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Terrorismus - Deutschland: Polizei in München gibt vorsichtige Entwarnung - Einzeltäter



Nach dem Anschlag in einem Münchner Einkaufszentrum hat die Polizei vorsichtige Entwarnung gegeben. Ein Polizeisprecher sagte in der Nacht, es sehe danach aus, dass es sich bei einem Mann, der sich am Abend erschossen habe, um den einzigen Täter gehandelt habe.

Die Polizei hatte zuvor eine Leiche nahe des Einkaufszentrums gefunden. Unterdessen erhöhte sich die Zahl der Verletzten nach dem Attentat. Der Rettungsdienst habe 21 Verletzte gezählt, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Die Verletzungen reichten von leicht bis schwer. Ein weiteres Opfer erlag zudem seinen Verletzungen.

Damit steigt die Zahl der Toten auf zehn. Darunter ist auch die Leiche eines möglichen Täters. Der öffentliche Nahverkehr in der Stadt hat seinen Betrieb in der Nacht auf Samstag wieder aufgenommen.

Nach dem Attentat will die Polizei in einer nächtlichen Pressekonferenz Einzelheiten bekanntgeben. «Wir bereiten eine Pressekonferenz für ca. 2.00 Uhr in unserem Medienzentrum vor», teilte sie auf Twitter mit. Der Grosseinsatz der Polizei dauerte in der Nacht zum Samstag weiter an.

Die Behörde stellte zudem ein Formular zum Hochladen von Bildmaterial online. Die Polizei bat Augenzeugen darum, Fotos und Videos dort einzustellen. Dies könne bei der Suche nach dem Täter oder den Tätern helfen. Das Formular ist unter https://medienupload-portal01.polizei.bayern.de/ abrufbar. Via Twitter bat die Polizei wiederholt, Bilder und Videos vom Tatort nicht einfach zu veröffentlichen.

Internetvideo geprüft

Ausserdem prüft die Münchner Polizei ein im Internet kursierendes Video, auf dem möglicherweise der oder einer der Täter zu sehen oder zu hören sein soll. Ein Sprecher betonte, das Video werde derzeit geprüft. Es sei aber noch völlig unklar, wer darauf zu sehen oder zu hören sei. Der Sprecher bat mögliche Zeugen darum, derartige Aufnahmen an die Polizei zu übermitteln. «Wir brauchen derartige Zulieferungen.»

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins sagte am Tatort vor Journalisten, «aktuell» lägen keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund vor. Den Terrorverdacht begründete er unter anderem mit den Tatumständen und Zeugenaussagen. Die bayerische Polizei plant noch in der Nacht eine Medienkonferenz im Polizeipräsidium München. Die Uhrzeit stehe noch nicht fest.

Bei dem Angriff am Olympia-Einkaufszentrum waren mehrere Personen erschossen worden. Später fand die Polizei in der Nähe eine weitere Leiche. Der Tote hatte einem Medienbericht zufolge einen roten Rucksack bei sich, wie ihn auch der Täter bei dem Schnellrestaurant trug. Die Münchner Polizei setze einen Roboter ein, um den Rucksack zu bergen, berichtet die ARD. Ein Polizeisprecher bestätigte den Bericht nicht. «Ich kann es nicht dementieren», sagt er.

Offene Moscheen

Nach dem Terroranschlag beim Olympia-Einkaufszentrum halten auch Fehlalarme die Polizei in Atem. Der Chefredaktor der Münchner «Abendzeitung», Michael Schilling, berichtete auf Twitter über drei Schüsse, die vor dem Redaktionsgebäude gefallen und die auch von mehreren Anwohnern gehört worden seien. Die Polizei rückte mit einem grösseren Aufgebot an, konnte aber nichts Verdächtiges finden.

Möglicherweise habe es sich um einen üblen Scherz von Feiernden gehandelt, sagte Schilling am späten Freitagabend auf Anfrage. Es seien aber keine blossen Böllerschüsse gewesen.

Auf die unsichere Lage nach dem Anschlag in einem Münchner Einkaufszentrum haben unzählige Internetnutzer mit Hilfsangeboten für verängstigte Menschen reagiert. Unter dem Hashtag #OffeneTür konnten Menschen bei Twitter Unterschlupf finden oder gewähren.

Auch etliche Moscheen blieben in der bayerischen Landeshauptstadt offen, um Schutzsuchenden Unterkunft anzubieten. Auch Facebook reagierte und aktivierte am Freitagabend den «Safety Check» («Sicherheitscheck») für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. (sda/dpa/reu/afp)

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