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CD-Release: «Pimp pimp... Hooray!» - Kendrick Lamar mit Überraschungsalbum

04.03.16, 16:36


Halbgar, unbetitelt, nicht fertig abgemischt? Egal, Kendrick Lamars neues Album ist da. Wieder punktet der Grammy-Gewinner mit verjazztem atmosphärischen Westküsten-Rap. Die Veröffentlichung erfolgte letzte Nacht still und leise.

«Yo», hatte NBA-Basketballstar LeBron James vor gut einer Woche an Anthony Tiffith getwittert. «Nach diesem Kendrick Lamar Grammy-Auftritt, musst Du diese unbenannten Titel so schnell wie möglich veröffentlichen!». Der Chef des Labels TDE liess sich nicht lange bitten. Zehn Tage später ist an der US-Ostküste gegen Mitternacht ein neues Lamar-Album mit graugrünem Cover in den Streamingportalen aufgeploppt.

«Untitled Unmastered» hat der Rapper die Zusammenstellung aus Studioversionen von acht namenlosen Tracks genannt. Er nennt es «Projekt». Was Auftritten bei Late Night-Sendungen wie dem «Colbert Report» und der «Tonight Show» sowie seiner Erfolgsnacht bei den Grammys vorbehalten blieb, schafft es nun als Album in den digitalen Plattenschrank.

Daten statt Titel

Die Platte öffnet mit der düsteren Warnung eines jüngsten Gerichts, das die Menschheit zum Ende der Diskriminierung zwingen wird. Es ist grooviger Westküsten-Rap, begleitet von flüssigem Jazz wie «Untitled 05 09.21.2014», in dem der fünffache Grammy-Gewinner den Verlust seines Glaubens an Gott beklagt. Oder im träumerischen «Untitled 06 06.30.2014», in dem ihn Selbstzweifel zu plagen scheinen.

Gegen Ende rappt Lamar zum wiederkehrenden Ruf «Pimp pimp... Hooray!» ein paar Takte über die Beats von Egypt Daoud Dean, dem fünfjährigen Sohn von Alicia Keys und Produzent Swizz Beatz.

Dass der 28-jährige Rapper aus dem kalifornischen Compton die Stücke bis heute zum Besten gibt, obwohl sie es nicht auf sein gerühmtes Album «To Pimp A Butterfly» schafften, beweist seine Liebe zur Musik. «Es gibt glaube ich bis zu zehn Songs, die ich liebe und die ich immer noch spiele, die es nicht geschafft haben», verriet er dem Portal «2DopeBoyz» in einem Interview Mitte Februar.

Anders als Kanye West, der Jahre an seinem Album herumdokterte und selbst den mehrfach geänderten Titel kurz vor knapp nochmal über Bord warf, hat Lamar einfach losgelegt. Zwar lagen die Stücke schon vor, doch seine Zurückhaltung und der leise Release über Nacht stellen ihn in krassen Gegensatz zum überheblichen Holterdiepolter-Hiphop von Superstar Kanye. (sda/dpa)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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