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Rassismus: Fälle von Muslimfeindlichkeit haben 2015 zugenommen

07.06.16, 11:48

Beratungsstellen haben 2015 eine Zunahme von Diskriminierungen gegenüber Muslimen verzeichnet. Vor allem die Terroranschläge im Namen des sogenannten Islamischen Staates (IS) waren laut dem Beratungsnetz für Rassismusopfer häufig Grund für ablehnende Reaktionen.

Dazu kommen Migrationsbewegungen und die Krise in Syrien, wie es im Monitoringbericht 2015 zu Rassismusvorfällen aus der Beratungspraxis heisst. Die 18 im Beratungsnetz zusammengeschlossenen Beratungsstellen verzeichneten 53 Fälle von Muslimfeindlichkeit, 11 Prozent mehr als 2014.

Das meist genannte Tatmotiv für die Diskriminierung ist wie bereits im Vorjahr generelle Ausländerfeindlichkeit. Danach folgt mit 60 Nennungen Rassismus gegen Schwarze, wie die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) am Dienstag mitteilte.

Die meisten erfassten Fälle von Diskriminierung betreffen denn auch Menschen mit afrikanischer Herkunft, obwohl diese in der Schweiz nur einen relativ kleinen Anteil der Bevölkerung ausmachen. Ausschlaggebend für eine Diskriminierung sei erfahrungsgemäss die vermutete beziehungsweise zugeschriebene Herkunft, heisst es.

Insgesamt zählt der Bericht 239 Beratungsfälle von rassistischer Diskriminierung. Dazu kommen 72 Meldungen ohne Anspruch auf Beratung, wozu etwa anonyme Briefe zählen, sowie 89 subjektiv wahrgenommene, aber nicht genügend erhärtete Diskriminierungen.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Der Verein humarights.ch trug die Fälle aus der Beratungspraxis zusammen und wertete sie gemeinsam mit der EKR aus. Die Beratungsstellen bieten allgemeine Auskunft, psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung für die Betroffenen und Hilfe bei der Konfliktbewältigung an.

Da über das Beratungsnetz aber nur ein kleiner Teil aller schweizweit verfügbarer Beratungsstellen abgedeckt wird, erhebt der Bericht keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zudem gehen die Autoren des Bericht davon aus, dass die Mehrzahl der rassistischen Vorfälle in der Schweiz gar nicht gemeldet wird.

Am häufigsten mit Diskriminierungen konfrontiert sind die Ratsuchenden nach wie vor in der Arbeitswelt, also am Arbeitsplatz oder auf der Suche nach einer Stelle. 2015 wurden diesbezüglich 47 Beratungsfälle gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben Diskriminierungen in der Nachbarschaft oder im Quartier. Mit 36 Fällen stiegen die Beratungsfälle um 15 Prozent an.

Die meisten Diskriminierungsfälle wurden im Bereich der Verständigung untereinander gemeldet. Den grössten Teil davon machen mit 68 Fällen Beschimpfungen aus, danach folgen Verleumdungen und Drohungen. Aber auch Diskriminierungen durch Ausgrenzung, Benachteiligung und herabwürdigende Behandlungen werden häufig gemeldet.

Ethnisches Profiling beschäftigt EKR

Neu weist der Jahresbericht auch die Rubrik ethnisches Profiling aus. Damit sind Verdächtigungen von Polizei- oder Grenzschutzbeamten aufgrund der Hautfarbe gemeint. Die Beratungsstellen verzeichneten 16 Beratungsfälle dazu.

Sowohl das ethnische Profiling sowie die Muslimfeindlichkeit seien Bestandteil des Arbeitsprogramms der Kommission gegen Rassismus in der laufenden Legislatur, schreibt Kommissionspräsidentin Martine Brunschwig Graf im Vorwort zum Monitoringbericht. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 07.06.2016 13:24
    Highlight Hätte die CH brauchbare Einwanderungs- und Asylregelungen wie z. B. Australien, das tatsächlich ein Einwanderungsland ist, dann hätten 90% aller in der CH lebenden Muslime nicht die geringste Chance gehabt in die CH zu kommen, schon allein, weil sie die geforderten Sprachkenntnisse nicht hätten erfüllen können.
    Und wer in einem richtigen Einwanderungsland wie Australien seinen Job verliert bzw. gar nicht arbeiten will, der wandert auch ganz schnell wieder aus (zwangsweise)!
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    • Paco69 07.06.2016 13:47
      Highlight 2)
      In der CH bekommt man als Zugewanderter oder Asylbewerber aber üppige Sozialhilfe, Kindergeld etc., selbst wenn die Kinder gar nicht in der CH leben. Und dann muss sich der CH-Bürger im Gegensatz zu den Australiern noch als muslim- und ausländerfeindlich beschimpfen lassen.
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