DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Flüchtlingsboote erreichen Italien – Malta in der Kritik



In Italien und Malta hat die Not von Migranten, die auf Booten übers Mittelmeer kommen, zu Ostern für Tauziehen zwischen privaten Rettern und Behörden gesorgt. Es gab jedoch auch Meldungen über mehr als 170 Menschen, die auf Sizilien an Land gehen konnten.

Knapp 150 Migranten an Bord des privaten deutschen Rettungsschiffs «Alan Kurdi» sollen zunächst für eine Corona-Quarantäne auf eine italienische Fähre gebracht werden. Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci habe mitgeteilt, dass die Fähre «Azzurra» der Reederei GNV als Quarantäne-Schiff zur Verfügung stehe.

Der Sprecher der Organisation Sea-Eye, die die «Alan Kurdi» betreibt, erläuterte der dpa am Montag, noch seien ihm keine Details bekannt. Gorden Isler sagte, er rechne damit, dass das Tauziehen um die Menschen von der «Alan Kurdi» noch dauern werde. Allerdings versorgten die Italiener das Schiff mit Essen und anderen benötigten Dingen.

epa07755727 (FILE) - A handout photo made available by German civil sea rescue organisation sea-eye shows the Alan Kurdi vessel, at an undisclosed location, 29 June 2019 (reissued 04 August 2019). According to Maltese Prime Minister Joseph Muscat on Twitter, Malta will take in the 40 migrants from the rescue ship until people are distributed to other EU countries. The German government and the EU Commission had agreed on the distribution of all persons to the member states.  EPA/FABIAN HEINZ / SEA-EYE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Italien und Malta haben ihre Häfen vor einigen Tagen wegen der Corona-Krise für die privaten Seenotretter geschlossen. Rom hatte Berlin informiert, dass aus italienischer Sicht Deutschland für die Menschen von der «Alan Kurdi» verantwortlich sei.

Nach unbestätigten Berichten über ein Bootsunglück mit Migranten vor Malta teilte die EU-Grenzschutzagentur Frontex in Warschau mit, sie habe vier von ihr beobachtete Boote orten können. Zwei hätten Sizilien erreicht, zwei weitere befänden sich in der Seenotrettungszone von Malta.

Auf der italienischen Insel Sizilien berichten die Behörden, am Ostermontag seien 77 Menschen bei Portopalo di Capo Passero in der Provinz Syrakus angekommen. Zuvor hatten bereits lokale Behörden in Pozzallo nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag über die Ankunft von rund 100 Migranten berichtet. Die meisten davon seien auf einer landwirtschaftlichen Anlage untergebracht worden. Dabei gibt es nach Behördenangaben einen Corona-Fall.

Vor Malta bekam das spanische Rettungsschiff «Aita Mari» nach Angaben der Betreiber von den Behörden grünes Licht für einen Hilfseinsatz. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Salvamento Marítimo Humanitario (SMH) mit. Sie schrieb auf Twitter, dass die Besatzung der «Aita Mari» ein Boot mit 47 Migranten entdeckt habe, das vor der Küste Maltas in Seenot geraten sei. An Bord gebe es eine schwangere Frau und sechs Menschen, die wegen Flüssigkeitsmangel vorübergehend bewusstlos geworden seien.

epa08026333 Spanish humanitarian rescue vessel 'Aita Mari' arrives with 78 rescued migrants onboard in the port of Pozzallo, Sicily island, southern Italy, 26 November 2019. The migrants, 71 men, six women and a child, will be transferred to the Pozzallo hot spot.  EPA/FRANCESCO RUTA

Bild: EPA

Die «Aita Mari» wolle die Migranten an Bord holen und versorgen. Anschliessend werde man auf die Ankunft eines Arztes aus Malta warten, hiess es. Die Rettung dürfte sich länger hinziehen.

Mehrere Hilfsorganisationen hatten über Ostern auf Twitter auf Notlagen von Booten vor Malta hingewiesen. Es gab Kritik, auch aus Deutschland etwa von Grünen und der evangelischen Kirche, dass Malta sich passiv verhalte und die Seenotrettung verweigere. Maltas Regierungschef Robert Abela hatte die Haltung seiner Regierung in Valletta am Sonntag verteidigt. «Wir haben Ankünfte von überall her gestoppt», sagte Abela. Man habe in der Gesundheitskrise keine Kapazitäten für eine Seenotrettung weit draussen auf dem Meer, sagte er in einem TV-Interview. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Sicheres Contact-Tracing, Made in Switzerland

Sommaruga auf der griechischen Flüchtlingsinsel Lesbos

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Tests statt Lockdown: Österreich sieht sich auf dem richtigen Weg

Knapp zwei Wochen nach der Öffnung aller Läden und vieler Dienstleistungsangebote sieht sich Österreich mit seiner umfassenden Teststrategie auf dem richtigen Weg. Österreich sei weltweit eines der Länder mit den meisten Tests, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf Anfrage. «Als erstes Land in Europa setzen wir auch auf massive Testungen in den Schulen.» Ziel sei es, durch so viele Tests wie möglich das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten oder zumindest ein Wachstum der …

Artikel lesen
Link zum Artikel