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10-Millionen-Initiative: Jetzt bezieht bekannter Schoggi-Patron Stellung

Ein Plakat wirbt fuer ein Nein zur Nachhaltigkeits-Initiative, Keine 10-Millionen-Schweiz! , SVP Chaos Initiative, fotografiert am Montag, 18. Mai 2026 in Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Ein Plakat des Nein-Lagers warnt vor den Folgen der 10-Millionen-Initiative der SVP.Bild: keystone

10-Millionen-Initiative: Jetzt bezieht dieser bekannte Schoggi-Patron Stellung

Mitte Juni stimmt die Schweiz über die Nachhaltigkeitsiniative der SVP ab, die gemäss ersten Umfragen Chancen für eine Annahme hat. Nun mischt sich ein prominenter Unternehmer in die Debatte ein.
19.05.2026, 13:0019.05.2026, 13:25
Benjamin Weinmann
Benjamin Weinmann

Am 14. Juni ist Stichtag: Dann entscheidet das hiesige Stimmvolk über die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab. Die Initiative fordert, dass die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz vor dem Jahr 2050 die Grenze von 10 Millionen Menschen nicht überschreiten darf.

Zuletzt haben sich manche Firmen aus der Deckung gewagt und Stellung bezogen. So äusserte Migros-Chef Mario Irminger im Interview mit CH Media scharfe Kritik daran. Zuvor hatte sich auch schon der SVP-Politiker und Zug-Unternehmer Peter Spuhler in der SRF-Samstagsrundschau dagegen ausgesprochen.

Nun bekennt ein weiterer prominenter Unternehmer Farbe. Auf der Online-Plattform Linkedin hat Schoggi-Patron Johannes Läderach ein ausführliches Plädoyer für ein Nein publiziert. Dies mag insofern überraschen, als seine Familie auch sehr konservativ auftreten kann, insbesondere beim Thema Abtreibungsrecht. Dort investierte sie in der Vergangenheit auch schon privates Geld, um dieses zu bekämpfen. In die Schlagzeilen geriet die Familie 2023 aufgrund der fragwürdigen Praktiken gegenüber Kindern an der evangelikalen Privatschule Domino Servite, die heute Christliche Schule Linth heisst.

Weltweiter Dichtestress

Als Unternehmer und Präsident der Glarner Wirtschaftskammer schreibt Läderach auf Linkedin denn auch eine differenzierte Stellungnahme. Die Schweiz sei mit dem Gefühl des Dichtestresses nicht allein. Das zeige ihm seine berufsbedingte Reisetätigkeit. Läderach betreibt weltweit rund 250 Filialen, bis Ende Jahr sollen es 300 werden. «Ob Los Angeles, London, Ruhrgebiet oder Shanghai – fast überall klagen Menschen über Stau, Wohnungsnot oder übervolle U-Bahnen», schreibt der Glarner.

Johannes Laederach, CEO Laederach Chocolatier Suisse, posiert am 18. November 2022 im House of Laederach in Bilten, Kanton Glarus. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Johannes Läderach hat eine klare Meinung zur 10-Millionen-Initiative.Bild: KEYSTONE

Er erachte es daher als Fehler, wenn das Nein-Lager solche Sorgen relativieren würden, selbst mit zutreffenden Statistiken. Ein Fehler sei auch, dass das Parlament keinen konstruktiven Gegenvorschlag unterbreite. «Wir brauchen die Demut, Probleme anzuerkennen.»

Andere Massnahmen als Vorschlag

Allerdings brauche es genauso den Mut, Scheinlösungen zu durchschauen, so Läderach. «Denn nichts anderes als das ist eine Bevölkerungszahl als harte Obergrenze.» Schliesslich gebe es andere Massnahmen, um den Dichtestress zu bekämpfen. Auch das hätten ihm seine Reisen gezeigt. Läderach denkt an strenge Kriterien für die Zuwanderung, die Förderung von sozialem Wohnungsbau oder den Ausbau von ÖV und Strassen. «Was jedoch kein anderes Land hat, nicht einmal sehr einwanderungskritische wie Japan, ist eine starre Obergrenze.»

Die Probleme seien viel zu anspruchsvoll für eine so simple Lösung, findet der Schokolade-Unternehmer. Er fragt sich: «Wie können wir die Finanzierung der AHV sowie die Pflege unserer stark alternden Gesellschaft sicherstellen, ohne gleichzeitig zu wachsen? Woher kommen die für unseren Wohlstand so wichtigen Fachkräfte, wenn geburtenstarke Jahrgänge demnächst in Pension gehen?» Die knappen Umfragezahlen solle die Politik als Weckruf verstehen, die Probleme anzuerkennen und echte Lösungen zu präsentieren.

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Die beliebtesten Kommentare
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faebu11
19.05.2026 13:11registriert Oktober 2021
Dass ich in diesem Leben noch mit Läderrach (fast) einer Meinung bin, hätte ich nicht für möglich gehalten...
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Linus Luchs
19.05.2026 13:17registriert Juli 2014
«Allerdings brauche es genauso den Mut, Scheinlösungen zu durchschauen, so Läderach.»

Auch wenn ich mit religiösen Eiferern nichts anfangen kann, bin ich punkto Chaos-Initiative mit Herrn Läderach einig. Was ich aber nicht verstehe: Weshalb braucht es Mut, Scheinlösungen zu durchschauen? Mutig ist, wer etwas riskiert, wer Angst überwindet. Wovor sollen wir Angst haben, wenn wir sagen, dass diese Initiative keine vernünftige Lösung darstellt? Vor der SVP? Sich gegen Scheinlösungen Marke SVP zu stellen, erfordert nicht Mut, sondern Logik und Anstand.
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Pontifax
19.05.2026 13:11registriert Mai 2021
Habe gestern das Couvert erhalten und mein NEIN platziert. Dieses Wochenende bringe ich es zur Post.
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