu einem 2:1-Sieg quälen.



«Die halbe Schweiz hat darauf gewartet, dass wir verlieren», sagt YB-Manager Fredy Bickel nach dem Schlusspfiff im Kleinfeld leicht genervt. «Obwohl es komisch tönen mag, war es eines der schwierigsten Spiele der letzten Zeit. Entsprechend angespannt waren wir.» Die Nervosität auf Seiten des Oberklassigen wird dann spür- und sichtbar, als Kriens durch Dejan Sorgic (58.) zum Anschlusstreffer kommt. «Wir waren zu wenig konzentriert», beurteilt Interimstrainer Harald Gämperle die heikelste Phase der Partie.

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Die Führung für die Young Boys durch Yuya Kubo. gif: srf

Das führt dazu, dass sich der Promotion-League-Aufsteiger durchaus Hoffnungen auf den Exploit machen darf. Sorgic, einer von zehn Spielern in der Krienser Startformation mit einer Vergangenheit im FC Luzern oder dessen Nachwuchsabteilung, kommt in den letzten fünf Minuten zu zwei guten Chancen auf den Ausgleich.

«Die halbe Schweiz hat darauf gewartet, dass wir verlieren»

YB-Sportchef Fredy Bickel.

Die Young Boys haben das Geschehen vor der Pause ausnahmslos im Griff gehabt. Das 1:0 fällt aber erst in den letzten Sekunden vor dem Abpfiff nach einem herrlichen Dribbling von Yuya Kubo. Ein schnelles Durchspiel, das der Japaner mit einem wuchtigen Schuss aus spitzem Winkel abschliesst, führt zum zweiten Treffer und zur vermeintlichen Beruhigung der angespannten Nerven. 

Der Berner Torschuetze Yuya Kubo, Mitte, in Aktion gegen die Krienser Fisnik Hasanaj, links, und Dejan Sorgic, rechts, in einem Fussballspiel der ersten Runde des Schweizer Cups zwischen dem SC Kriens und dem BSC Young Boys im Stadion Kleinfeld in Kriens am Samstag, 15. August 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Kubo entscheidet die Partie gegen Kriens. Bild: KEYSTONE

Mit den zunehmenden Nachlässigkeiten beraubt sich YB selber der Möglichkeit, ein Spiel zu entscheiden, das die Berner während 50 Minuten total dominieren. «Wir müssen effizienter werden und weniger Ballverluste zulassen», forderte Gämperle.

Basel und St.Gallen ohne Probleme

Die anderen Super-League-Klubs lösen ihre Aufgaben weitaus souveräner. Basel hat im Auswärtsspiel in Meyrin alles unter Kontrolle. Der in den letzten drei Jahren jeweils im Cupfinal unterlegene Meister setzt sich gegen den interregionalen Zweitligisten 4:0 durch. Die Treffer vom 2:0 zum 4:0 durch Mohamed Elnenys herrlichen Weitschuss und die Tore von Albian Ajeti und Matias Delgado fallen innert weniger als 180 Sekunden (58 bis 60.).

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Das wunderschöne Tor von Mohamed Elneny. gif: srf

Die Rochaden von Trainer Urs Fischer - unter anderem spielen Goalie Vailati, Robin Huser oder Albian Ajeti von Beginn weg und kommt der eingewechselte Stürmer Nicolas Hunziker (19) zu seinem Pflichtspiel-Debüt - helfen Meyrin nicht dabei, sich gegen den Branchenprimus im Schweizer Fussball irgendeine Chance ausrechnen zu dürfen.

15.08.2015; Meyrin; Fussball Schweizer Cup - Meyrin FC - FC Basel: Albian Ajeti (Basel) jubelt nach dem Tor zum 0:1(Christian Pfander/freshfocus)

Albian Ajeti bejubelt seinen ersten Treffer. Bild: Christian Pfander/freshfocus

«Das ist unsere schönste Niederlage»

St. Gallen beschert dem Zürcher Drittligisten Hausen am Albis auf dem Jonetäli mit 2200 Zuschauern einen Platzrekord und beinahe ein «Stängeli» (0:9). Dennoch feiert der Aussenseiter aus dem Säuliamt. «Das unsere schönste Niederlage», sagt Hausens Trainer Samir Ben Nejma. «Nach einer Stunde verliessen uns aber die Kräfte.»

15.08.2015; Hausen am Albis; Fussball Schweizer Cup - FC Hausen am Albis - FC St.Gallen; Pascal Thrier (St.Gallen)  gegen Felix Stricker (Hausen)
(Claudia Minder/freshfocus)

Hausen am Albis wehrt sich so gut es geht. Bild: Claudia Minder/freshfocus

Bei St. Gallen fehlt Captain Albert Bunjaku, der einen Nasenbeinbruch operieren lassen muss. Dafür kommen drei junge Spieler zum Einsatz, die sich alle in die Torschützenliste eintragen: Michael Eisenring (22), Michael Scherrer (20) und Andreas Qerfozi (19). Der von Frauenfeld zugezogene albanisch-schweizerische Doppelbürger Qerfozi ist erst seit fünf Wochen bei St. Gallen und bestritt mit der ersten Mannschaft ein einziges Training. Er erzielt wie Sandro Gotal zwei Tore.

Auch Thun und Lugano in der nächsten Runde

Thun bekundet mit seinem Auftaktgegner Solothurn weniger Mühe als Super-League-Aufsteiger Lugano (2:0 gegen Castello mit dem langjährigen «Bianconero» Dario Rota als Trainer). Gianluca Frontino schiesst beim 4:0 gegen den Erstligisten die ersten beiden Treffer selber, den ersten durch den zweiten Doppeltorschützen Ridge Munsy bereitet der Thurgauer vor.

15.08.2015; Solothurn; Fussball Schweizer Cup - FC Solothurn - FC Thun;
Hanspeter Latour verfolgt das Spiel
(Urs Lindt/freshfocus)

Der ehemalige Thuner Trainer Hanspeter Latour (l.) ist in Solothurn mit von der Partie. Bild: Urs Lindt/freshfocus

Die Telegramme

Kriens - Young Boys 1:2 (0:1) 
2312 Zuschauer. - SR San.
Tore: 45. Kubo 0:1. 54. Kubo 0:2. 58. Sorgic 1:2.
Young Boys: Wölfli; Hadergjonaj, Vilotic, von Bergen, Sutter; Gajic (83. Zakaria); Sulejmani (91. Gonzalez), Bertone, Kubo, Nuzzolo; Tabakovic (73. Afum).
Bemerkungen: Young Boys ohne Benito, Gerndt, Sanogo, Seferi (alle verletzt), Hoarau (gesperrt) und Steffen (krank). 34. Lattenschuss von Bertone. Verwarnungen: 11. Tabakovic. 50. Hadergjonaj. 83. Vilotic (alle wegen Fouls).

Meyrin - Basel 0:4 (0:1) 
2100 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 34. Ajeti 0:1. 58. Elneny 0:2. 59. Ajeti 0:3. 60. Delgado 0:4.
Basel: Vailati; Degen, Akanji, Samuel, Traoré; Elneny, Huser (46. Zuffi); Kakitani, Delgado (68. Hunziker), Gashi; Ajeti.
Bemerkungen: Basel ohne Boëtius, Kuzmanovic, Ivanov, Simic (alle verletzt), Lang, Xhaka (beide gesperrt), Bjarnason, Callà, Suchy und Vaclik (alle geschont). 11. Kopfball von Da Costa (Meyrin) an die Latte des eigenen Tores. 25. Spiel wegen Wurfgegenständen von Basler Fans gegen Linienrichter während zwei Minuten unterbrochen. 67. Lattenschuss von Ajeti. 88. Pfostenschuss von Kakitani.

Hausen a.A. - St. Gallen 0:9 (0:3)
2200 Zuschauer (Platzrekord) - SR Tschudi.
Tore: 18. Lang 0:1. 24. Gotal 0:2. 44. Scherrer 0:3. 66. Qerfozi 0:4. 69. Eisenring 0:5. 77. Gotal 0:6. 78. Tafer 0:7. 82. Aratore 0:8. 83. Qerfozi 0:9.
St. Gallen: Herzog; Thier, Eisenring, Wiss, Angha; Scherrer, Mathys; Aleksic (54. Tafer), Lang (65. Aratore); Gotal, Cavusevic (59. Qerfozi).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Everton (gesperrt), Bunjaku, Mutsch, Tréand, Russo und Lässer (alle verletzt), Lopar, Gelmi, Facchinetti und Janjatovic (alle geschont). 34. Lattenkopfball von Mathys. Debüt von Scherrer und Qerfozi.

Solothurn - Thun 0:4 (0:2)
1200 Zuschauer. - SR Pache.
Tore: 10. Frontino 0:1. 21. Frontino 0:2. 63. Munsy 0:3. 85. Munsy 0:4.
Thun: Ruberto; Reinmann, Zino, Bürki, Wittwer; Rojas (57. Zarate), Frontino, Sutter (82. Lauper), Ferreira; Rapp, Buess (57. Munsy).
Bemerkungen: Thun ohne Peyretti, Wieser, Siegfried, Glarner (alle verletzt), Hediger und Schindelholz (beide gesperrt). - Verwarnungen: 52. Rapp. 59. Sutter. 70. Zino (alle wegen Foul).

Castello - Lugano 0:2 (0:1)
1748 Zuschauer (in Mendrisio). - SR Schnyder.
Tore: 8. Tosetti 0:1. 84. Bottani (Foulpenalty) 0:2.
Lugano: Russo; Padalino, Datkovic (69. Urbano), Josipovic, Jozinovic; Pusic, Milosavljevic, Mastalli; Tosetti (59. Lombardi), Susnjar, Culina (59. Bottani).
Bemerkungen: Lugano ohne Djuric, Rossini, Sabbatini (alle gesperrt), Rey (geschont). 68. Pfostenschuss Mastalli. 70. Pirovano (Castello) schiesst an die eigene Latte. - Verwarnung: 55. Culina (Unsportlichkeit). (si/rst)

David gegen Goliath: Das sind die grössten Sensationen im Schweizer Cup

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