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Donald Trumps Pläne: Das hat er vor, falls er wieder US-Präsident wird

Epochales Interview: Was Donald Trump alles ändern will, falls er wieder US-Präsident wird

Wird Donald Trump wieder US-Präsident, will er Millionen von Menschen aus den USA abschieben, den öffentlichen Dienst abbauen und direkt in die Strafverfolgung eingreifen. Das erklärt der Republikaner in einem epochalen Interview mit dem «Time Magazine».
02.05.2024, 09:5502.05.2024, 14:04
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Unter dem Titel «If He Wins» erklärt der ehemalige US-Präsident Donald Trump im aktuellen «Time Magazine», was er bei einem erneuten Wahlsieg im Herbst alles ändern will.
Unter dem Titel «If He Wins» erklärt der ehemalige US-Präsident Donald Trump im aktuellen «Time Magazine», was er bei einem erneuten Wahlsieg im Herbst alles ändern will.bild: screenshot Time.com

Was passiert, wenn Donald Trump im November wieder US-Präsident wird? Das «Time Magazine» hat dreieinhalb Jahre nach der Abwahl aus dem Weissen Haus mit dem Ex-Präsidenten der USA ein äusserst ausführliches Interview geführt.

Am Dienstag nun hat das Nachrichtenmagazin dieses epochale Interview mit dem einst mächtigsten Mann der Welt publiziert. In einer Abschrift dauert es zum Lesen geschlagene 83 Minuten. Und auch die Lesezeit der Zusammenfassung beträgt noch immer 26 Minuten.

Das sind die wichtigsten Punkte aus dem Trump-Interview:

  1. Donald Trump verspricht eine insgesamt entschlossenere zweite Amtszeit und bedauert frühere Nachsicht - ob mit persönlichen Beratern, Mitarbeitern der Verwaltung oder politischen Gegnern.
  2. Namentlich plant der 77-Jährige bei einem Sieg im Herbst die Abschiebung von 11 Millionen Menschen aus den USA, den Bau von Migranten-Internierungslagern, den Einsatz des Militärs zum Schutz der US-Grenze und er will Schwangerschaften überwachen lassen und Verstösse gegen das Abtreibungsverbot gerichtlich verfolgen.

    Ähnlich wie im Wahlkampf 2016, der Trump mit dem Versprechen, eine Mauer an der Südgrenze zu Mexiko zu errichten, ins Amt brachte, wird auch seine aktuelle Kandidatur weitgehend von Ängsten vor der Einwanderung und den Migranten angeheizt.

    In der Abtreibungsfrage krebst Trump nach Wahlerfolgen der Demokraten in jüngerer Zeit dagegen leicht zurück, wenn er dem «Time Magazine» nun sagt: «Man braucht kein Verbot auf Bundesebene.»
  3. Trump hat vor, den öffentlichen Dienst generell zu beschneiden, die Nationalgarde künftig nach eigenem Ermessen einsetzen zu können und seine neue Regierung sowieso nur noch mit loyalen Anhängern zu besetzen. Diese müssten etwa auch seine Behauptungen über Wahlfälschung im Nachgang zu den Wahlen 2020 unterstützen.
  4. Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat hält auch politische Gewalt in den USA selbst wieder für denkbar. Dies, wenn es bei der Wahl im Herbst nicht «fair» zugehen sollte.

    Trump war bei den zwei Terminen für das epochale Interview Mitte und Ende April zu möglicher politischer Gewalt nach dem Wahlgang befragt worden. Beim ersten Mal antwortete er: «Ich denke, wir werden einen grossen Sieg erringen. Und ich denke, dass es keine Gewalt geben wird.»

    Im zweiten Teil des Interviews wurde Trump dann konkret gefragt, was im Falle einer Niederlage passieren würde. Da fügte er vielsagend an: «Ich glaube dieses Mal werden sie nicht damit durchkommen. Und wenn das der Fall ist, werden wir auf rekordmässige Weise gewinnen.»
  5. Zudem verspricht Donald Trump, Anhänger zu begnadigen, die beim Angriff auf das Kapitol am Ende seiner ersten Amtszeit beteiligt waren.
  6. Trump sagt zu seiner Äusserung, dass er gerne einmal für einen Tag Diktator wäre, diese sei humorvoll gemeint. Und dann betont er noch, dass er keinesfalls ernsthaft eine Diktatur anstrebe.
  7. Trotz seiner aggressiven Agenda betont Trump, Entscheide des Obersten Gerichtshofs respektieren zu wollen. Allerdings hat er in seiner ersten Amtszeit massgeblich dazu beigetragen, dass dessen Zusammensetzung ihm politisch inzwischen besser behagen dürfte.
  8. Donald Trump betont zwar, Israel im Iran-Konflikt zu unterstützen. Gleichwohl scheint seine Unterstützung für Israel nicht bedingungslos zu sein, wenn er über Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu sagt: «Ich habe eine schlechte Erfahrung mit Bibi gemacht.»
  9. Überhaupt wiederholt Trump Andeutungen und Äusserungen aus dem laufenden Wahlkampf, wonach die USA unter seiner erneuten Ägide angegriffenen Verbündeten etwa in der Nato nicht mehr helfen würde, wenn er glaubt, dass diese nicht genug für ihre Verteidigung zahlen.

In den USA ist die politische Stimmung seit Jahren aufgeheizt - die polarisierende Amtszeit Trumps und insbesondere der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 wirken bis heute nach. Damals waren Anhänger Trumps nach einer aufwiegelnden Rede des bereits abgewählten Amtsinhabers gewaltsam in das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Washington eingedrungen.

Angst vor Drohungen bewahrheitet sich

Infolge der Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben. Seitdem hat Trump die Mär des angeblichen Wahlbetrugs unzählige Male wiederholt. Auch jetzt betreibt er wieder damit Wahlkampf. Allerdings wurde Trump inzwischen selbst im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt, weil er das demokratische Ergebnis der Präsidentenwahl 2020 im Nachhinein zu kippen versuchte.

Im Januar hatte US-Justizminister Merrick Garland zum Auftakt des Wahljahres zunehmende Drohungen gegen Amtsträger und demokratische Institutionen im Land angeprangert. Seither scheint sich die Befürchtung zu bestätigen, dass die gesellschaftliche Spaltung des Landes durch die absehbare Neuauflage des Duells Trump gegen Amtsinhaber Joe Biden im November nochmals vertieft werden könnte. (sat/dpa) (bzbasel.ch)

Dieser Text ist unter anderem Mithilfe von KI entstanden.

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173 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Loreley
01.05.2024 19:16registriert Mai 2020
Ich werde nie verstehen, dass man DT nochmal zur Wahl zulässt. Ein Zivilist, welcher sich aktuell zahlreichen Gerichtsverfahren stellen muss. Ich hoffe, dass die Mehrheit in den USA erkennen, wir brandgefährlich dieser Typ ist. Die Welt ist eh schon maximal aufgeladen. Diesen unmöglichen Rumpelstilz braucht es definitiv nicht auch nochmal 🙈
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ingmarbergman
01.05.2024 19:09registriert August 2017
„Schwangerschaften überwachen“..
Irgendwie klingt das so, als ob sich Trump gar nicht die Mühe machen will, die moderaten Wähler zu gewinnen, sondern absichtlich verlieren will, damit er danach einen Aufstand seiner Maga-Milizen provozieren kann.
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Ich-möchte-verstehen
01.05.2024 19:15registriert April 2022
Da kann die Welt nur hoffen, dass er die Wahl nicht gewinnt. Mit dem Punkt 6, dass er gerne einen Tag lang Diktator wäre, sagt er alles. Schon jetzt ist es ihm mit seinen Anhänger gelungen viel zu viel Einfluss auf die gegenwärtige Politik zu nehmen. Kommt er an die Macht, dann sind, abgesehen von Indien die Grossmächte und Atomwaffenbesitzer, USA, China und Russland diktatorisch geführt. Hoffen wir das beste.
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