In diesen 2 Kantonen können die Kinder nicht so gut rechnen – ein Kanton dafür überall top
Beim Lesen in der Schulsprache und in Mathematik haben Kinder in der zweiten Klasse noch Verbesserungspotenzial. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Kantone. Die Erziehungsdirektorenkonferenz stuft die Ergebnisse als «moderat» ein.
Beim Lesen in der Schulsprache erreichten 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler die nationalen Bildungsziele, wie die am Donnerstag veröffentlichte Erhebung der Universität Bern zeigt. In Mathematik waren es 76 Prozent.
Besser schnitten die Getesteten beim Hörverständnis in der Schulsprache ab. Dort erreichten durchschnittlich 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bildungsziele. Die Resultate zeigten insgesamt, dass die Kantone harmonisiert unterwegs seien, schrieb die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK).
Es gibt aber trotzdem einige Unterschiede. Wir haben die wichtigsten unten zusammengefasst:
Mathematik nach Kantonen
In Mathematik erreichen 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen. Neun Kantone liegen unter dem Schnitt. Signifikant ist die Abweichung bei Luzern (68%) und Basel-Stadt (70%), wo gemäss der Erhebung die schlechtesten Mathe-Schüler die Bank drücken.
Statistisch signifikant über dem Schnitt liegen dagegen Graubünden, der Jura, Appenzell Innerrhoden und Waadt.
Hören nach Kantonen
Insgesamt erreichen 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen im Kompetenzbereich Hören. Das beste Hörverständnis zeigen Schülerinnen und Schüler in Obwalden und Graubünden. Auch Uri, Schaffhausen, und die beiden Appenzell liegen signifikant über dem Schnitt. Am meisten Probleme bekunden die Kinder in Neuenburg und Genf.
Lesen nach Kantonen
Beim Lesen erreichen 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen. Signifikant drüber liegen Uri und erneut Graubünden. Mühe haben die Schülerinnen und Schüler im französischsprachigen Teil von Bern und Basel-Stadt.
Geschlecht
Es zeigen sich nur sehr geringe und praktisch wenig bedeutsame Geschlechterunterschiede in den untersuchten Kompetenzbereichen der Schulsprache und der Mathematik.
Beim Lesen in der Schulsprache und bei der Mathematik sind diese Unterschiede zwar statistisch signifikant, aber praktisch kaum bedeutsam: Mädchen erreichen im Lesen einen um 2 Prozentpunkte höheren Anteil, hingegen liegen Knaben in der Mathematik um 2 Prozentpunkte vorne.
Soziale Herkunft
Auf nationaler Ebene wurde die Schülerschaft in vier gleich grosse Gruppen (Viertel) eingeteilt: Das erste Viertel umfasst die am stärksten benachteiligten 25 Prozent, das zweite und dritte Viertel die mittleren 50 Prozent und das vierte Viertel die am stärksten privilegierten 25 Prozent.
Die soziale Herkunft wurde anhand eines Index erfasst (angelehnt an internationale Standards, siehe OECD, 2024), der sich aus dem höchsten Bildungsabschluss der Eltern, dem höchsten elterlichen Berufsstatus (gemessen anhand des ISEI-08, vgl. Ganzeboom, 2010) und der Anzahl der Bücher zu Hause zusammensetzt (vgl. Uslu & Seiler, 2026). Die dafür nötigen Informationen wurden mit dem Elternfragebogen erfasst.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler, welche die Grundkompetenzen erreichen, bei privilegierterer sozialer Herkunft grösser ist. Zwischen allen benachbarten Vierteln bestehen in allen getesteten Kompetenzbereichen statistisch signifikante Unterschiede.
Migrationshintergrund
In allen Kompetenzbereichen ist der Anteil GK-erreichender Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund statistisch signifikant höher als der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund (unabhängig davon, ob erste oder zweite Generation).
Beim Vergleich der beiden Gruppen mit Migrationshintergrund zeigen sich lediglich im Kompetenzbereich Hören in der Schulsprache statistisch signifikant höhere Anteile GK-erreichender Schülerinnen und Schüler zugunsten der Gruppe mit Migrationshintergrund der zweiten Generation. Beim Lesen in der Schulsprache und bei der Mathematik wurden keine statistisch signifikanten Differenzen in den Anteilen GK-erreichender Schülerinnen und Schüler zwischen den beiden Gruppen mit Migrationshintergrund beobachtet.
