Wirtschaft
International

Donald Trump kritisiert Brexit-Deal und kritisiert Jeremy Corbyn scharf

President Donald Trump meets with British Prime Minister Boris Johnson at the United Nations General Assembly, Tuesday, Sept. 24, 2019, in New York. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump,Boris Johnson
Der britische Premier Boris Johnson und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen in New York.Bild: AP

Jetzt mischt auch noch Trump beim Brexit-Chaos mit und attackiert Corbyn

01.11.2019, 06:2801.11.2019, 09:14

US-Präsident Donald Trump hat das vom britischen Premierminister Boris Johnson ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU kritisiert. Es mache den Abschluss eines Handelsabkommens mit den USA unmöglich

Trump attackierte am Donnerstag in einem Interview mit dem Chef der EU-feindlichen Brexit-Partei, Nigel Farage, im Radiosender LBC ausserdem den britischen Oppositionsführer Jeremy Corbyn scharf.

«Dieser Deal... man kann es nicht machen, man kann keinen Handel treiben», sagte Trump in dem Telefoninterview mit dem Rechtspopulisten und Brexit-Hardliner Farage, der auf LBC eine eigene Sendung hat. Die USA könnten unter diesen Voraussetzungen «kein Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich» abschliessen.

Trump forderte Johnson und seinen «Freund» Farage zudem zu einer Zusammenarbeit bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember auf. Die beiden sollten sich «zusammentun», weil sie zusammen ein gutes Ergebnis erzielen könnten, sagte der US-Präsident. Farages Brexit-Partei habe schon bei der vergangenen Wahl «fantastisch» abgeschnitten und Johnson respektiere ihn sehr. Farage antwortete, er könne Johnson nur unterstützen, wenn der Premierminister sein «fürchterliches» Brexit-Abkommen aufgebe.

Corbyn wirft Trump Einmischung vor

In dem Interview attackierte Trump auch den Chef der oppositionellen Labour-Partei, Corbyn. Als möglicher Premierminister nach den Neuwahlen vom 12. Dezember wäre Corbyn «so schlecht» für Grossbritannien, sagte der US-Präsident. «Er würde euch an so schlechte Orte führen.»

Corbyn warf Trump daraufhin im Kurzbotschaftendienst Twitter eine Einmischung in den britischen Wahlkampf vor. «Trump versucht sich in die Wahlen in Grossbritannien einzumischen, damit sein Freund Boris Johnson gewählt wird.»

Trump hat sich schon mehrfach in den Brexit-Streit in Grossbritannien eingemischt und sich dabei meist hinter Johnson gestellt. Im September sagte Trump, die USA und Grossbritannien arbeiteten an einem «grossartigen Handelsabkommen» für die Zeit nach dem Brexit. Im August lobte er Johnson als «grossartig» und bezeichnete ihn als «richtigen Mann» zur Umsetzung des Brexit.

Grossbritannien hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren. (sar/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Brexit-Chaos seit Johnsons Amtsübernahme
1 / 22
Das Brexit-Chaos seit Johnsons Amtsübernahme
Im Sommer 2019 hat Boris Johnson das Amt von Theresa May übernommen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das sagt Boris Johnson zu seinem Brexit-Deal
Video: srf
Mafia: Ein Mord ohne Leiche – und die Spur führt in die Schweiz
Der Fall des verschwundenen italienischen Unternehmers Lamberti wird zum Mordfall. Nicht nur Geldspuren führen ins Schweizer Mafia-Milieu.
Am 3. Juli 2021 verschwand der damals 68-jährige Unternehmer Pasquale Lamberti spurlos. Bevor er mitten in der Nacht zu einem mysteriösen Treffen aufbrach, hinterliess er in seiner Wohnung in Norditalien einen Zettel. Darauf stand: «Mein Leben ist in Gefahr.» Auf seinem Handy hinterliess er zudem eine Notiz, in der er fünf Personen nannte, die für sein allfälliges Verschwinden verantwortlich seien.
Zur Story