Konsum - Detailhandel
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2 bis 6 Prozent weniger: Beim Verkaufspersonal sinken die Löhne



Die Löhne des Verkaufspersonals im Schweizer Detailhandel sind unter Druck. Das zeigt eine Auswertung des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Für die Gewerkschaften unterstreicht die Entwicklung die Notwenigkeit von Gesamtarbeitsverträgen.

Die SGB-Analyse, die der Nachrichtenagentur sda vorliegt und über die zuvor der «SonntagsBlick» berichtet hatte, zeigt eine klar negative Lohnentwicklung im Detailhandel. Bei 40-jährigen Verkäuferinnen und Verkäufer mit 10 Dienstjahren sanken die Medianlöhne zwischen den Jahren 2010 und 2014 je nach Region zwischen 2 und 6 Prozent.

Ruf nach Branchen-GAV

Die Zahlen bestätigen laut dem internen Papier des SGB die Ergebnisse der Lohnkontrollen in den Kantonen. Der Lohndruck habe zugenommen. Trotzdem gebe es keinen verbindlichen Branchen-GAV. Die tripartite Kommission des Kantons Zürichs habe darauf verzichtet, schützende Mindestlöhne einzuführen, obwohl sie zahlreiche Dumpingfälle aufgedeckt habe.

Bei Migros und Coop, wo die Angestellten einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstehen, seien die Verhältnisse stabil, kommentierte SGB-Sprecher Thomas Zimmermann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Aber es gibt viele neue Ketten, die kommen und gehen. Gewisse Anbieter behaupten, sie hätten die Löhne angehoben. Die Daten stellen das in Frage. Und bei diesen Anbietern gibt es keinen GAV».

Grosse regionale Unterschiede

In anderen Branchen zeigen sich gemäss der Auswertung grosse regionale Unterschiede. Im Maschinenbau etwa sanken die Medianlöhne in der Genferseeregion (-490 Franken) und im Tessin (-320 Franken) markant, «wahrscheinlich wegen der Frankenüberbewertung – insbesondere bei Grenzgängern», wie der SGB vermutet. In der übrigen Schweiz dagegen legten die Löhne in der Maschinenproduktion trotz den widrigen Wechselkursentwicklungen zu.

In der Zentralschweiz verdienten Maschinenbauer 2014 rund 580 Franken mehr als 2010, in der Ostschweiz betrug das Plus 570 Franken. «Der neue GAV mit den erstmals eingeführten Minimallöhnen dürfte eine positive Wirkung gehabt haben», heisst es dazu.

Für die Auswertung hat der SGB die Zahlen von lohnrechner.ch von 2010 und 2014 verglichen. Der Internet-Lohnrechner des SGB verwendet repräsentative Daten der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamts für Statistik (BFS), in der rund 1.7 Millionen Löhne aus 35'000 Unternehmen erfasst sind. (viw/sda)

Passend dazu: In diesen Branchen ist der Lohnunterschied zwischen Mann und Frau am grössten

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Skater88
12.03.2017 16:04registriert July 2016
Wieso verdienen diejenigen welche schon jetzt wenig verdienen noch weniger? Gehts noch?
277
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quadral
12.03.2017 16:33registriert March 2017
Der Aldi und Liedel Effekt, während die Öffnungszeiten ausgedehnt werden, erhöht sich die Presänzzeit, auch wenn unter Umständen die Arbeitszeit gleich bleibt (Abendpause zB.). Ein stark unterschätzter Job, der häuffig von Frauen erledigt wird. Also ein "typischer Frauenberuf" und schon desshalb auf erbährmlich tiefem Niveau. Auch die Onlineshops bringen den Detailhandel und somit das Verkaufspersonal unter Druck.
Lohnverhandlungen verlaufen in dieser Branche seit Jahren (Jahrzehnten) nur noch nach dem Prinzip "Vögeli friss oder stirb"ab.
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