Fertignahrung könnte laut Studie das Krebsrisiko steigern

15.02.18, 16:00

Der übermässige Konsum von Fertignahrung könnte das Krebsrisiko steigern. Laut einer Studie französischer und brasilianischer Forscher besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von stark industriell verarbeiteten Lebensmitteln und der Erkrankung an Krebs.

Die Forschenden betrachteten Daten von fast 105'000 französischen Erwachsenen, die Auskunft über ihren Konsum von 3300 verschiedenen Lebensmitteln gaben. Mit diesen Ergebnissen verglichen die Forscher die Zahl der Krebsdiagnosen.

Dabei zeigte sich, dass es bei einem erhöhten Verzehr stark verarbeiteter Lebensmittel ein erhöhtes Krebsrisiko gebe, schrieben die Wissenschaftler im Fachmagazin «British Medical Journal». Das Krebsrisiko steige insgesamt um zwölf Prozent.

Kein ursächlicher Zusammenhang

Die fraglichen Lebensmittel sind etwa Tiefkühlgerichte, abgepacktes Brot und industrielle Brötchen, Frühstücksflocken, Fertigpizza und -kuchen, Chips, Desserts, Limonaden, Fisch- und Hähnchen-Nuggets oder auch Instant-Nudeln und -suppen. Diese Speisen sind meist süsser oder salziger als unverarbeitete Lebensmittel und enthalten einen höheren Anteil an ungesunden gesättigten Fettsäuren.

Die Forscher betonen, dass ihre Studie lediglich eine Korrelation zwischen einem starken Verzehr von Fertignahrung und Krebs zeige - dies könne aber Zufall sein und bedeute nicht, dass diese Produkte direkt krebserregend seien.

Aber diese Produkte hätten meist einen schlechteren Nährwert, zudem seien sie zu fettig und kalorienreich oder zu salzig und enthielten oft Zusatzstoffe. Ausserdem entstünden durch das Erhitzen der Gerichte neue chemische Substanzen, und die Verpackungen könnten Bisphenol A enthalten.

Weite Definition

Die Studie löste Kritik aus: Der Ernährungswissenschaftler Ian Johnson vom englischen Quadram Institute Bioscience sagte, die Wissenschaftler hätten die Definition des industriell gefertigten Essens zu weit gefasst. Deshalb bleibe unklar, was genau krebserregend sei.

Tom Sanders vom Londoner King's College kritisierte, dass die Studie selbstgemachtes oder handwerklich hergestelltes Essen wie Kuchen, Käse, Fleisch oder Dosengemüse ebenso ausnehme wie den Verbrauch von Zucker und Salz in der heimischen Küche. Es sei zudem falsch zu sagen, dass Industrie-Speisen stets nährstoffärmer seien als daheim oder von Bäckereien und Küchen hergestelltes Essen. (sda/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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