Luna Jordan – im letzten Interview vor ihrem Tod kämpfte sie mit den Tränen
Am 13. Mai verstarb Luna Jordan plötzlich. Das teilte ihre Agentur am Montag mit. Details zu ihrem Tod wurden bisher nicht bekannt gegeben. Die junge Frau stand schon im Kindesalter vor der Kamera, war zuletzt im «Polizeiruf 110: Your Body My Choice» zu sehen. Auch durch die Serie «Euphorie» war sie bekannt. Jetzt rücken Aussagen, die sie jüngst über ihre Arbeit getroffen hatte, in den Vordergrund.
In der NDR-Dokumentation «Kinderschauspieler – Der Preis des Erfolgs», die im Februar 2026 ausgestrahlt wurde, sagte sie: «Ich bin sehr froh, immer so anspruchsvolle und vielschichtige Rollen zu haben». Die perfekte Tochter oder Ähnliches zu spielen, hätte sie nicht glücklich gemacht.
Die 25-Jährige hatte viele Projekte mit sehr schwierigen gesellschaftlichen Themen, wie sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt oder mentale Schwierigkeiten. Doch genau diese Rollen haben auch ihre Schattenseiten im Leben von Jordan hinterlassen. «Ich bin davon überzeugt, dass man immer etwas mitnimmt, von jeder Produktion, von jeder Figur», sagte sie in der Doku. Es würden sich «emotional Anteile im Gehirn festsetzen». Je nach Projekt denke sie darüber nach, ob die Dreharbeiten wirklich gut für sie wären, und ob sie danach «gesund da rausgehen» kann.
Sie habe aus früheren Erfahrungen gelernt, dass sie sich selbst nicht mehr für Filme zerstören könne. «Sonst kann ich diesen Beruf mit 25 nicht mehr machen.» Ihre Erkenntnis: «Man darf sich nicht aus den Augen verlieren während so einer Produktion.» Es sei wichtig, dass man sich abends im Spiegel noch erkennt. Zeitweilig sei ihr das nicht mehr gelungen.
Es seien aber tragischerweise auch eben genau solche Rollen gewesen, weswegen sie «eine Passion für den Beruf bekommen» habe. Besonders zu Beginn ihrer Karriere habe sie sich sehr in die Projekte hineingestürzt. «Das war meine neue Realität. Diese Figuren waren mein neues Ich und ich habe mein Leben um mich herum komplett vernachlässigt», gab sie zu. Sie sei der Meinung gewesen, nur dann ihre schauspielerische Leistung erbringen zu können, «wenn ich mich wirklich so komplett aufgebe und kaputt mache». Sie sei der festen Überzeugung gewesen, dass es ihr «mental so schlecht gehen muss, damit ich abliefern kann».
«Ich habe nie Drogen genommen oder Party gemacht»
Mit sechs Jahren habe sie zum ersten Mal vor der Kamera gestanden. Als Jugendliche war das Spielen für sie «wie so ein Rauschzustand» gewesen, berichtete sie in der Dokumentation. «Ich habe nie Drogen genommen oder Party gemacht, sondern mich immer in Projekten komplett fallen gelassen, wo ich alles fühlen und spielen durfte, was ich halt als private Luna nicht kann».
Sie habe Szenen gespielt, bei denen sie danach in «einen Zustand kam, aus dem ich nicht mehr herausgefunden habe». Während Jordan davon berichtete, kämpfte sie mit den Tränen. Sie habe manchmal eine halbe Stunde weinend auf dem Boden gelegen und nicht gewusst, was mit ihr los war. Sie habe es zu der Zeit faszinierend gefunden, was ihr Körper alles kann. «Es war absurd, weil ich auch niemanden hatte, mit dem ich darüber sprechen kann.» Sie habe das Gefühl gehabt, die Last mehrerer Figuren in sich zu tragen. Eines Tages sei das dann allerdings nicht mehr so gewesen.

