Die Gotthard-Bilanz: Nur an einem einzigen Tag gab es keinen Stau
Die Herbstferien stehen vor der Tür. Für die eine oder den anderen geht es in den Süden – oft durch den Gotthard. Der Stau vor der Röhre lässt sich dabei praktisch nicht vermeiden.
Denn zwischen dem 11. Juli und dem 22. September staute es am Gotthard an 73 von 74 Tagen. Das zeigen Zahlen der App Gottardo Live, die Meldungen des Bundesamts für Strassen (Astra) auswertete. Die Analyse beruht auf über 19'000 Messungen im Fünf-Minuten-Takt innerhalb des Zeitraums.
Wann es am meisten staute
Im beobachteten Zeitraum gab es zwischen 11 und 18 Uhr praktisch immer Stau. Wer vor 7 Uhr und nach 21 Uhr beim Gotthard ankam, hatte es gemütlicher: Zu diesen Zeiten war die Chance auf eine Blechlawine deutlich geringer.
An welchen Tagen es vor dem Tunnel staute, überrascht nicht: meistens am Wochenende. Am Samstag war für Reisende die Chance mit 70 Prozent am höchsten, am Nord- oder Südportal in einen Stau zu kommen. Am zweit- und dritthäufigsten stockte der Verkehr freitags und sonntags (jeweils zu 59 Prozent). Auch am Montag staute es zu 46 Prozent auf mindestens einer Seite.
Den Höhepunkt erreichte die Staulänge am Samstag, 18. Juli. Am Morgen staute es am Nordportal zwischen Altdorf und Göschenen auf bis zu 20 Kilometern. Wegen der Sommerferien kam es in dieser Zeit in Richtung Süden häufig zu Staus.
Der Gotthard ist kein Einzelfall
Der Gotthard bleibt zwar ein prominentes Symbol für verstopfte Schweizer Strassen, doch der Verkehrsflussbericht 2025 des Bundesamts für Strassen (ASTRA) verlagert den Fokus deutlich.
Während das Stauaufkommen am Gotthard 2025 mit einem Plus von 3,2 Prozent nur unterdurchschnittlich wuchs, kletterten die Staustunden auf dem gesamten Nationalstrassennetz auf einen neuen Rekordwert von 68'040 Stunden.
Satte 89,3 Prozent dieser Verkehrsstörungen sind schlicht auf die pure Überlastung der Strassen zurückzuführen. Das eigentliche verkehrstechnische Drama spielt sich also nicht primär im saisonalen Ferienverkehr im Alpenraum ab, sondern im alltäglichen Pendlerverkehr: Zwei Drittel aller Staustunden entfallen allein auf die Autobahnen A1, A2 und A3, wobei die massiven Zunahmen der Staus vor allem die Ballungsräume wie Basel oder die Region Zürich/Aargau treffen.
