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Die Fiesta ist aus - aber der Hype um Pamplonas wilde Stiere lebt



Mit dem gefährlichsten aller acht Stiertreiben und drei auf die Hörner genommenen Läufern ist am Sonntag das traditionelle «Sanfermines»-Fest im nordspanischen Pamplona zu Ende gegangen.

Der unbestrittene Protagonist der Hatz war der braune Kampfbulle Rabanero, mit stolzen 640 Kilogramm das mächtigste Tier auf der Strecke. Nachdem er kurz zu Boden gegangen war, blieb der Stier hinter der Gruppe zurück und verletzte in einem wilden Lauf mehrere Teilnehmer, die bei dem Spektakel ihren Mut unter Beweis stellen wollten.

Ein 30-jähriger Australier wurde am linken Bein aufgespiesst und durch die Luft gewirbelt. Ein weiterer Australier und ein junger Mann aus Madrid bekamen die Hörner Rabaneros ebenfalls zu spüren.

Zwei Teilnehmer hätten zudem Prellungen und Quetschungen erlitten, teilten die Ärzte mit. Insgesamt wurden somit 35 Läufer bei «San Fermín 2019» im Spital behandelt, mehrere mussten sich Operationen unterziehen.

Tausende Touristen

Das Volksfest, das der Stierkampf-Fan Ernest Hemingway in seinem Roman «Fiesta» (1926) so schwärmerisch beschrieben hat («Man tanzte und trank unentwegt...»), sorgt trotz aller Kritik von Tierschützern weiterhin für einen Hype, zumindest in Spanien.

Aber auch Tausende Touristen aus aller Welt - speziell aus Europa, Australien und den USA - reisen alljährlich an, um die Stiere die fast 880 Meter lange Strecke in die Arena rennen zu sehen oder selbst ihren Mut zu testen.

Der staatliche Fernsehsender RTVE, der die Hatz traditionell jeden Morgen um 8.00 Uhr live überträgt, entsandte eigens 80 Mitarbeiter nach Pamplona. Mit 29 Kameras wurde jeder Moment der berühmt-berüchtigten «Encierros» festgehalten, bei denen Stiere und Menschen über vier Abschnitte quer durch die kurvige Altstadt Pamplonas jagen.

Live-Schaltungen ins Spital

Im Anschluss gibt es Zeitlupeneinstellungen und Expertenrunden sowie Gespräche mit Züchtern und Mozos (Läufern), während Ärzte bei Live-Schalten ins Spital vom Zustand der Verletzten berichten. Das Rote Kreuz behandelt gleich vor Ort die, die mit leichteren Blessuren davongekommen sind.

Blut bekommen die Fernsehzuschauer dabei fast jeden Tag zu sehen. Dennoch: Todesopfer - zumindest menschliche - gab es schon seit 2009 nicht mehr zu beklagen. Seit 1924 sollen es insgesamt 15 gewesen sein. Die Stiere hingegen sterben am Abend bei der «Corrida», wenn ein Torero ihnen den Todesstoss versetzt.

Das ruft seit vielen Jahren Tierschützer auf den Plan, die jedes Jahr wenige Tage vor dem Startschuss mit aufsehenerregenden Aktionen vor dem Rathaus protestieren. «Wir leben im Jahr 2019. Kein Lebewesen sollte qualvoll erstochen werden, damit sich ein lauter Mob daran ergötzen kann», hiess es auf der Webseite der Organisation Peta.

Zu schnelle Leitochsen

Einen Aufstand ganz anderer Art gab es hingegen am Donnerstag: Gleich mehrere Pamplona-Veteranen, die seit Jahren mit den Stieren rennen, kritisierten die heutigen «Encierros» als «verfälscht» und «Betrug» - und versammelten sich deshalb zu einem kurzen Sitzprotest. Das Portal «Navarra.com» sprach von einer «historischen Rebellion».

So mache es der Einsatz von extrem schnellen Leitochsen, die den Stieren das Tempo vorgeben, heute fast unmöglich, noch vor den in rasendem Tempo durch die Strassen preschenden Tieren herzulaufen, monierten die Männer. Zudem werde der Strassenbelag mit einem Anti-Rutschmittel behandelt, was die Tiere noch schneller mache. Die Bullentreiben seien somit zu einer «Farce» verkommen, hiess es. (sda/dpa)

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