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Angekommen.
Angekommen.Bild: EPA/DPA

Hunderte Flüchtlinge kommen in München an – und werden mit Brot empfangen. Über Tausend werden noch erwartet 

In München kommen seit Montagabend laufend Züge mit Flüchtlingen an. Im Moment sind rund 1600 Flüchtlinge auf dem Weg von Salzburg in die bayerische Hauptstadt. Gestern wurden die Migranten mit freundlichen Gesten empfangen.
01.09.2015, 04:3301.09.2015, 10:08

Erneut sind Flüchtlingszüge aus Ungarn auf dem Weg zum Münchner Hauptbahnhof. Die deutsche Polizei rechnet im Laufe des Morgens mit der Ankunft Hunderter Menschen, wie ein Sprecher sagte. 

Nach der Ankunft eines Zuges gegen 1 Uhr habe es zunächst eine Pause gegeben, ehe in den frühen Morgenstunden wieder erste Züge anrollten. Die Lage am Hauptbahnhof sei ruhig gewesen. 

«Wir lieben Deutschland»

Etwa 1600 Flüchtlinge sind am späten Montagabend auf dem Weg nach Deutschland am Bahnhof in Salzburg angekommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Ehe sie am Dienstagmorgen mit den ersten Zügen nach München weiterreisen konnten mussten sie jedoch die Nacht am Bahnhof verbringen. Gegen 4 Uhr sei schliesslich der erste Zug gestartet. 

Bereits gestern Abend sind Hunderte Flüchtlinge mit dem Zug in der bayerischen Hauptstadt angekommen. Mehrere Menschen begrüssten die zu einem grossen Teil aus Syrien stammenden Menschen mit einem Willkommens-Schild und Lebensmitteln. Eine Gruppe Flüchtlinge reagierte mit «Wir lieben Deutschland»-Rufen auf den Empfang. 

Am Münchner Hauptbahnhof wurden die Personalien einiger Migranten erfasst, zum Teil wurden die Menschen direkt mit von der Regierung von Oberbayern eingesetzten Bussen in Flüchtlingsunterkünfte in ganz Bayern gebracht.

Nach den Worten einer in Salzburg in den Zug zugestiegenen Münchnerin war die Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge während der Fahrt sehr gross. In Salzburg habe sie eine Hilfsorganisation mit zahlreichen Lebensmitteln versorgt. Ausserdem gab es Wasser für die Menschen in dem Zug.

Viele junge Männer

Unter den in München angekommenen Flüchtlingen waren zum grössten Teil junge Männer, dazu einige einzelne Frauen und mehrere Familien. Ein Vater von vier kleinen Kindern, der mit seiner Frau in München ankam, erzählte, sie seien vor mehreren Wochen mit den kleinen Kindern aus Aleppo geflohen. 

«Dass die in Budapest einfach einsteigen (...), und man schaut, dass die zum Nachbarn fahren – das ist doch keine Politik.»
Werner Faymann, Bundeskanzler von Österreich
Wasser für die gestrandeten Flüchtlinge im Münchner Hauptbahnhof.
Wasser für die gestrandeten Flüchtlinge im Münchner Hauptbahnhof.Bild: MICHAEL DALDER/REUTERS

«Ich bin jetzt froh, dass wir es bis München geschafft haben», sagte er einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP, bevor ihn bayerische Polizeibeamte mit zur Aufnahme der Personalien nahmen.

Auch in der Schweiz waren am Montag Flüchtlinge in Zügen aus Ungarn angekommen. Die Schweizer Grenzwächter übergaben die Ankömmlinge der Kantonspolizei St.Gallen, wie das Grenzwachtkorps am Montag mitteilte.

Kritik der österreichischen Regierung

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hat die ungarische Regierung am Montagabend heftig für deren Flüchtlingspolitik kritisiert: «Dass die in Budapest einfach einsteigen (...), und man schaut, dass die zum Nachbarn fahren – das ist doch keine Politik», sagte Faymann im ORF-Fernsehen. 

Dramatische Lage in Budapest: Flüchtlinge am Bahnhof der ungarischen Hauptstadt.
Dramatische Lage in Budapest: Flüchtlinge am Bahnhof der ungarischen Hauptstadt.Bild: EPA/MTI

Ungarns Regierungschef Viktor Orban müsse dafür sorgen, dass in seinem Land Gesetze eingehalten würden und es Kontrollen gebe. «Wo ist denn da der starke Regierungschef, der immer auffällt durch besonders undemokratische Massnahmen», fragte Faymann.

Allerdings gab es auch in Wien, wo viele der Migranten in Züge nach Deutschland umstiegen, keine Polizeikontrollen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen vermeldete.

Faymann mahnte weiter, Europa müsse zusammenstehen, um eine Lösung für das Problem zu finden und eine faire Verteilung der Flüchtlinge auf alle Mitgliedsstaaten zu erreichen. Länder wie Grossbritannien, Tschechien, die baltischen Staaten oder Polen könnten sich vor der gemeinsamen Verantwortung nicht drücken. (kad/sda/afp/reu)

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