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Du möchtest Flüchtlinge bei dir aufnehmen? Dann lies zuerst diese 6 Punkte. PS: Flüchtlinge müssen das auch lesen, für sie gibt es ebenfalls Regeln

In der Schweiz gibt es momentan eine Solidaritätswelle für Flüchtlinge. Das ist lobenswert. Hilfe ohne Plan macht allerdings wenig Sinn. Wer als Privater Flüchtlinge aufnehmen will, muss Mindestanforderungen erfüllen.



Bist du Hauseigentümer, Pächter oder Mieter und möchtest Flüchtlinge bei dir aufnehmen? Bevor du dich meldest, musst du wissen, dass Folgendes Voraussetzung sein soll: 

Abschliessbares, möbliertes Zimmer

Eine gewisse Privatsphäre muss sein. Deshalb kommst du nur in Frage, wenn du ein Einzelzimmer anbieten kannst. Falls du eine ganze Familie aufnehmen willst, ist eine Einliegerwohnung (Wohnung in der Wohnung) mit zwei Zimmern nötig. 

Separates WC – eventuell inklusive Dusche 

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe schreibt vor, dass eine separate Nasszelle mit WC, Dusche oder Bad Voraussetzung ist. Eine separate Dusche oder ein separates Bad ist aber nicht zwingend. 

Erlaubnis des Vermieters

Falls du kein eigenes Haus besitzt und Mieter bist, kläre ab, ob du jemanden als Untermieter aufnehmen kannst und frage nach entsprechenden Verträgen. 

Offenheit für die Begegnung mit einer eventuell fremden Kultur

Auch wenn du meinst, du weisst alles über anderen Kulturen, solltest du dir bewusst sein, dass du allenfalls Menschen aufnimmst, die ganz anders funktionieren als wir. 

Genügend Zeit

Kurzfristig Flüchtlinge bei Privaten zu platzieren, macht keinen Sinn. Sechs Monate sind das Minimum, im Durchschnitt bleiben Flüchtlinge ein Jahr bei Familien. 

Bereitschaft, dich für die Integration zu engagieren 

Nimmst du Flüchtlinge auf, solltest du diese unterstützen – bei sprachlichen Problemen, bei der Stellensuche, bei Schulfragen und bei der Bewältigung des Alltags. 

Flüchtlinge bei Privaten.

Westschweizer Kantone sind, was die Platzierung von Flüchtlingen bei Privaten betrifft, unkomplizierter als Deutschschweizer Kantone. Hier eine Familie aus dem Kanton Waadt. 
bild: Schweizerische flüchtlingshilfe

Nicht nur für Private, die ihr Zuhause anbieten, gibt es Anforderungen; die Flüchtlinge selber müssen ebenfalls Punkte befolgen:

Bekenntnis zur Schweiz

Flüchtlinge müssen sich integrieren wollen. Das bedeutet, dass sie über die Sprache, mit entsprechenden Ausbildungen und der Suche nach einer Stelle ein glaubwürdiges Bekenntnis für die Schweiz abgeben sollten. 

Offenheit für die Schweizer Kultur

Wie für die Anbieter von Plätzen für Flüchtlinge, gilt auch für die Flüchtlinge selber: Offen sein für die Begegnung mit einer eventuell noch fremden Kultur

Wann kommt es zum ersten Treffen?
Die Flüchtlingshilfe leitet Angebote von Privaten an die kantonalen Asylbehörden weiter. Diese wählen die geeigneten Flüchtlinge aus. Die Flüchtlinge und die potenziellen Gastgeber treffen sich ein erstes Mal, stellen sich gegenseitig vor und definieren die Hausordnung. Danach bekommen beide Parteien eine Bedenkzeit von zwei Tagen. Sind beide einverstanden, beginnt das gemeinsame Wohnen. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe begleitet das Ganze.

Zahlen die Flüchtlinge eine Miete?
Ja. Die Privaten schliessen mit den Flüchtlingen einen Miet- oder Untermietvertrag ab. ​

Wo kannst du dich melden?
​Wer Flüchtlinge aufnehmen will, kann sich online bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe dafür anmelden. Noch ist dies erst für Interessierte aus den Kantonen Aargau, Bern, Genf und Waadt möglich. Bei den anderen geben die kantonalen Asylkoordinationen Auskunft. In Städten sind es die lokalen Sozialämter.

Bis jetzt konnte die Flüchtlingshilfe bei 15 Familien Flüchtlinge unterbringen. Das Projekt ist allerdings erst am Anlaufen. Laut Stefan Frey von der Flüchtlingshilfe könnten in der Schweiz 3000 Flüchtlinge bei Privaten platziert werden

Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen

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Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen
quelle: getty images europe / ahmet sik
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