International
Homosexualität

Italiens höchstes Gericht erlaubt Adoption bei lesbischem Paar

Italiens höchstes Gericht erlaubt Adoption bei lesbischem Paar

22.06.2016, 21:1623.06.2016, 09:14

Das italienische Kassationsgericht hat im Fall eines lesbischen Paares einer Frau die Adoption des Kindes ihrer Partnerin erlaubt. In einem möglicherweise wegbereitenden Urteil entschied der oberste Gerichtshof des Landes am Mittwoch, dass die «Interessen des Kindes» an oberster Stelle stehen müssten.

Es sei «unzulässig», in dem Fall lediglich die sexuelle Orientierung der Kindsmutter und der Antragstellerin auf eine Adoption zu berücksichtigen.

In dem konkreten Fall ging es um ein lesbisches Paar und die leibliche Tochter einer der beiden Frauen. Im Mai hatte das italienische Parlament nach langen Debatten grünes Licht für eingetragene Lebenspartnerschaften gegeben – die geplante Regelung, dass ein Partner die leiblichen Kinder des anderen adoptieren kann, musste Regierungschef Matteo Renzi aber auf Druck des Koalitionspartners streichen.

Über konkrete Adoptionen soll laut Gesetz stattdessen im Einzelfall zum Wohl des Kindes entschieden werden – was nun passiert ist.

Die Homosexuellen-Organisation Arcigay lobte das Urteil vom Mittwoch, das nun ein Zeichen für weitere Fälle setzen könnte. «Wir widmen diesen Sieg den Kindern, die unser Parlament diskriminiert und als unsichtbar erachtet hat», erklärte Arcigay. Ihnen würden nun Gerechtigkeit und Würde zuteil. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Geogräfin
22.06.2016 22:15registriert Februar 2015
Wenn es sogar katholische Länder wie Irland oder Italien auf die Reihe kriegen, wie lang müssen wir dann in der Schweiz noch warten?
#LoveIsLove
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Amanaparts
22.06.2016 21:31registriert Januar 2014
Wow! Und das im erzkatholisch Italien. Langsam aber sicher schliesst die italienische Gesellschaft zur italienischen Mode auf :-P Congrats to that. Ich finds gut.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fabio74
22.06.2016 22:38registriert März 2016
und die Schweiz fällt zurück in die 2. Liga
00
Melden
Zum Kommentar
7
Die AfD will ihren «Hitler-Redner» loswerden – jetzt rechnet Alexander Eichwald ab
Der durch seine in Rhetorik und Gestik an Adolf Hitler erinnernde Rede bei einem AfD-Anlass bekannt gewordene Alexander Eichwald meldet sich erneut zu Wort. Dem 30-Jährigen droht der Ausschluss aus der AfD.
Seine Rede bei einem Treffen der neu aufgestellten Jugendorganisation der AfD im vergangenen November sorgte weit über Deutschland hinaus für Aufsehen: Ein junger Mann namens Alexander Eichwald irritierte mit einer nicht nur inhaltlich sondern auch in seiner gesamten Rhetorik und Gestik an Adolf Hitler mahnenden Rede selbst die AfD-Mitglieder vor Ort. Der 30-Jährige bekräftigte in der Folge, seinen Auftritt durchaus ernst gemeint zu haben.
Zur Story