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Fünf Menschen sterben bei Doppelanschlag in London

23.03.2017, 01:40

Bei dem Doppelanschlag am britischen Parlament in London sind nach jüngsten Angaben der Polizei mindestens fünf Menschen getötet worden, unter ihnen der Täter. Rund 40 Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher von Scotland Yard am späten Mittwochabend mit.

Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Sie nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. Bei den Opfern des Anschlags handelt es sich um einen 48-jährigen Polizisten sowie drei Passanten.

Scotland Yard geht davon aus, dass die Identität des ebenfalls getöteten Attentäters geklärt ist. Weitere Angaben gab es dazu nicht. Der Chef der britischen Terrorabwehr, Mark Rowley, sagte vor Journalisten, die Polizei gehe von einem islamistisch motivierten Gewaltakt aus.

Der Attentäter war am Mittwochnachmittag zunächst auf der Westminster-Brücke neben dem Parlament mit einem Auto in die Passanten gerast, später krachte der Wagen in den Zaun des Parlaments.

Anschliessend griff der Mann auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten mit einem Messer an, der später an seinen Verletzungen starb. Der Angreifer wurde von anderen Polizisten niedergeschossen.

Jahrestag der Terrorattacken von Brüssel

Auch am späten Abend war das Areal um das Parlament in London noch weiträumig abgesperrt. Hubschrauber kreisten über dem Regierungsviertel.

Der Doppelanschlag von London wurde auf den Tag genau ein Jahr nach den Terrorattacken von Brüssel verübt, bei denen islamistische Selbstmordattentäter 32 Menschen mit sich in den Tod gerissen und mehr als 300 weitere verletzt hatten.

Premierministerin May kündigte an, dass die Terrorwarnstufe in Grossbritannien trotz des Anschlags nicht erhöht wird. Nach einer Sitzung mit ihrem Sicherheitskabinett im Regierungssitz Downing Street bestätigte sie auch, dass es sich bei dem Angreifer um einen Einzeltäter handelte.

Den Anschlag bezeichnete sie als «krank und verkommen». Das Leben werde wie gewohnt weitergehen. «Morgen früh wird das Parlament zusammentreten wie immer.» Nach der aktuellen Warnstufe in Grossbritannien gilt ein Anschlag bereits als «sehr wahrscheinlich».

Keine Schweizer Opfer

Unter den Verletzten in London sind mindestens drei französische Schüler, wie das französische Aussenministerium in Paris mitteilte. Auch zwei rumänische Staatsbürger sollen verletzt worden sein.

Schweizerinnen und Schweizer seien nach ersten Erkenntnissen keine unter den Opfern, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

Mehrere Opfer hätten «katastrophale Verletzungen» erlitten, zitierte die Nachrichtenagentur Press Association einen Arzt aus dem nahe dem Parlament gelegenen St. Thomas Spital.

Fotos und Filmaufnahmen von Zeugen

Die Polizei rief Zeugen auf, Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Zugleich bat sie Augenzeugen um Zurückhaltung. Sie sollten keine Bilder und Videos von Verletzten in Umlauf bringen.

Verbündete Grossbritanniens wie US-Präsident Donald Trump, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande reagierten bestürzt und sicherten den Briten Unterstützung zu.

Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard verurteilte den Anschlag, wie das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation auf Twitter mitteilte.

Beim letzten Terroranschlag in London hatten im Juli 2005 vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze gezündet. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt. (sda/dpa/reu)

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