«Richtige Frauen» initiieren Sex nicht: Neue Studie zeigt «beunruhigende» Ergebnisse
Social-Media-Bewegungen, wie die der Tradwives oder der Manosphere, haben traditionelle Rollenbilder für junge Menschen wieder zugänglich gemacht. Eine neue globale Studie hat nun gezeigt, wie rückschrittlich Männer der Generation Z (1997 bis 2012) im Gegensatz zu früheren Altersgruppen wirklich denken.
Die Studie wurde vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos in Grossbritannien und vom Global Institute for Women's Leadership an der King's Business School London durchgeführt. Anlass dafür war der Internationale Frauentag 2026. Befragt wurden dabei 23'000 Personen aus 29 Ländern. Dazu gehörten unter anderem Grossbritannien, die USA, Brasilien, Australien und Indien. Personen aus der Schweiz gehörten nicht dazu.
Dabei kam heraus, dass 31 Prozent der Männer der Gen Z der Meinung sind, dass eine Ehefrau ihrem Ehemann immer gehorchen sollte. Ein Drittel (33 Prozent) fand zudem, dass der Ehemann bei wichtigen Entscheidungen das letzte Wort haben sollte.
Gen Z ist konservativer als die Babyboomer
Damit haben die Gen-Z-Männer weitaus konservativere Ansichten als noch ihre Grossväter aus der Generation der Babyboomer (Geburtsjahr von 1946 bis 1964). Davon gaben nämlich nur 13 Prozent an, dass die Ehefrau gehorchen soll, und 17 Prozent, dass der Ehemann das letzte Wort haben sollte.
Dieses Bild zeigt sich auch bei den sexuellen Normen der Generationen. Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) der Gen-Z-Männer sind der Meinung, dass eine «richtige Frau» niemals die Initiative beim Sex ergreifen sollte. Bei den Babyboomern denken das nur sieben Prozent.
Aber auch bei den jungen Frauen zeigt die Studie einen Trend zu konservativeren Rollenbildern. So stimmte fast ein Fünftel (18 Prozent) der Gen-Z-Frauen der Aussage zu, dass eine Ehefrau gehorchen sollte. Bei den Babyboomer-Frauen waren es gerade mal sechs Prozent. Bei der Frage zur sexuellen Initiative fanden zwölf Prozent der weiblichen Gen-Z-Befragten, dass diese nicht von ihnen kommen sollte, während die Babyboomer-Frauen nur bei sieben Prozent liegen.
57 Prozent der Männer sehen sich als diskriminiert
Die Online-Umfrage stellte zusätzlich die Frage, wie zufrieden die Teilnehmenden mit der Gleichstellung im eigenen Land waren. Dabei gaben 61 Prozent der Gen-Z-Männer an, dass im eigenen Land genug getan wurde. 57 Prozent der Gen-Z-Männer sind sogar der Ansicht, dass die Gleichstellung von Frauen so weit gefördert wurde, dass nun Männer diskriminiert werden.
Julia Gillard von der King’s Business School zeigt sich über die Umfrageergebnisse besorgt: «Es ist beunruhigend zu sehen, dass die Einstellung zur Gleichstellung der Geschlechter nicht positiver ist, insbesondere unter jungen Männern.» Dazu erklärt Robert Grimm, dass dabei tatsächlich Social Media eine grosse Rolle spielt: «Digitale Ökosysteme verstärken die Polarisierung, weil Social-Media-Algorithmen zugespitzte Botschaften belohnen.»
Solche zugespitzten Botschaften gibt es gerade auf der Social-Media-Plattform TikTok zu genüge. Im letzten Jahr trendete etwa das Phänomen der Tradwives, was für traditionelle Hausfrau steht. Dabei haben junge Frauen gezeigt, wie sie ihrem Mann dienen und damit Millionen von Klicks generiert. Die Manosphere im Gegensatz ermutigt junge Männer dazu, Frauen zu unterdrücken.
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(sav)
