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epa04121255 Defendant Uli Hoeness, the president of German soccer club FC Bayern Munich arrives in the courtroom on the third day of his trial at the Palace of Justice in Munich, Germany, 12 March 2014. Prosecutors in Munich on 11 March raised the amount of taxes that Uli Hoeness, the president of German and European football champions Bayern Munich, is accused of evading to 27.2 million euros (38 million US dollars). Prosecutors had originally charged the German football legend with evading 3.5 million euros in taxes.  EPA/MATTHIAS SCHRADER

Bild: EPA/DPA

Dritter Prozesstag beendet

Uli Hoeness droht am Donnerstag der Gang ins Gefängnis

Für den Präsidenten des FC Bayern Uli Hoeness naht die Stunde der Wahrheit. Das Münchner Landgericht fällt mit grosser Wahrscheinlichkeit schon an diesem Donnerstag das Urteil über den prominenten Steuersünder.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Gerichtssprecherin hält ein Ende des spektakulären Steuerprozesses gegen Uli Hoeness bereits am Donnerstag für «höchstwahrscheinlich»: Am Mittwoch ist der dritte Prozesstag vor dem Landgericht München II bereits nach nicht einmal eineinhalb Stunden Verhandlungszeit zu Ende gegangen. Zuvor hatte die Verteidigung die am Vortag von einer Finanzbeamtin auf 27,2 Millionen Euro bezifferten Steuerschulden anerkannt.

Wenn es keine weiteren Beweisanträge gibt, können am Donnerstag die Plädoyers folgen und dann die Urteilsverkündung, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz. Im schlimmsten Fall droht Hoeness eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren, sofern das Gericht einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung bejahen sollte. 

27,2 Millionen sind «sachgerecht»

Richter Rupert Heindl betonte, dass das Gericht bei einem Urteil von der Summe von 27,2 Millionen Euro ausgehen wird – und nicht von den 3,5 Millionen Euro, die Hoeness in der Anklage vorgeworfen wurden. Hoeness' Anwalt Hanns W. Feigen akzeptierte das in der Verhandlung: «Die Zahlen hält die Verteidigung für sachgerecht, da zweifeln wir nicht dran.»

Die Verteidigung sei von den am Dienstag bekannt gewordenen Zahlen keineswegs überrascht gewesen. «Wir sind ja nicht dämlich!», sagte Feigen und fügte hinzu: «In der Selbstanzeige, die Herr Hoeness am 17. Januar 2013 eingereicht hat, sind sämtliche Zahlen bereits enthalten.»

Verwirrung um Höhe der Steuerschuld

Diese Aussage sorgt für Verwirrung: Spiegel-Redakteur Rafael Buschmann, der Einblick in die Selbstanzeige nehmen konnte, bestätigt, dass die hohe Summe durch die dort angegebenen Zahlen gedeckt ist, obwohl sie nicht ausdrücklich auftaucht. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ken Heidenreich, bestreitet hingegen, dass sich aus den Angaben in der Selbstanzeige eine Steuerschuld berechnen lasse.

Beim Prozessauftakt am Montag hatte Hoeness über seinen Anwalt Feigen überraschend eingeräumt, mindestens 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben – der Verteidiger hatte aber bereits damals gesagt, es könnte auch eine höhere Summe gewesen sein.

Hat Verteidigung bewusst Akten zu spät eingereicht? 

Am Mittwoch hatten lediglich zwei Zeugen ausgesagt, die ursprünglich nicht auf der Vernehmungsliste standen. Dazu zählte ein EDV-Fachmann des Finanzamts Rosenheim, dessen Aussage Hoeness eher entlastete. Er sollte Aufschluss über Dokumente mit Daten der Konten bei der Schweizer Vontobel-Bank geben, das Hoeness und seine Anwälte dem Gericht erst kurz vor Prozessbeginn in Dateiform vorgelegt hatten.

In diesem Zusammenhang hatte am Dienstag die Aussage der zuständigen Steuerfahnderin für offene Fragen gesorgt, wonach aus den Dateien im PDF-Format hervorgehe, dass sie bereits am 18. Januar 2013 erstellt worden seien, also einen Tag nach Hoeness' Selbstanzeige – und damit mehr als ein Jahr bevor dessen Verteidigung sie übergab, obwohl die Fahnder wiederholt Fristen dafür gesetzt hatten.

Dem IT-Fachmann zufolge konnte jedoch nur für eine der Dateien das Erstelldatum 18. Januar 2013 festgestellt werden – wann die weiteren Dateien erstellt wurden, bleibt damit offen.

(fdi/dpa/Reuters)

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