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Bild: sda

So kommentieren Schweizer Medien den Brexit-Deal

25.12.2020, 09:2925.12.2020, 14:21

Tages-Anzeiger: «Ein Deal gegen das Chaos»

«Es ist die gute Nachricht zum Jahresende: Grossbritannien und die EU finden nach der Brexit-Scheidung nun doch zu einer geregelten Partnerschaft. (...) Es ist ein Sieg der Vernunft, ein Deal gegen das Chaos, das ab dem 1. Januar unweigerlich gedroht hätte, wenn Grossbritannien nach der EU auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlässt. (...) Für EU-Kommission und Mitgliedstaaten ging es von Anfang an nur um Schadensbegrenzung. Und hier scheint Brüssel recht erfolgreich gewesen zu sein. So kann die EU einseitig Zölle verhängen oder andere Gegenmassnahmen beschliessen, wenn Grossbritannien bei Staatsbeihilfen oder Sozialstandards Dumping betreibt – möglicherweise also mehr Willkür, als es die Schweiz mit dem Streitschlichtungsmechanismus im Rahmenabkommen befürchten müsste. (...) Der Preis der Scheidung ist noch unbekannt, Gewinner und Verlierer des Brexit werden erst im nächsten Jahr wirklich feststehen.»

Neue Zürcher Zeitung: «Die Vernunft hat gesiegt»

«Der Abschluss des EU-Freihandelsabkommens ist für Grossbritannien die beste Nachricht des Jahres. Der Weg dahin war unnötig schwer, die Wirkung wird unnötig klein sein. Dennoch ist der Vertrag jeden Buchstaben wert. (...) Die Vernunft hat gesiegt, auf beiden Seiten. (...) Doch niemand sollte sich Illusionen machen: Es gibt beim Brexit keine Gewinner. Aus wirtschaftlicher Sicht ist ein Verlassen des Binnenmarktes und der Zollunion der EU – jene harte Ausstiegsvariante, die Premierminister Boris Johnson vorantrieb – ein schädlicher Unsinn. (...) Dieser harte Brexit ist einer der grössten Akte wirtschaftlicher Selbstverletzung in der modernen Handelsgeschichte. London gibt die Taube in der Hand auf und hofft auf den Spatzen auf dem Dach, etwa in Form eines Handelsabkommens mit den USA. (...) Das Freihandelsabkommen ist Schadensbegrenzung.»

CH-Media: «Jetzt sind die Briten die neuen Schweizer»

«Das europäisch-britische Freihandelsabkommen ist nicht das Brexit-Ende, sondern der Startpunkt. Die Briten werden sich die nächsten Jahre und wahrscheinlich Jahrzehnte in ständiger Verhandlung mit der EU wiederfinden. (...) Ähnlich wie es die Schweiz die letzten Jahre und Jahrzehnte getan hat, dürfte Grossbritannien deshalb künftig darauf abzielen, der EU zahlreiche sektorielle Vereinbarungen abzuringen, die das Freihandelsabkommen ergänzen. Und selbst, wenn sich die Briten mehrheitlich mit einem einfachen Deal zufriedengeben: Sie befinden sich so stark im Gravitationsfeld der EU, dass sie sich dem ständigen Dialog mit Brüssel nicht entziehen können. Forschung, Finanzdienstleistungen, Klimaziele – es gibt etliche Bereiche, wo man sich schon bald wieder am Verhandlungstisch begegnen wird. Jetzt sind die Briten die neuen Schweizer.»

SRF: «Schöne Bescherung, dieses Brexit-Abkommen»

«Das neue Partnerschaftsabkommen ist ein kurzfristiger politischer Gewinn für die amtierende britische Regierung und ein grosser ideologischer Verlust für die Europäische Union. Die EU machte daraus nie ein Geheimnis. Der Preis hierfür ist hoch. Die Rechnung geht nur kurzfristig auf. Für beide Seiten. Auf lange Sicht wird die Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU wieder enger werden müssen. Zu gross sind die gemeinsamen Interessen.»

(dfr/sda)

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