Bundesrat
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Auch du, Doris! Bundesrätin Leuthard tritt spätestens im Herbst 2019 zurück



Bundespraesidentin Doris Leuthard besucht die HPW Fresh & Dry Ltd in Adeiso am Mittwoch, 12. Juli 2017, anlaesslich des offiziellen Auslandbesuchs von Bundespraesidentin Doris Leuthard in Ghana und Benin. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bald nicht mehr Bundesrätin: Doris Leuthard. Bild: KEYSTONE

Die amtierende Bundespräsidentin Doris Leuthard hat sich erstmals konkreter zum Zeitpunkt ihres Rücktritts als Bundesrätin geäussert. Sie befinde sich «am Ende ihrer letzten Legislatur», sagte sie am Montag in einem Interview mit dem Westschweizer Fernsehsender RTS.

Hier geht's zum Interview mit dem Westschweizer Fernsehen

Die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hatte sich bisher nie öffentlich in die Karten blicken lassen, wann ihre Bundesratskarriere zu Ende gehen wird. Nun soll spätestens 2019 Schluss sein.

Doris Leuthard wird nach 2019 nicht mehr Bundesrätin sein. Wie findest du das?

Auf die Frage eines Journalisten, ob sie die Übernahme des Aussendepartements vom zurücktretenden Didier Burkhalter anpeile, sagte die Aargauer CVP-Bundesrätin: «Wenn man das Departement wechselt, sollte man immer vier bis sechs Jahre bleiben.» Bei ihr sei die laufende Legislatur aber die letzte.

ARCHIVE – ZUM ANGEKUENDIGTEN RUECKTRITT VON DORIS LEUTHARD AUS DEM BUNDESRAT BIS SPAETESTENS IM HERBST 2019, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 31. JULI 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Bundespraesidentin Doris Leuthard leitet die erste Bundesratssitzung des Jahres im Bundesratszimmer, am Mittwoch, 13. Januar 2010 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Dass sie das Präsidialjahr als krönenden Abschluss ihrer Zeit in der Landesregierung betrachtet, ist zumindest nicht ausgeschlossen. Zwar ist Leuthard erst 54 Jahre alt, doch ist das laufende Jahr bereits ihr elftes im Bundesrat. Sie ist damit das dienstälteste Mitglied der Landesregierung.

Zudem sind einige Meilensteine erreicht. Der Gotthard-Basistunnel ist eröffnet, die Energiewende ist eingeleitet. Letzteres war so nicht erwartet worden, als Leuthard im Herbst 2010 vom Wirtschafts- ins Umweltdepartement wechselte.

Energiewende als Vorzeigeprojekt

Damals schien es, als hätten die Befürworter der Atomkraft Grund zum Feiern: Die Aargauerin, die der Atomindustrie nahestand, hatte sich stets für den Bau neuer AKW ausgesprochen. Doch es kam anders.

Swiss Federal councillor Doris Leuthard during a press conference about the result of the vote on

Bild: KEYSTONE

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 liess Leuthard umgehend die Rahmenbewilligungsverfahren sistieren. Wenige Wochen später verkündete die Energieministerin, der Bundesrat wolle auf neue Atomkraftwerke verzichten.

Der Entscheid war pragmatisch: Nach Fukushima wäre eine Abstimmung über neue AKW wohl schwer zu gewinnen gewesen. Dass das Signal so rasch erfolgte, war aber Leuthards Verdienst. Sie wusste die Chance zu nutzen, welche die Situation auch für sie persönlich bot. Mit Begeisterung schlüpfte sie in die Rolle der anpackenden Magistratin und vermochte so ihre bereits grosse Popularität noch zu steigern.

Wenige politische Niederlagen

Leuthard ist bekannt für ihr gewinnendes Auftreten und ihr kommunikatives Talent, ob im Parlament oder vor der Kamera. Vor 2017 amtete sie bereits 2010 als Bundespräsidentin.

Zu ihren Niederlagen gehören das Nein zu einer teureren Autobahnvignette, das Ja zur Zweitwohnungsinitiative sowie der ungelöste Fluglärmstreit mit Deutschland.

Schon als Wirtschaftsministerin hatte sie schwierige Phasen durchlebt. Gegen den von ihr propagierten Agrarfreihandel mit der EU regte sich in der eigenen Partei Widerstand. Mit dem Wechsel ins UVEK konnte sie diesem Problem entfliehen und gleichzeitig einen Wunsch der CVP erfüllen.

Steile Karriere

Die Karriere von Doris Leuthard verlief nahezu reibungslos – und in rasantem Tempo. 1997 wurde die damals unbekannte Juristin in den Aargauer Grossen Rat gewählt, bereits zwei Jahre später in den Nationalrat. Nach der Abwahl von Ruth Metzler 2003 übernahm sie die Parteileitung.

ARCHIVE – ZUM ANGEKUENDIGTEN RUECKTRITT VON DORIS LEUTHARD AUS DEM BUNDESRAT BIS SPAETESTENS IM HERBST 2019, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 31. JULI 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Bundesraetin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenoessischen Departements fuer Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, spricht an einer Medienkonferenz zum Verkehrsfluss und Baustellen auf den Nationalstrassen, auf der Baustelle zur Nationalstrassen-Erweiterung bei Haerkingen-Wiggertal, am Montag, 5. Mai 2014, in Gunzgen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)..

Bild: KEYSTONE

Die Aargauerin gilt als charmant, wurde rasch zum Gesicht der Partei und verlieh dieser ein neues Image. Als Joseph Deiss aus dem Bundesrat zurücktrat, war Leuthard von Beginn weg die Kronfavoritin. Die Wahl am 14. Juni 2006 war praktisch Formsache. Innerhalb von nur neun Jahren war Leuthard so von der unbekannten Grossrätin zur Bundesrätin avanciert. (sda)

Magst du Doris Leuthard?

Bundespräsidenten der letzten 20 Jahre

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

35
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 02.08.2017 03:28
    Highlight Highlight Von mir aus kann sie schon gestern zurücktreten. Was gehen mich diese Leute an aus dieser Luxuskaste? Überhaupt nichts! Leute wie unsereiner müssen sich allein durchwursteln. Leute wie diese Oberschichtsleute sind für mich tot.
  • Calvin Whatison 01.08.2017 10:55
    Highlight Highlight Ach Frau Leuthard, von mir aus dürften Sie jetzt schon gehen. nicht erst in 2 Jahren. Was sie geleistet haben, wird die Bürgerin und der Bürger noch teuer zu spüren bekommen. Chapeau wie Sie sich verkauft haben.

    Was soll die Ankündigung? wünscht Madame amerikanische Verhältnisse?
  • Turi 31.07.2017 18:48
    Highlight Highlight endlich. mehr privatisierung (=profite für private) und steuererhöhungen haben wir keinem anderen bundesrat zu verdanken.
  • Burdleferin 31.07.2017 17:24
    Highlight Highlight Die Kommentare klingen wie beim Blick!
    • andrew1 31.07.2017 17:37
      Highlight Highlight Darf man denn niemanden, welcher in der Öffentlichkeit steht kritisieren? Nur friede freude eierkuchen?
    • pachnota 31.07.2017 17:54
      Highlight Highlight mia83
      Und wieso sollten sie anders klingen als beim Blick?
      (sind wir jetzt etwas Besseres?)
    • Fabio74 31.07.2017 18:15
      Highlight Highlight Tja was erwartest du? DIe SVP geht voran mit dem Bashing der Institutionen und der gewählten Menschen und die Schafe blöken mit. Weil den Anstand, Respekt, Sachlichkeit haben SIe nie gelernt oder vergessen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theodorli 31.07.2017 17:02
    Highlight Highlight Bitte nicht Doris, Du bist die Beste die wir haben !!
  • pachnota 31.07.2017 16:58
    Highlight Highlight Endlich!
    Freue mich schon jetzt auf den Tag, wo auch noch eine gewisse Frau S zurücktreten wird!
    • karl_e 31.07.2017 17:09
      Highlight Highlight Der Seitenhieb auf Frau S darf bei dir nicht fehlen, gelle.
    • Madmessie 31.07.2017 17:38
      Highlight Highlight @pachnota: Dich würde ich mal gerne sehen in so einer Position wie Frau Leuthard....Das würde Fremdschämen auf ein neues Niveau heben.
    • pachnota 31.07.2017 17:55
      Highlight Highlight Nein, Karl, darf er nicht !
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 31.07.2017 16:38
    Highlight Highlight Warum die vielen negativen Kommentare?

    In meinen Augen ist Leuthard eines der fähigsten, wenn nicht das fähigste Mitglied der Landesregierung.

    Da würden mir gewisse andere Rücktritte sehr viel mehr Freude bereiten!

    • Tikvaw 31.07.2017 17:09
      Highlight Highlight Ist doch häufig verzerrt hier und anderswo.

      Tatsache ist, dass die Abstimmenden praktisch all ihren Projekten zugestimmt haben.
      Rechnerisch war sie somit die Fähigste im derzeitigen Bundesrat.
    • Chääschueche 31.07.2017 18:41
      Highlight Highlight @Tikvaw
      Zustimmen ja...Ob die Umsetzung dann klapt werden wir sehen. Erst dann sieht man ob Sie wirklich fähig war oder das Volk einfach zu Dumm.
  • Thinktank 31.07.2017 16:36
    Highlight Highlight Rücktritt abgelehnt. Sie muss bis 2050 bleiben und ihre Energiestrategie mitverantworten. Zudem soll sie miterleben, wie ihre fettwabernde SRG kastriert wird.
    • Hugo Wottaupott 31.07.2017 17:16
      Highlight Highlight very amused! best comment!
    • atomschlaf 31.07.2017 17:18
      Highlight Highlight Also ob nur Leuthard der SRG den Hof macht.
      Das tun fast alle Politiker(innen) von links bis rechts, weil sie Angst vor negativer oder (noch schlimmer!) zu wenig Berichterstattung über die Produkte ihrer jeweiligen Profilierungsneurosen haben.
    • Fabio74 31.07.2017 18:17
      Highlight Highlight Wenn Bundesräte nur abtreten dürften wenn Dossiers geschlossen werden können, hätten wir Nordkoreanische Verhältnisse, wo Tote noch dort sitzen.
      Eine Strategie ist nun mal längerfristig und Politik muss über Legislaturperioden planen. Auch wenn das die wenigsten verstehen.
  • Karl Müller 31.07.2017 16:16
    Highlight Highlight "Auch du, Doris!" ... ?

    Ich verstehe nicht - wen soll sie ermordet haben?
  • Pukelsheim 31.07.2017 16:14
    Highlight Highlight Zuerst Burkhalter? Dann Delgado? Und jetzt auch noch Doris?!
    • pachnota 31.07.2017 16:56
      Highlight Highlight Wovon Delgado mit Sicherheit, den größten Verlust darstellt.
  • snowvirus 31.07.2017 16:14
    Highlight Highlight Das schönste Geschenk, das Doris-Warum-AKWs-bei-mir-kommt-der-Strom-für-den-Tesla-aus-der-Steckdose Leuthard der Eidgenossenschaft zum 726. Geburtstag machen konnte.
  • Darkside 31.07.2017 16:13
    Highlight Highlight Beste Nachricht aus Bern seit der Abwahl des Herrliberger Mötzlis.
    • supremewash 31.07.2017 17:43
      Highlight Highlight Naja, ob da von der CVP gescheitere Nachfolgekandidaten kommen werden?
      Als Mittepolitikerin werden wir sie im Bundeshaus noch vermissen.
  • Chääschueche 31.07.2017 16:10
    Highlight Highlight Das sind gute Neuigkeiten.

Interview

Ueli Maurer kritisiert Corona-Alarmismus: «Man darf jetzt nicht in Hysterie verfallen!»

Die Schweiz müsse lernen, mit dem Coronavirus umzugehen, sagt Bundesrat Ueli Maurer. Er plädiert für eine «faktenbasierte Analyse», wendet sich gegen Angstmacherei und pauschale Verschärfungen. Und er sagt: «Haben wir diese Grippe einmal überstanden, bleiben die wirtschaftlichen Schäden noch auf Jahre hinaus.»

Ueli Maurer empfängt die «Schweiz am Wochenende» im Finanzdepartement zum Interview. Das Gespräch findet mit grossem Abstand statt, aber ohne Maske. Der SVP-Bundesrat wirkt entspannt.

Sie haben sich an den virtuellen G20- und IWF-Treffen mit ausländischen Amtskollegen ausgetauscht. Wo steht die Schweiz international in dieser Coronakrise?Ueli Maurer: Bei den Gesprächen ist sie kaum ein Thema, da interessieren China, die USA und die EU. Die Schweiz fliegt unter dem Radar, aber eines wird auch …

Artikel lesen
Link zum Artikel