DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Drama um Frachter «Blue Sky M» im Mittelmeer

1 / 13
Drama um Frachter «Blue Sky M» im Mittelmeer
quelle: epa/ansa / biagio claudio longo
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
«Blue Sky M»

Flüchtlingsfrachter: Von der Crew fehlt jede Spur

Vor Italien ist die Bergung von fast 800 Flüchtlingen geglückt: Sie trieben auf einem führerlosen Frachter auf Apulien zu. Ein mutmassliches Mitglied einer Schleuserbande wurde an Bord festgenommen, doch von der Crew fehlt jede Spur.
31.12.2014, 19:5801.01.2015, 10:33
Ein Artikel von
Spiegel Online

Fast 800 Bootsflüchtlinge sind vor der italienischen Küste nur knapp einer Katastrophe entgangen. Der Frachter «Blue Sky M» mit 768 Menschen an Bord steuerte in der Nacht zu Mittwoch führerlos auf die Küste der südlichen Region Apulien zu. Nach Medienberichten war der Autopilot eingeschaltet.

Ohne die Einsatzkräfte wäre der Frachter auf die apulische Küste geprallt, weil der Motor blockiert und das Schiff sich selbst überlassen war, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Agentur ADN Kronos. Offenbar haben Menschenschlepper die Flüchtlinge aus Westgriechenland abgeholt, um sie nach Italien zu bringen.

Seit Tagen unterwegs

Die «Blue Sky M» soll Medienberichten zufolge seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland unterwegs gewesen sein. Ein mutmasslicher Schleuser wurde nach Angaben eines Vertreters der Justizbehörden festgenommen. Flüchtlinge hätten ihn als Mitglied einer Gruppe von Menschenschmugglern identifiziert, die die Überfahrt arrangiert habe. 

Wo die Besatzung ist, blieb unklar. Es ist möglich, dass sie von Bord gegangen war oder sich unter die Flüchtlinge gemischt hatte. Auf dem Frachter, der unter der Flagge Moldawiens fuhr, waren nach Medienangaben vor allem Syrer. Auch viele Kinder und Schwangere seien an Bord gewesen, eine davon sei kurz vor der Geburt gestanden. 

Viele litten an Unterkühlung

Etwa 130 Menschen kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Viele litten an Unterkühlung. Das Schiff, das eigentlich die kroatische Hafenstadt Rijeka ansteuern sollte, wurde im Hafen von Gallipoli beschlagnahmt. Ein Bericht, wonach vier Menschen ums Leben gekommen waren, wiesen die Behörden zurück. Gestorben ist offenbar niemand. 

Das Schiff hatte zuvor vor der griechischen Insel Korfu einen Notruf abgesetzt und einen Grosseinsatz der dortigen Marine ausgelöst. Mehrere Schnellboote der griechischen Marine wurden entsandt. Der Kapitän gab jedoch an, alles sei in Ordnung und das Schiff sei nicht in Seenot. Ein Schaden wurde nicht festgestellt. Die Italiener wurden aktiv, nachdem das Schiff die griechischen Gewässer verlassen hatte.

Nur mit Helikopter auf das Schiff

Später kam es dann vor der italienischen Küste zu dramatischen Szenen: Einsatzkräfte der Küstenwache konnten nur mit einem Helikopter auf das Schiff gelangen – wenige Meilen vor dem Ort Santa Maria di Leuca. Schliesslich wurde die «Blue Sky M» nach Gallipoli geleitet. Das schlechte Wetter erschwerte die Operation. 

Jetzt auf

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Flüchtlinge durch das Mittelmeer nach Europa zu schaffen. Tausende Menschen sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Oft verlassen die Schleuser die Boote, bevor sie an der Küste ankommen, um einer Festnahme zu entgehen. 

Die italienische Küstenwache war die letzten Tage im Grosseinsatz bei der Rettung Hunderter Menschen von der Adria-Fähre «Norman Atlantic», auf der am Sonntag vor Korfu ein Brand ausgebrochen war. Der Verbleib von Dutzenden Menschen ist noch nicht geklärt. Auf der «Norman» waren auch blinde Passagiere. Einige illegale Einwanderer wurden gerettet. Befürchtet wird, dass viele umkamen, da sie sich im Schiff versteckt hatten. (cst/dpa/Reuters)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Klimaaktivisten blockieren Privatflughafen – «superreiche Elite» soll auf Flüge verzichten

Klimaaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben am Samstag mehrere Zugänge zu einem Flughafen für Privatjets in der englischen Grafschaft Hampshire blockiert.

Sie protestierten damit gegen Flüge mit Privatjets, die ihren Angaben zufolge für die Hälfte aller weltweiten Treibhausgasemissionen im Flugverkehr verantwortlich sind und forderten ein entsprechendes Verbot von der britischen Regierung.

Ein Sprecher der Aktivsten sagte:

Der Betrieb des Flughafens war einer Sprecherin des Farnborough …

Artikel lesen
Link zum Artikel