Schweiz
Schule - Bildung

So gut sind die Schweizer Schüler in Mathematik, Hören und Lesen

Schüler Schulzimmer Klasse
Blick in ein Symbol-Klassenzimmer.Bild: Shutterstock

In diesen 2 Kantonen können die Kinder nicht so gut rechnen – ein Kanton dafür überall top

Erstmals wurde die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) am Ende des vierten Schuljahres (gemäss HarmoS) durchgeführt. Obwohl die Kantone grundsätzlich ähnlich abschlossen, fallen doch einige Punkte auf – und ein Kanton schlägt obenaus.
21.05.2026, 11:3021.05.2026, 12:15

Beim Lesen in der Schulsprache und in Mathematik haben Kinder in der zweiten Klasse noch Verbesserungspotenzial. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Kantone. Die Erziehungsdirektorenkonferenz stuft die Ergebnisse als «moderat» ein.

Beim Lesen in der Schulsprache erreichten 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler die nationalen Bildungsziele, wie die am Donnerstag veröffentlichte Erhebung der Universität Bern zeigt. In Mathematik waren es 76 Prozent.

Besser schnitten die Getesteten beim Hörverständnis in der Schulsprache ab. Dort erreichten durchschnittlich 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsziele. Die Resultate zeigten insgesamt, dass die Kantone harmonisiert unterwegs seien, schrieb die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK).

Es gibt aber trotzdem einige Unterschiede. Wir haben die wichtigsten unten zusammengefasst:

So wurde getestet
2024 wurde erstmals am Ende der vierten Klasse (gemäss HarmoS) in der Schulsprache (Lesen und Hören) und in Mathematik das Erreichen der Grundkompetenzen überprüft. Getestet wurden knapp 20'000 Schülerinnen und Schüler in rund 1150 Schulen. Mit Ausnahme der Kantone Zug und Nidwalden nahmen alle Kantone an der Erhebung teil. Die Testergebnisse zeigen, dass die Harmonisierung zwischen den Kantonen recht weit fortgeschritten ist.

Mathematik nach Kantonen

In Mathematik erreichen 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen. Neun Kantone liegen unter dem Schnitt. Signifikant ist die Abweichung bei Luzern (68%) und Basel-Stadt (70%), wo gemäss der Erhebung die schlechtesten Mathe-Schüler die Bank drücken.

Statistisch signifikant über dem Schnitt liegen dagegen Graubünden, der Jura, Appenzell Innerrhoden und Waadt.

Hören nach Kantonen

Insgesamt erreichen 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen im Kompetenzbereich Hören. Das beste Hörverständnis zeigen Schülerinnen und Schüler in Obwalden und Graubünden. Auch Uri, Schaffhausen, und die beiden Appenzell liegen signifikant über dem Schnitt. Am meisten Probleme bekunden die Kinder in Neuenburg und Genf.

Lesen nach Kantonen

Beim Lesen erreichen 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen. Signifikant drüber liegen Uri und erneut Graubünden. Mühe haben die Schülerinnen und Schüler im französischsprachigen Teil von Bern und Basel-Stadt.

Geschlecht

Es zeigen sich nur sehr geringe und praktisch wenig bedeutsame Geschlechterunterschiede in den untersuchten Kompetenzbereichen der Schulsprache und der Mathematik.

Beim Lesen in der Schulsprache und bei der Mathematik sind diese Unterschiede zwar statistisch signifikant, aber praktisch kaum bedeutsam: Mädchen erreichen im Lesen einen um 2 Prozentpunkte höheren Anteil, hingegen liegen Knaben in der Mathematik um 2 Prozentpunkte vorne.

Soziale Herkunft

Auf nationaler Ebene wurde die Schülerschaft in vier gleich grosse Gruppen (Viertel) eingeteilt: Das erste Viertel umfasst die am stärksten benachteiligten 25 Prozent, das zweite und dritte Viertel die mittleren 50 Prozent und das vierte Viertel die am stärksten privilegierten 25 Prozent.

Die soziale Herkunft wurde anhand eines Index erfasst (angelehnt an internationale Standards, siehe OECD, 2024), der sich aus dem höchsten Bildungsabschluss der Eltern, dem höchsten elterlichen Berufsstatus (gemessen anhand des ISEI-08, vgl. Ganzeboom, 2010) und der Anzahl der Bücher zu Hause zusammensetzt (vgl. Uslu & Seiler, 2026). Die dafür nötigen Informationen wurden mit dem Elternfragebogen erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler, welche die Grundkompetenzen erreichen, bei privilegierterer sozialer Herkunft grösser ist. Zwischen allen benachbarten Vierteln bestehen in allen getesteten Kompetenzbereichen statistisch signifikante Unterschiede.

Migrationshintergrund

In allen Kompetenzbereichen ist der Anteil GK-erreichender Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund statistisch signifikant höher als der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund (unabhängig davon, ob erste oder zweite Generation).

Beim Vergleich der beiden Gruppen mit Migrationshintergrund zeigen sich lediglich im Kompetenzbereich Hören in der Schulsprache statistisch signifikant höhere Anteile GK-erreichender Schülerinnen und Schüler zugunsten der Gruppe mit Migrationshintergrund der zweiten Generation. Beim Lesen in der Schulsprache und bei der Mathematik wurden keine statistisch signifikanten Differenzen in den Anteilen GK-erreichender Schülerinnen und Schüler zwischen den beiden Gruppen mit Migrationshintergrund beobachtet.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Schul-Jargon – so hast du früher gesprochen
1 / 20
Schul-Jargon – so hast du früher gesprochen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Schützt vor Mobbing»: Burgdorf schafft Pissoirs in Schulen ab
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Neue Chance fürs Babyglück: Ständeräte wollen gefrorene Eizellen doch nicht zerstören
Das Gesetz für die Aufbewahrung von gefrorenen Eizellen sieht eine Frist von zehn Jahren vor. Danach müssen sie entsorgt werden. Diese Frist kann für betroffene Frauen emotional sehr belastend sein. Darum soll nun eine andere Lösung her.
Für Frauen über 40 Jahren können eingefrorene Eizellen die letzte Chance auf ein eigenes Kind sein. Die Fruchtbarkeit nimmt mit dem Alter rasant ab, auch weil die Qualität der Eizellen bei 30-jährigen Frauen sinkt. Nun müssen ausgerechnet diese Eizellen in der Schweiz nach zehn Jahren vernichtet werden – auch wenn diese noch in einwandfreiem Zustand sind. So will es das 2017 eingeführte Gesetz. Erste Frauen wären ab Anfang 2017 betroffen und müssten ihre Eizellen vernichten.
Zur Story