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EU verbietet PFAS in Verpackungen: Das gilt in der Schweiz

Der Paketbote der Schweizerischen Post Carlos Hugo Vega sortiert Pakete beim Beladen der Lieferwagen fuer die Zustellung, in der Distributionsbasis Oerlikon, aufgenommen am Dienstag, 5. Dezember 2023  ...
Schweizer Firmen, die in die EU exportieren, müssen sich hinsichtlich der Verpackungen anpassen.Bild: KEYSTONE

EU verbietet PFAS in Verpackungen – das gilt in der Schweiz

12.08.2026, 08:4912.08.2026, 08:49

Ein Coffee to go, eine Pizza zum Mitnehmen und eine Bestellung aus dem Internet, die im riesigen Karton kommt: Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden.

Die von nun an geltende EU-Verpackungsverordnung schreibt neue Grenzwerte für sogenannte PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Lebensmittelverpackungen vor. Mit den auch Ewigkeitschemikalien genannten Stoffen soll etwa das Durchweichen des Pommes-Kartons oder der Döner-Tüte verhindert werden.

McDonald's Sauce Essen Pommes
Verweichte Pommes-Kartons sind in der EU bald passé.Bild: Shutterstock

Der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zufolge sind die Grenzwerte so niedrig, dass eine absichtliche Verwendung quasi ausgeschlossen ist. Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.

Neben den strengen Grenzwerten für PFAS bringt die neue Verordnung auch andere weitreichende Veränderungen mit sich. Für Verbraucher dürften die meisten davon allerdings erst ab 2030 sicht- und spürbar werden.

Recyclingfähig und so klein wie möglich

Künftig müssen Verpackungen recyclingfähig und so klein wie möglich sein. Der erlaubte Leerraum etwa in Kartons bei Online-Bestellungen wird auf 50 Prozent begrenzt. Der Platz, der etwa mit Papier, Luftpolsterfolie oder Styropor-Chips gefüllt ist, gilt auch als Leerraum. Darüber hinaus sind dann bestimmte Einwegplastikverpackungen für unverarbeitetes frisches Obst und Gemüse untersagt. Auch sind etwa sehr leichte Plastiktüten verboten – ausser sie werden aus Hygienegründen oder für lose Lebensmittel benötigt und wirken so der Lebensmittelverschwendung entgegen.

Verpackungsmüll ist ein grosses Problem. Im Jahr 2023 fielen dem EU-Statistikamt Eurostat zufolge 177,8 Kilogramm Verpackungsabfälle pro Einwohner an. Die neuen Regeln sollen dafür sorgen, dass der Verpackungsmüll in der EU bis 2040 schrittweise um mindestens 15 Prozent im Vergleich zu 2018 reduziert wird. Bis 2030 sollen es fünf Prozent weniger sein, zehn Prozent bis 2035.

Das bedeutet die neue Regelung für die Schweiz

Die EU-Verpackungsverordnung gilt in der Schweiz nicht automatisch und auch ein allgemeiner EU-Schweiz-Mechanismus greift hier nicht, schreibt die Handelskammer Deutschland Schweiz. Für Inlandproduktion, Entsorgung und Verwertung gilt daher Schweizer Recht weiterhin. Jedoch müssen auch in der Schweiz die Produktionsprozesse nach dem Stand der Technik so ausgestaltet werden, dass möglichst wenig Abfälle anfallen.

Angelieferte Pakete mit gespendeten Lebensmitteln und Hygieneartikeln, bei der Aktion 2x Weihnachten vom Schweizerischen Roten Kreuz SRK, am Dienstag, 6. Januar 2026, in Wabern bei Bern. Im Vorjahr wu ...
Beim Versand in die EU müssen Schweizer Unternehmen einiges beachten.Bild: Keystone

Die neue Verpackungsverordnung kann sich jedoch auf Schweizer Unternehmen auswirken, die in die EU exportieren. Diese müssen sich dann im Hinblick auf Recyclingfähigkeit, Verpackungsminimierung, Material- und Rezyklatdaten, Konformitätsnachweise und Kennzeichnung der EU anpassen. Bei Verstössen kann es zu Sanktionen kommen.

(sda/dpa/kek)

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fritz Spitz
12.08.2026 08:59registriert Juli 2014
Schade, dass es in der Schweiz wieder mal nicht übernommen wird. Die Schweiz hinkt oft hinterher bei Dingen, welche die Menschen hier im Land schützen sollte.
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Ali mini äntli
12.08.2026 09:12registriert September 2021
Alle Händler, die auch in die böse EU verkaufen wollen, werden das umsetzen.
Sünneli-Schwenkelemente hingegen kann weiterhin mit Ewigkeitsrückstände geliefert werden, damit der schweizer Bauer weiterhin seine Felder vermüllen kann. Falls dann die Grenzwerte zu hoch sind wird er selbstverständlich vom gemeinen Steuerzahler entschädigt.
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Kei Luscht
12.08.2026 10:12registriert Dezember 2015
Und genau deshalb spricht die SVP immer vom "Unterwerfungsvertrag" mit der EU. Stellt euch vor, wir müssen solche Regelungen übernehmen, die den Konsumenten und nicht den Firmen helfen. Wo kämen wir (bzw der Filz) denn da hin?
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