DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

EU wirbt bei UNO-Sicherheitsrat für Militäreinsatz gegen Schlepper

12.05.2015, 07:55

Nach den jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer hat die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini vor dem UNO-Sicherheitsrat für ein Mandat für einen Militäreinsatz gegen Schlepper geworben.

Nach den Beratungen äusserte sie sich zuversichtlich über eine entsprechende UNO-Resolution.

Seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 1800 Flüchtlinge bei der gefährlichen Fahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Mogherini sagte am Montag (Ortszeit) vor dem Sicherheitsrat in New York, diese «beispiellose Situation» erfordere eine «aussergewöhnliche Antwort».

Unter Federführung der ständigen Sicherheitsratsmitglieder Grossbritannien und Frankreich arbeiten mehrere EU-Staaten an einem Resolutionsentwurf, der «alle notwendigen Mittel» gegen Schlepperboote legitimieren würde. Er könnte bereits in den kommenden Tagen fertiggestellt werden.

3 Gründe, warum die EU das Flüchtlingssterben im Mittelmeer nicht abstellen kann 
    Migration
    AbonnierenAbonnieren

Die UNO-Vetomacht Russland ist allerdings gegen einen Einsatz zur Zerstörung von Booten. Auf die russische Regierung müsse noch eingewirkt werden, hiess es aus Diplomatenkreisen.

Nach Gesprächen mit dem Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen zeigte sich Mogherini aber zuversichtlich. Keiner der 15 Mitgliedstaaten sei «grundsätzlich dagegen zu handeln, um Leben zu retten und kriminelle Organisationen zu zerschlagen», sagte die EU-Aussenbeauftragte.

Auf die Einwände Russlands angesprochen sagte sie: «Entscheidend ist sicherzustellen, dass die Schiffe nicht erneut verwendet werden können.» Das EU-Vorhaben stösst auch in Afrika auf Skepsis.

Den Libyern sicherte Mogherini zu, dass nichts gegen ihren Willen geschehen werde. Die bisherigen Stellungnahmen der libyschen Behörden zu den EU-Plänen seien «konstruktiv» gewesen. Aus Libyen tritt ein Grossteil der Flüchtlinge die gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa an. (wst/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Internationales Rechercheteam kann erstmals illegale Pushbacks in Kroatien nachweisen

Ein internationales Rechercheteam, dem auch die «SRF-Rundschau» angehört, hat erstmals filmen können, wie Kroatien systematisch Flüchtlinge zurück nach Bosnien schickt – unterstützt mit EU-Geld.

Ein alter Mann mit Krückstock, hochschwangere Frauen, selbst ein behindertes Kind: Sie alle werden von der kroatischen Polizei zurück nach Bosnien gebracht.

«Pushback» wird die Praxis im wahrsten Sinne des Wortes genannt. Damit bezeichnet man das Zurückdrängen von Migranten von den Grenzen ihres Ziel- oder Transitlandes.

Einem internationalen Rechercheteam, bestehend aus der «SRF-Rundschau», «Spiegel», «Lighthouse Reports», dem «ARD-Studio Wien» und der kroatischen «Novosti» ist es nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel